Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 245 Nimmt Blutspende den Impfschutz?

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Eine Vollblutspende dauert ungefähr zehn Minuten. Mit ärztlicher Untersuchung und anschließender Ruhepause sollten Spender eine Stunde einrechnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ich gehe regelmäßig Blut spenden und habe mich erst vor kurzer Zeit gegen Hepatitis B impfen lassen. Nun stelle ich mir die Frage, ob ich meinen Impfschutz durch die Spende verlieren könnte. (Harald B. aus Wuppertal)

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Blutkonserven müssen besonders behandelt werden, um die Haltbarkeit zu verlängern.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Der Impfschutz, egal welcher Art, ist auch nach mehrmaligem Blutspenden im Jahr nicht beeinträchtigt", sagt  Dr. Ursula Kreil von der Blutspendezentrale des Österreichischen Roten Kreuzes in Wien. Allerdings müssen nach jeder Impfung ein paar Regeln beachtet werden. Der Blutspendedienst muss über die Impfung, am besten bei der ärztlichen Eignungsuntersuchung oder über den Fragebogen vorab, informiert werden. Der Arzt entscheidet dann im Vier-Augen-Gespräch, ob überhaupt gespendet werden darf oder nicht.

Prinzipiell sollten zwei Tage Karenzzeit zwischen einer Impfung und der Spende liegen, damit mögliche Nebenwirkungen der Impfung zuerst abklingen können. Das gilt beispielsweise für die Grippeschutz-, die Hepatitis-A- und die Polio-Impfung per Spritze. Im Falle der Hepatitis-B-Impfung muss man in Deutschland eine Woche, in Österreich zwei Wochen pausieren. Nach Impfungen mit sogenannten Lebendimpfstoffen wie bei Röteln, Masern, Typhus und Mumps oder der Polio- als Schluckimpfung müssen die Spender eine Pause von vier Wochen einlegen.

Zwangspause nach Tollwutimpfung

Ein ganzes Jahr sogar müssen Blutspender aussetzen, wenn sie nach einer Gefährdung durch ein Tier gegen Tollwut geimpft werden mussten. Bei einer vorsorglichen Immunisierung gegen Tollwut dagegen werden nur vier Wochen Spendepause eingelegt. Diese sogenannten Rückstellungen von Blutspendern dienen vor allem dem Schutz der Empfänger und haben nichts mit dem Impfschutz der Spender zu tun. Die Wartezeiten sind vom Gesetzgeber vorgegeben.

Durch eine Impfung wird die Selbstschutzfunktion des Körpers aktiviert, indem er Antikörper gegen den Erreger bildet. Ob Blutspender oder nicht, jeder Impfschutz hält nur eine bestimmte Zeit, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein kann. Diese Schutzfunktion geht dann verloren, wenn sozusagen keine Erinnerung mehr an den Erreger im Körper besteht und somit keine Antikörper mehr gebildet werden können. In diesem Fall sollte die Impfung aufgefrischt werden. Auch hierfür gibt es von der Ständigen Impfkommission (STIKO) eindeutige Empfehlungen.

Übrigens: Die Altersbegrenzung für Spender von 59 Jahren ist in Deutschland angehoben worden. Erstspender dürfen heute nicht älter als 68 Jahre sein, erfahrene, gesunde Spender dagegen dürfen sogar über das 71. Lebensjahr hinaus spenden. Im Einzelfall entscheidet der Arzt.

Quelle: n-tv.de

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