Fundsache

Göttin Isis lag im Müll Frauenfigur aus der Römerzeit in Krefeld

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Das Gefäß könnte Teil eines Hausaltares gewesen sein, meinte Archäologe Eric Sponville.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wissenschaftler finden in einer antiken Müllgrube aus der Römerzeit eine kleine Frauenfigur - die ägyptische Göttin Isis. Rund 1900 Jahre alt ist der außergewöhnliche Fund. Das Relikt stammt aus einem römischen Grenzlager, mitten im heutigen Deutschland.

Eine kleine Frauenfigur aus der Römerzeit hat Archäologen in Krefeld überrascht. Das etwa acht Zentimeter große Persönchen aus Ton ist eine Abbildung der ägyptischen Göttin Isis und wurde bei Ausgrabungen in Krefeld gefunden. "Es ist ein ungewöhnlicher Fund aus der Römerzeit am Niederrhein", sagte Stadtarchäologe Hans-Peter Schletter. Die dargestellte Frau sitzt auf einem Thron und hat ein Kind auf dem Schoß. "Diese Darstellung der ägyptischen Gottheit ist das Vorbild für unsere Maria mit dem Jesuskind", meinte Schletter.

In Krefeld waren ab dem Jahr 70 nach Christus römische Hilfstruppen stationiert. Das kleine Relief gehört zu einem Tonkrug, der in einer antiken Müllgrube entdeckt wurde. Das Gefäß könnte Teil eines Hausaltares gewesen sein, meinte Archäologe Eric Sponville. Mit anderen Funden - darunter sind Münzen, Urnen, Waffen und ein Pferdegerippe - wird die Isis im Archäologischen Museum Krefeld gezeigt. Bei der Grabung wurden vor zwei Jahren 90.000 Funde entdeckt.

Das Lager war Teil der Sicherung der römischen Grenze am Rhein vor den Germanen. Dieser auch in NRW verlaufende Abschnitt des Limes könnte in die Unesco-Welterbe-Liste aufgenommen werden. Im Juli 2021 könnte die Kulturorganisation der Vereinten Nationen darüber entscheiden.

Quelle: ntv.de, can/dpa