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Dienstag, 12. Dezember 2017

Fundsache, Nr. 1364: Fossilien eines Monster-Pinguins

1,70 Meter groß und 100 Kilogramm schwer: Das klingt nach den Maßen eines Boxers. Allerdings verrät ein typischer Gang etwas anderes: Es handelt sich um einen Vogel, dessen Nachfahren heute am Südpol heimisch sind, der früher aber auch auf Neuseeland lebte.

Vor vielen Millionen Jahren sind monsterhafte Pinguine über Neuseeland gewatschelt: Forscher entdeckten dort die fossilen Überreste eines riesigen Urzeit-Vogels, dessen Statur an die Maße eines Profi-Boxers erinnert. Aus der Größe der Knochen lasse sich ableiten, "dass dieser Pinguin mehr als 1,70 Meter groß wurde und über 100 Kilogramm wog", erklärte der Frankfurter Ornithologe Gerald Mayr.

Grafik zum Größenvergleich.
Grafik zum Größenvergleich.(Foto: AP)

Weil das Urzeit-Tier seine heutigen Artgenossen deutlich in den Schatten gestellt hätte, nannten Mayr und seine neuseeländischen Forscher-Kollegen den Pinguin "Kumimanu" - in der Maori-Sprache bedeutet das "Monster-Vogel".

Warum starb er aus?

"Wir haben Flügel und Beinknochen dieses Pinguins untersucht und schnell gemerkt, dass es sich um eine bisher unbekannte Art handelt", erklärte Mayr, der für die Frankfurter Senckenberg Gesellschaft arbeitet.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in dem Fachmagazin "Nature Communications". Demnach lebte der Monster-Pinguin in der Zeit des späten Paläozäns, also vor 59 bis 56 Millionen Jahren.

Die Wissenschaftler vermuten, dass sich das Riesenwachstum als eine Folge der Flugunfähigkeit der Vögel entwickelte. Unklar sei jedoch, warum er schließlich ausstarb. Mayr geht davon aus, dass dies mit dem späteren Auftreten von Fressfeinden wie Zahnwalen zusammenhängen könnte.

Quelle: n-tv.de