Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 64 Wie viele Eier sind gesund?

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Gefärbte Eier in der Thüringer Frischeier GmbH in Wandersleben. In der Ostersaison werden hier rund 20 Millionen bunte Eier ausgeliefert.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wie viele Eier kann ich denn zu Ostern essen, ohne meine Gesundheit zu gefährden? (fragt Marie K. aus Offenbach)

Grundsätzlich geht es bei einer gesunden Ernährung nicht um die Anzahl der Eier an den Osterfeiertagen, sondern um die Anzahl der Eier zwischen Ostermontag und Karfreitag, also dem Rest des Jahres, erläutert Frau Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Prinzipiell sollten in der Woche nicht mehr als zwei bis drei Eier gegessen werden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Allerdings müssen die "versteckten" Eier in Kuchen, Gebäck und Nudeln mitgerechnet werden.

Ein gesunder Mensch kann an den Osterfeiertagen auch mal ein Ei mehr essen, da sein Körper die Möglichkeit hat, die körpereigene Produktion von Cholesterin entsprechend anzupassen. Schwieriger wird es für Menschen, deren Cholesterinspiegel schon zu hoch ist. Ein Ei enthält, je nach Größe, bis zu 260 mg Cholesterin. Dies entspricht fast der empfohlenen Höchstmenge (300 mg), die ein Mensch am Tag zu sich nehmen sollte, erklärt Olias weiter. Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel sollten sich nicht zu viel Cholesterin zuführen. Dabei ist nicht nur auf die Anzahl von Eiern zu achten, sondern auf eine sinnvolle Fettzusammenstellung in der gesamten Nahrung: lieber auf fette Wurst verzichten und stattdessen mageren Aufschnitt oder Kräuterquark als Brotbelag nehmen. Zum Kochen und Braten sind Pflanzenöle besser, denn sie enthalten kein Cholesterin, dafür aber einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Diese können sich günstig auf unser Herz-Kreislaufsystem auswirken.

Trotzdem ist das Ei ein wertvolles Lebensmittel, denn es enthält neben allen essentiellen Aminosäuren zahlreiche Mineralstoffe und Vitamine, wie Vitamin A, K, B2, B12 sowie Folate, Kalzium, Phospor, Eisen und Kalium. Das Eigelb ist zudem besonders reich an Karotinoiden.

Auch wenn in zahlreichen Studien der Zusammenhang zwischen gegessenen Eiern und einer Erhöhung des Cholesterinspiegels bisher nicht nachgewiesen werden konnte, rät Olias prinzipiell zur Zurückhaltung. Da viele Menschen genetisch bedingt zu einem erhöhten Cholesterinspiegel neigen bzw. gar nicht wissen, dass ihr Cholesterinwert zu hoch ist, sollte jeder bewusst mit cholesterinhaltiger Nahrung umgehen, so Olias. Ein zu hoher Cholesterinwert erhöht das Risiko für Arterienverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich. Dabei muss man jedoch zwischen den LDL- (Low Density Lipoprotein), den HDL- (High Density Lipoprotein) und den Triglycerid-Werten unterscheiden. Die Deutsche Lipid-Liga hat folgende Grenzwerte für gesunde Menschen veröffentlicht:

Gesamtcholesterin: max. 250 mg/dl oder 6,5 nmol/l
LDL: max. 160 mg/dl oder4,2 nmol/l
HDL: min. 40 mg/dl oder 1,0 nmol/l
Triglyceride: max. 200mg /dl oder 2,3 nmol/l

Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben oder als Herzinfarkt-Risiko-Patienten eingestuft werden, sollten nicht mehr als 100 mg/dl bzw. 160 mg/dl LDL im Blut haben.

Quelle: n-tv.de