Frage & Antwort

Frage & Antwort Warum haben Hunde keine Popel?

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Komplexer aufgebaut als das Riechorgan des Menschen: die Hundenase.

Dass Menschen in der Nase bohren, ist keine Seltenheit. Popel können eben lästig werden, und Naseputzen hilft nicht immer. Wie aber gehen zum Beispiel Hunde mit Popeln um? Ganz einfach: Sie haben keine. Dafür gibt es einen Grund.

Warum haben Hunde keine Popel? (fragt Jordi B. aus Berlin)

Der Mensch gehört zu den Primaten, das ist weithin bekannt. Aber wussten Sie, dass Sie ein Trockennasenprimat sind? Dass wir zu dieser Unterordnung gehören, können wir gelegentlich spüren. Immer dann nämlich, wenn ein kleines Stück trocken gewordenes Sekret in der Nase drückt und die Atmung behindert. Popel sind eben eine Eigenheit von Trockennasenprimaten. Neben dem Menschen haben Affen und Koboldmakis mit ihnen zu kämpfen. Sie gehören ebenfalls zu den Trockennasenprimaten. Alle anderen Lebewesen kennen keine Popel. Auch nicht der Hund.

Warum sich in der Nase des beliebtesten Haustieres kein Schleim verfestigt, kann uns Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. genauer erklären. Es hängt damit zusammen, dass Hundenasen andere Aufgaben erfüllen als Menschennasen. Während unser Riechkolben ein wenig zum Riechen, vor allem aber für die Atmung da ist, "kommt beim Hund neben dem wesentlich deutlicher ausgeprägten Riechvermögen die überlebenswichtige Funktion der Wärmeregulierung hinzu", wie Behr sagt. Wird der Hundekörper zu heiß, sodass er Wärme abgeben muss, werden bestimmte Teile der Nase stärker durchblutet; die Teile nämlich, die dem Blut Kühlung verschaffen. Das sind, wie uns die Expertin wissen lässt, die Nasenschleimhaut des Hundes und die venösen Schwellkörper in der Nasenscheidewand.

Hundenasen sind feucht

Atmung, exzellenter Geruchssinn, Temperaturausgleich: Um das alles leisten zu können, ist die Nase eines Hundes anatomisch sehr viel komplexer aufgebaut als die des Menschen. "Sie besteht aus drei Nasenmuscheln mit 20- bis 50-mal so vielen Riechzellen wie beim Menschen, verfügt über weitaus mehr Schleimdrüsen und zwei voneinander getrennte Venensysteme", erläutert die Tierärztin. Die Hundenase ist dadurch nicht nur gut durchblutet, sondern – und das ist wichtig in Sachen Popel – auch sehr feucht. "Schmutz und Schleim trocknen in der Hundenase nicht an, und somit entstehen auch keine Popel", sagt Behr. Auch die Luftströmung bei der Einatmung spielt hier eine Rolle. Auch sie gewährleistet, dass die Hundenase kühl, sauber und feucht bleibt. Hundehalter wissen das: Ist die Nase ihres Vierbeiners einmal warm und trocken, stimmt etwas nicht mit dem Tier.

Und wenn nun doch einmal kleine Schmutzteilchen die Nasenschleimhaut reizen? "Dann niest der Hund", sagt Behr. "Damit befördert er den Schmutz nach draußen. Und eine Portion Nasenschleim gleich mit." Das klappt auch beim Menschen – zumindest zum Teil. Der Rest verfestigt sich in der Nase und wird zum Popel. Wir sind eben Trockennasenprimaten.

Quelle: n-tv.de

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