Frage & Antwort

Frage & Antwort Gibt es Blutspenden auch bei Tieren?

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Ein Husky kurz vor der Blutspende.

(Foto: picture alliance / dpa)

Haustiere sind seit Jahrtausenden an der Seite des Menschen. Sie sind im Laufe der Zeit zu Familienmitgliedern und tierische Freunden geworden. Leidet der Liebling, wird viel für ihn getan. Doch kann einem Tier in Not auch Blut übertragen werden?

Blut wird oftmals als Saft des Lebens bezeichnet. Zu Recht, denn ist in einem Organismus zu wenig davon vorhanden, droht der Tod. Das ist nicht nur bei Menschen so, sondern auch bei Tieren. "Um Hund oder Katze das Leben zu retten, kann auch ihnen Blut transfundiert werden, allerdings nur innerhalb der gleichen Spezies", erklärt Frau Professor Barbara Kohn, die in der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin arbeitet.

Egal ob bei Mensch oder Tier, jede Blutübertragung ist eine Flüssigtransplantation, die nicht nur Chancen, sondern immer auch Risiken birgt. Aus diesem Grund wägen Veterinärmediziner genauso wie Humanmediziner immer erst einmal Nutzen und Risiko ab, bevor sie eine Bluttransfusion vornehmen. Da es keinen annähernd gleichwertigen Ersatz für Blut gibt, muss vor allem in Notfällen auf Blut von Spendern zurückgegriffen werden. Solche Situationen treten vor allem nach Unfällen, bei schweren Verletzungen oder auch bei schweren Erkrankungen ein. In der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin gibt es für solche Fälle eine Blutbank, die eine Auswahl an Spenderblut bereithält. 

Unterschiede zwischen Hunden und Katzen

"Bei Hunden gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Blutgruppen. Wir testen allerdings nur auf eine bestimmte Blutgruppe und übertragen dann blutgruppengleich", erzählt die Veterinärmedizinerin aus der Praxis. Hunde reagieren im Normalfall, nachdem sie ihre erste Spende bekommen haben, nicht mit schweren Nebenwirkungen. "Nichtsdestotrotz können sich nach der ersten Blutspende Antikörper beim Empfängerhund bilden. Aus diesem Grund wird immer noch ein Verträglichkeitstest, die sogenannte Kreuzprobe, nach der ersten Spende gemacht." So können Komplikationen bei einer weiteren Spende weitreichend ausgeschlossen werden.

Für die Blutübertragung bei Katzen ist es dagegen wichtig, dass man vor der Blutübertragung die Blutgruppe bestimmt und dementsprechend das Spenderblut auswählt. "Bei Katzen gibt es das Blutgruppen-System AB", so die Expertin. Das bedeutet, dass es Katzen mit der Blutgruppe A, mit der Blutgruppe B und mit der Blutgruppe AB gibt. "Manchmal allerdings drängt die Zeit so sehr, dass man vor einer Blutübertragung nur noch einen schnellen Verträglichkeitstest machen kann und dann das Blut als Lebensretter übertragen muss", so Kohn.

In der Klinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin werden pro Jahr rund 250 Transfusionen an Hunden und rund 50 Transfusionen an Katzen durchgeführt. Aber nicht immer kommt es dabei zur sogenannten Vollblutspende. "Auch wir trennen wie in der Humanmedizin das Blut auf", so Kohn. "Je nachdem, was dem Tier fehlt, geben wir Blutplasma, rote Blutkörperchen oder eben Vollblut", erläutert Kohn weiter. Die Frage, ob das eigene Haustier die Voraussetzungen als Blutspender erfüllt, kann jeder Tierarzt beantworten.

Übrigens: Auch wenn es innerhalb bestimmter Hunderassen eine Häufung bestimmter Blutgruppen gibt, könnte eine Deutsche Dogge Blut für einen Dackel spenden. Umgekehrt allerdings wäre das schwierig, da der Spenderhund mindestens 25 Kilogramm wiegen sollte. Ein Dackel mit diesem Gewicht wiederum würde nicht als gesunder Hund gelten und dürfte deshalb auch kein Blut spenden.

Quelle: n-tv.de

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