Wissen
Der über 30 Jahre alte Mann wurde von einem Steinquader zerquetscht.
Der über 30 Jahre alte Mann wurde von einem Steinquader zerquetscht.(Foto: AP)
Mittwoch, 30. Mai 2018

Fundsache, Nr. 1375: Fast 2000 Jahre altes Skelett in Pompeji

Wie dramatisch die letzten Stunden Pompejis sein mussten, beweist ein neu entdecktes Skelett: Als der Vesuv ausbricht, versucht der Mann wohl noch zu fliehen. Doch aufgrund einer Behinderung ist er nicht schnell genug - und wird von einem Stein zerquetscht.

Italienische Archäologen haben in Pompeji einen außergewöhnlichen Fund gemacht: Sie entdeckten in der Ruinenstätte unter einem Trümmerstück ein fast 2000 Jahre altes Skelett. Der Mann war wohl auf der Flucht vor der Vulkanasche in Pompeji, als er von einem Steinblock erschlagen wurde. Seine Überreste liefern neue Erkenntnisse über das Fluchtgeschehen während der Katastrophe im Jahr 79.

Der Kopf des Skeletts wurde bislang noch nicht gefunden, aber die Forscher gehen davon aus, dass er unter dem massiven Steinblock begraben ist.
Der Kopf des Skeletts wurde bislang noch nicht gefunden, aber die Forscher gehen davon aus, dass er unter dem massiven Steinblock begraben ist.(Foto: AP)

Das Skelett sei das erste, das bei den neuen Ausgrabungen in der sogenannten Region V Pompejis entdeckt wurde, teilte das italienische Ministerium für Kulturgüter und Tourismus mit. Der Brustkorb des Mannes war von dem Steinquader zerquetscht worden.

Nach ersten Untersuchungen der Wissenschaftler handelte es sich um einen erwachsenen Mann von mehr als 30 Jahren. Verletzungen in Höhe der Schienbeine deuteten an, dass er an einer Knochenentzündung litt und deshalb gehbehindert war. Deshalb habe er bei den ersten Anzeichen der Vulkaneruption wohl nicht schnell genug fliehen können. Eine mächtige Gas- und Aschewolke habe ihn rücklings umgeworfen, dann sei der Steinblock - womöglich ein Türpfosten - auf ihn gefallen.

Die Stadt Pompeji am Südwestrand Neapels war zusammen mit mehreren Nachbarorten beim Ausbruch des Vesuvs vor 1939 Jahren unter Asche begraben - und weitgehend konserviert - worden. Was für die Bewohner eine Tragödie war, ist damit lange Zeit später für Archäologen zum Glücksfall geworden. Die Unesco-Welterbestätte zieht Jahr für Jahr Millionen von Touristen an. Am Umgang der italienischen Behörden mit dem Kulturschatz gab es allerdings wiederholt Kritik.

Die Ausgrabungen in Pompeji begannen schon im 18. Jahrhundert, doch auch im 21. gibt es immer noch Neues zu entdecken. Erst Anfang Mai waren nahe der Stadt die Überreste eines Pferdes gefunden worden.

Quelle: n-tv.de