Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 238 Warum zuckt mein Augenlid?

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Ein sanftes Massieren, auch an der Nasenwurzeln, kann das Zucken lindern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Warum zucken bei mir hin und wieder die Muskeln im Oberarm oder am Augenlid? Ich finde das nervig und frage mich, was man dagegen tun kann. Wo kommt dieses Zucken eigentlich her? (fragt Bernd M. aus dem Harz)

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Ilona Csoti ist Ärztin für Neurologie und Psychatrie und Ärztliche Direktorin des Parkinson-Zentrums der Gertrudis-Klinik.

"Erst einmal wird aus medizinischer Sicht zwischen den Zuckungen im Auge und den Muskelzuckungen an Gliedmaßen unterschieden", erläutert Frau Dr. Ilona Csoti von der Gertrudis-Klinik Parkinson-Zentrum GmbH. Die unwillkürlichen Zuckungen am Augenlid sind zwar nervig, aber meistens harmlos, selbst wenn sie Stunden oder sogar Tage andauern. "Häufige Ursachen sind innere Anspannungen, Stress, Übermüdung oder Überlastung der Augen", erklärt die Ärztin. "So, wie das Zucken gekommen ist, verschwindet es dann auch wieder."

Wer vom Lidzucken zu sehr abgelenkt wird, sollte auf entspannende Maßnahmen setzen. "Für unterwegs kann es schon hilfreich sein, das Lid - bei geschlossenen Augen - vorsichtig mit gewaschenen Fingern zu massieren, um dem Zucken ein Ende zu bereiten", erläutert Csoti. Auch ein in warmem Wasser getränkter Waschlappen kann - für zehn Minuten aufgelegt - so sehr entspannen, dass das Zucken im Lid aufhört. Genauso hilfreich ist eine gelgefüllte Brille, die man gekühlt oder erwärmt trägt, je nachdem, womit man sich besser entspannen kann. Solche Brillen sind in Apotheken oder Drogerien erhältlich.

Halten die Zuckungen trotz aller Maßnahmen und Entspannung an, könnte ein Mineralmangel dahinter stecken. In diesem Fall müsste ein Arzt aufgesucht werden, der den Mineralmangel genau bestimmen und entsprechende Präparate verordnen kann. Hört auch dann das Zucken nicht auf, kann entweder eine Infektion im Auge oder auch eine neurologische Erkrankung die Ursache sein. "Das allerdings ist nur in Ausnahmefällen so", ergänzt Csoti.

Können trotz anhaltendem Zucken keine körperlichen Ursachen ermittelt werden, sollten Betroffene über psychotherapeutische Maßnahmen nachdenken. Der Leidensdruck kann auch mit Hilfe von bewährten Entspannungsverfahren wie autogenem Training, progressiver Muskelentspannung oder Yoga, gemildert werden.

Mangelerscheinung oder Krankheit?

Regelmäßiges Muskelzucken in den Gliedmaßen dagegen kann mehrere Ursachen haben. An erster und häufigster Stelle steht ein Mineralmangel, meistens an Magnesium. Dieser kann relativ leicht durch einen Bluttest beim Hausarzt bestimmt und mit einer Magnesiumbehandlung behoben werden. Dann hört auch das lästige Muskelzucken bald wieder auf. Bei leichten Zuckungen kann es sogar ausreichen, durch magnesiumhaltige Lebensmittel oder Mineralwässer das Zucken zu beruhigen. Vor allem Sonnenblumenkerne, Hirse, Hasel- und Erdnüsse sind reich an Magnesium. Aber auch in Reis und Haferflocken steckt jede Menge davon.

Sollten alle Maßnahmen nichts bewirken, empfiehlt es sich, einen Neurologen aufsuchen. Manchmal ist ein Zucken im Oberarm oder anderen Gliedmaßen ein Hinweis auf eine ernsthafte neurologische Erkrankung. Das allerdings können nur spezialisierte und erfahrene Ärzte herausfinden.

Übrigens: Das unwillkürliche Zucken im Auge sollte nicht mit dem Tic des nervösen Augenzwinkerns verwechselt werden. Tics sind vor allem im Kinder- und Jugendalter verbreitet. Diese Störungen treten in den meisten Fällen nur zeitweise (nicht länger als zwölf Monate) auf und haben nichts mit Mineralmangel oder neurologischen Erkrankungen zu tun.

Quelle: n-tv.de

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