Montag, 05. Dezember 2022Der Tag

mit Friederike Zörner
Friederike Zörner
22:30 Uhr

Das war Montag, der 05. Dezember 2022

Eine unbegreifliche Tat löst bundesweit Entsetzen aus: Zwei Mädchen sind in Illerkirchberg bei Ulm auf dem Weg zur Schule, als ein Mann sie mit einem Messer attackiert. Eine 14-Jährige wird dabei so schwer verletzt, dass sie später in einem Krankenhaus stirbt. Ein Tatverdächtiger kann schnell ermittelt werden. Es handelt sich um einen 27-jährigen Mann aus Eritrea, der in einer Asylunterkunft in der Nähe des Tatorts aufgegriffen wurde.

Die Hintergründe und Motive des Angriffs sind noch vollkommen unklar. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl kündigte an, die Tat restlos aufzuklären. Bundesinnenministerin Nancy Faeser zeigte sich erschüttert. "Ich trauere um das getötete Mädchen und hoffe inständig, dass das verletzte Mädchen gesund wird", twitterte die SPD-Politikerin. Ihre Gedanken seien bei den Familien der Mädchen.

Diese Schlagzeilen bestimmten heute außerdem den Tag:

Fußball wurde auch gespielt:

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend. Kommen Sie gut durch die Nacht. Bis morgen.

22:25 Uhr
Breaking News

Oliver Bierhoff löst Vertrag mit DFB auf

Oliver Bierhoff und der Deutsche Fußball-Bund gehen getrennte Wege. Dies teilte der DFB mit. Der Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademien löst seinen Vertrag vorzeitig auf. Es ist die Konsequenz aus dem neuerlichen Debakel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft.

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22:05 Uhr

Bekannter Wolf riss Pony von EU-Kommissionschefin von der Leyen

Nach dem Tod eines Ursula von der Leyen gehörenden Ponys im Sommer in Burgdorf bei Hannover steht fest, dass das Tier Opfer eines Wolfsrisses wurde. Genetische Untersuchungen bestätigten nach Angaben eines Sprechers des Umweltministeriums in Hannover, dass es sich um den Wolf mit der Kennung GW950m handele. Der Rüde gehört zum Rudel Burgdorf und hat bereits mehrere Nutztiere wie Schafe, Rinder und Pferde gerissen.

Anfang September war bekannt geworden, dass das 30 Jahre alte Pony Dolly einem mutmaßlichen Wolfsriss zum Opfer gefallen war. Die Identität des Wolfes muss durch genetische Untersuchungen festgestellt werden. Das Pony stand mit einem anderen Pony auf der Weide, das nicht verletzt worden war.

21:38 Uhr

RKI: Corona-Ausgangslage in diesem Winter besser als zuvor

Das sind doch mal gute Nachrichten: Die Ausgangslage zu Beginn des dritten Winters in der Corona-Pandemie ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) besser als in den Vorjahren. "Es gibt genug Impfstoff und Medikamente gegen die Erkrankung", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Viele Menschen sind geimpft oder waren mit dem Virus bereits infiziert, sodass die Immunitätslage deutlich günstiger ist."

Wieler warb in dem Interview aber erneut für eine Isolation von Infizierten und für das Tragen einer Maske. Inwieweit dies umgesetzt werde, sei zwar letztlich eine politische Entscheidung. Sich bei einer Corona-Erkrankung zu isolieren, bleibe aber wichtig, um andere zu schützen. "Genauso wichtig ist es, dass die Menschen weiterhin Masken tragen, denn auch dadurch bleibt die Zahl der Atemwegserkrankungen im Rahmen."

21:07 Uhr

Vater gab Robert Downey Jr. Drogen, als er sechs Jahre alt war

Robert Downey Jr. war erst sechs Jahre alt, als er das erste Mal mit Drogen in Berührung kam. Sein Vater reichte ihm einen Joint und ließ ihn daran ziehen. Diese und andere Episoden aus seiner Familiengeschichte erzählt der mittlerweile 57-jährige Schauspieler in der Netflix-Doku "Sr.". Genau wie sein Sohn hatte Robert Downey Sr. (1936-2021) zeitweise mit Drogenproblemen zu kämpfen, wie der Filmemacher selbst in der Doku über sein Leben und seine Karriere erzählt.

Jahre später erkannte der Regisseur, dass er "einen schrecklichen, dummen Fehler" gemacht hat, als er seinem Sohn Drogen gab. Das Leben zu Hause habe darin bestanden, "in einer Familie aufzuwachsen, in der alle Drogen nahmen", sagte Downey Jr. Mit acht Jahren soll er drogensüchtig gewesen sein. Der Dokumentarfilm enthält einen Ausschnitt aus einem Interview, offenbar aus den 1990er Jahren, in dem Downey Sr., neben seinem Sohn stehend, über Drogenkonsum zugibt: "Viele von uns machten Sachen und fanden es scheinheilig, unsere Kinder nicht daran teilhaben zu lassen, also haben wir sie mitrauchen lassen. Es war richtig dumm von uns allen, das mit den Kindern zu teilen. Zum Glück ist er noch da."

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20:44 Uhr

Falsche Trauben zu echt - Hersteller ruft Dekoartikel zurück

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Echt oder künstlich? Das sind tatsächlich Deko-Trauben.

(Foto: Steinigke Showtechnic GmbH)

Achtung, Verwechslungsgefahr: Weil sie wie echte Trauben aussehen, ruft ein Dekorationsartikel-Händler seine künstlichen Weintrauben zurück. Wie das Unternehmen Steinigke Showtechnic aus dem unterfränkischen Waldbüttelbrunn (Landkreis Würzburg) berichtete, wurden die grünen und roten Kunsttrauben bundesweit vertrieben.

Die falschen Trauben sind nach Angaben des Unternehmens eigentlich nur als Dekoration beispielsweise für Restaurants gedacht. "Die Artikel sind laut Untersuchung des Gesundheitsamts echten Trauben optisch zu ähnlich, sodass sie insbesondere von Kindern mit echten Früchten verwechselt werden könnten", berichtete der Händler. Beim Verschlucken könne es im schlimmsten Fall zum Erstickungstod kommen. Die Deko-Trauben sollten zurückgegeben werden, der Kaufpreis werde erstattet.

20:17 Uhr

Bargeldobergrenze von 10.000 Euro? Lindner ist dagegen

Bundesfinanzminister Christian Lindner spricht sich gegen eine geplante Bargeldobergrenze von 10.000 Euro in der EU. "Deutschland kann einer Obergrenze für die Barzahlung nicht zustimmen", sagte Lindner am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kolleginnen und Kollegen in Brüssel. Bargeld sei auch ein Ausdruck von Privatsphäre und Datenschutz. Deswegen werde die Bundesregierung sich bei Teilen eines entsprechenden EU-Gesetzespakets gegen Geldwäsche enthalten. Auf Twitter ergänzte der FDP-Chef, es dürfe kein generelles Misstrauensvotum gegenüber Menschen ausgesprochen werden.

Stimmen genug andere EU-Länder zu, könnte das Gesetz allerdings trotzdem durchkommen. Die Europäische Kommission hatte im Sommer 2021 ein Gesetzespaket zur Geldwäschebekämpfung vorgeschlagen.

19:51 Uhr

Hersteller lenkt ein: Schale mit lächelnder Anne Frank wird nicht mehr verkauft

Eine lächelnde Anne Frank mit ihrem Tagebuch in der Hand neben einer Windmühle, Schlittschuhen und niederländischem Pudding: Dass das kein gutes Schalen-Motiv ist, merkt jetzt auch ein Geschirrhersteller aus den Niederlanden. Nach Protesten nahm die Firma die Schale kurzerhand wieder aus dem Verkauf. Die Geschirr-Serie "Holländischer Ruhm" habe positive Erinnerungen an niederländische Szenen und Helden wecken sollen, teilte die Firma Blond Amsterdam mit. Leider sei dieses Gefühl nicht bei allen so angekommen. "Wir finden das sehr ärgerlich und sind schockiert."

"Ein fröhliches Bild von Anne Frank auf einer Kaffeetasse mit dem Thema 'Holländischer Ruhm' ist in der Tat sehr unpassend", reagierte das Informations- und Dokumentationszentrum Israel (CIDI) in den Niederlanden. "Das ist nicht der Kontext, in dem man sich an sie erinnern sollte. Und leider war ihr Schicksal nicht gerade ein Beispiel für 'Holländischen Ruhm'." Die Schale solle besser aus dem Handel genommen werden. Auch in sozialen Medien hatte es massive Kritik gehagelt.

19:33 Uhr

International gesperrt: Eislauf-Wunderkind unter Dopingverdacht gewinnt zweifelhaften Titel

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Walijewa nimmt derzeit an Shows und russischen Wettkämpfen teil.

(Foto: IMAGO/Russian Look)

Die unter Dopingverdacht stehende Eiskunstlauf-Europameisterin Kamila Walijewa hat sich in St. Petersburg den zweifelhaften Titel einer russischen "Sprung-Meisterin" gesichert. Der neuartige Wettbewerb, bei dem ausschließlich Sprünge bewertet werden, gehört zu einer internen Serie für die Läufer aus Russland, die derzeit wegen des Angriffskriegs in der Ukraine international nicht starten dürfen.

  • In Kürze wird sich der Internationale Sportgerichtshof CAS erneut mit der 16-Jährigen beschäftigen. Die Weltantidoping-Agentur WADA hatte den CAS angerufen, weil die russische Antidoping-Agentur RUSADA trotz formeller Aufforderung, den Fall umgehend zu lösen, zu keinerlei Fortschritten gekommen ist.
  • Bei den Olympischen Spielen im Februar in Peking hatte eine Adhoc-Kommission des CAS Walijewa erlaubt, trotz eines zuvor bekannt gewordenen positiven Dopingtests auf das verbotene Mittel Trimetazidin an der Einzelentscheidung teilzunehmen.
  • Nach dem ersten Platz im Kurzprogramm brach das Ausnahmetalent unter dem Druck der Öffentlichkeit in der Kür zusammen und fiel auf Rang vier zurück.

Dieser Beitrag stammt von meinen Kolleg*innen aus dem Sport-Tag. Schauen Sie gerne einmal vorbei.

19:16 Uhr

"Abgrundtief ekelhaft": Anna Wilken wehrt sich gegen Hass nach Bekanntgabe von Schwangerschaft

Influencerin Anna Wilken strahlt vor Glück: Nach mehreren Versuchen ist die 26-Jährige durch künstliche Befruchtung schwanger geworden. Diese freudige Nachricht teilte sie mit ihren Followern auf Instagram - und muss sich dafür auch negative Kommentare gefallen lassen. Nachdem Instagram-Nutzerinnen und -Nutzer sie unter ihrem Posting für die frühe Bekanntmachung - sie befindet sich in der zwölften Woche - kritisiert hatten, weil sie bereits eine Fehlgeburt in einem frühen Schwangerschaftsstadium hatte, schrieb sie in einer Story: "Ich hatte meine letzte Fehlgeburt aufgrund von 2 Trisomien, die unser Baby hatte, aber nicht, weil es vor der 12. Woche Menschen wussten." Es sei "abgrundtief ekelhaft", einem Menschen, der etwas Positives verkünde, Schlechtes zu wünschen, sagte die Ex-Teilnehmerin von Heidi Klums Castingshow "Germany's next Topmodel" in einer weiteren Story.

Wilken lässt ihre Follower schon seit Jahren an Versuchen einer künstlichen Befruchtung teilhaben. Sie hat außerdem Bücher über ihre Endometriose, eine Unterleibserkrankung, geschrieben. Am Sonntag hatte die Influencerin auf Instagram mitgeteilt: "Unsere künstliche Befruchtung hat geklappt. Beim Schreiben dieser Sätze kugeln ein paar Tränen - vor absoluter Freude."

18:51 Uhr

27-Jähriger nach Angriff auf Mädchen in Illerkirchberg unter Tatverdacht

Sie wollten nur zur Schule gehen. Doch als zwei Mädchen am Morgen in Illerkirchberg bei Ulm auf dem Weg dorthin sind, werden sie von einem Mann mit einem Messer attackiert. Eine 14-Jährige erliegt später ihren schweren Verletzungen. Die Polizei hat nach dieser unbegreiflichen Gewalttat schnell einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen 27 Jahre alten Mann, der nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft aus einer benachbarten Asylbewerberunterkunft gekommen und nach der Tat wieder dorthin geflüchtet sein soll. "Als die Polizei diese mit Spezialkräften durchsuchte, traf sie dort auf drei Bewohner, alle Asylbewerber aus Eritrea", hieß es weiter.

Bei dem 27-Jährigen habe die Polizei ein Messer gefunden, das als Tatwaffe in Betracht komme. "Der Verdächtige befindet sich aktuell unter polizeilicher Bewachung in einem Krankenhaus." Die Beamten hätten die beiden anderen Männer mit zur Dienststelle genommen. Die Polizei bat in der Mitteilung darum, "keinen Generalverdacht gegen Fremde, Schutzsuchende oder Asylbewerber allgemein zu hegen oder solchem Verdacht Vorschub oder Unterstützung zu leisten".

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18:21 Uhr

Video: Waschbär attackiert Kind - Mutter schleudert Tier davon

Weltweit ereignen sich die erstaunlichsten Dinge. ntv fasst außergewöhnliche Geschichten für Sie zusammen. Dieses Mal geht es einem angriffslustigen Waschbären an den Kragen und ein gieriges Kamel demoliert ein Autofenster.

17:55 Uhr

Schlecht ausgestattete Bundeswehr: Lambrecht kritisiert ihre Vorgänger

Wegen der Beschaffung von F-35-Kampfjets steht sie momentan selbst in der Kritik. Nun teilt Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht gegen ihre Vorgängerinnen und Vorgänger im Amt aus. Denn bei diesen sieht die SPD-Politikerin die Verantwortung für die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr. "Ich habe diese Probleme bei Amtsantritt vorgefunden", sagte Lambrecht dem "Spiegel". "Was in Jahren und Jahrzehnten versäumt worden ist, kann auch ich nicht im Handstreich wieder in Ordnung bringen." Lambrecht kritisierte, dass die Bundeswehr "über Jahrzehnte heruntergespart worden" sei, nur deswegen gebe es für sie "richtig viel zu tun". Konkret bemängelte Lambrecht, dass in den vergangenen Jahren keine Munition angeschafft worden sei. "Da ist in der Vergangenheit viel zu wenig beschafft worden, sogar Munitionsdepots sind geschlossen worden." Damit, so kündigte die Ministerin an, sei "jetzt Schluss".

Lambrecht konterte in dem Gespräch den Vorwurf, dass sie selbst seit ihrem Amtsantritt vor knapp einem Jahr keine relevanten Beschaffungen für die Bundeswehr eingeleitet habe, mit einem Hinweis auf das Haushaltsrecht. Demnach könne sie erst jetzt, da der Haushalt für 2023 beschlossen ist, erste Verträge für neue Waffensysteme oder Ausrüstung machen. "Damit kann nun ganz viel von dem nachgeholt werden, was in den letzten Jahren versäumt wurde." An diesen Worten wird sie sich messen lassen müssen.

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17:28 Uhr

Düsseldorfer Weihnachtsmärkte wegen "abstrakter Drohung" geräumt

Wegen einer möglichen Bedrohungslage hat die Polizei am Nachmittag alle Weihnachtsmärkte in der Düsseldorfer Innenstadt geräumt. Es habe eine "abstrakte Drohung von außen" gegen die Märkte gegeben, sagte ein Düsseldorfer Polizeisprecher. Die Polizei habe sich deshalb entschlossen, sicherheitshalber die Märkte zu schließen. "Sicherheit muss Vorrang haben." Eine akute Gefahr bestehe jedoch nicht, betonte der Sprecher. Die Räumung der Märkte sei ohne Probleme verlaufen. Die Polizei ist vor Ort.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll ein Anrufer damit gedroht haben, mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Düsseldorfer Rathaus zu rasen. Diese Information ist von der Polizei nicht bestätigt.

Update 20.46 Uhr: Die Polizei gibt Entwarnung. Die Maßnahmen rund ums Rathaus "liefen geordnet ab". Es seien Ermittlungen hinsichtlich einer Straftat "Androhung von Straftaten zur Störung des öffentlichen Friedens" aufgenommen worden.

17:10 Uhr

Landesregierung und Ministerpräsident löschen Twitter-Accounts

EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton droht Twitter mit Abschaltung, sollte sich der Kurznachrichtendienst nicht an europäische Regeln halten. Niedersachsens Landesregierung schafft derweil Fakten. Wegen fehlender Kontrollen gegen Hass und Hetze verlässt Ministerpräsident Stephan Weil die Plattform. "Fehlende Kontrollen und mangelnde Verifizierungen führen bei Twitter zunehmend zu massenhafter Verbreitung von Hass und Hetze, Falschinformationen und Verschwörungserzählungen", teilte die Staatskanzlei in Hannover mit. Der Sprecher der Bundesregierung sagte dagegen auf Nachfrage, dass man noch prüfe, ob die Regierung und Ministerien weiter auf Twitter präsent sein wollten.

Der SPD-Politiker Weil hatte seinen seit acht Jahren bestehenden Account bereits seit Anfang November ruhen lassen. Die neue Twitter-Strategie von Unternehmer Elon Musk sei aber offenbar bewusst darauf ausgelegt, jegliche Kontrolle zu vermeiden und unter dem Deckmantel der "freien Rede" der Verbreitung von "Hatespeech" freien Lauf zu lassen. Das sei für ihn nicht länger hinnehmbar, kritisierte der Ministerpräsident.

17:00 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

16:43 Uhr

Amsterdamer Polizist geht mit Surfbrett auf Verbrecherjagd

Not macht erfinderisch: Auf einem Surfbrett hat ein Amsterdamer Polizist einen mutmaßlichen Einbrecher verfolgt, der mit einem Sprung in einen eisigen Kanal entkommen wollte. Als eine Streife den Tatverdächtigen nach einem Einbruchversuch am frühen Sonntagmorgen kontrollieren wollte, fuhr dieser zunächst mit einem Auto davon, wie die Polizei zu Wochenbeginn mitteilte. Unterwegs stoppte der 32-Jährige und sprang in einen Kanal, um die Verfolger abzuschütteln. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt scheute der Streifenpolizist den Sprung ins Wasser, entdeckte dann aber an einem Anlegesteg ein Surfbrett, mit dem er den Kanal überquerte.

Der Tatverdächtige setzte am anderen Ufer zunächst seine Flucht fort, sprang beim Anrücken weiterer Polizisten aber erneut ins Wasser. Mit Taucheranzügen ausgestattete Beamte setzten den Flüchtigen schließlich fest. Der unterkühlte Mann kam zunächst in eine Klinik und danach in eine, wie die Polizei betonte, warme Zelle. In seinem Auto wurde später Diebesgut aus einem Einbruch gefunden.

16:22 Uhr

US-Verfassung aushebeln? Selbst Republikaner kritisieren Trump

In der Welt von Donald Trump ist noch immer Donald Trump US-Präsident und Joe Biden Wahlverlierer. Aus dieser Einstellung macht der abgewählte Republikaner seit der Wahlnacht 2020 keinen Hehl. Mit seiner jüngsten Forderung, wegen vermeintlichen Betrugs die Verfassung der Vereinigten Staaten auszuhebeln, löst er allerdings auch in eigenen Reihen Empörung aus. Der 76-Jährige hatte am Wochenende auf der Social-Media-Plattform Truth Social behauptet: "Ein massiver Betrug dieser Art und dieses Ausmaßes erlaubt die Aufhebung aller Regeln, Vorschriften und Artikel, auch derjenigen, die in der Verfassung stehen." Trump legte nahe, er selbst solle zum Sieger der Präsidentenwahl 2020 erklärt werden - oder die Wahl müsse wiederholt werden.

Die Demokraten des jetzigen Präsidenten Joe Biden und auch Trump-Kritiker in seiner Republikanischen Partei werteten die Äußerungen als inakzeptabel. Die Republikanerin Liz Cheney schrieb auf Twitter: "Kein ehrlicher Mensch kann mehr leugnen, dass Trump ein Feind der Verfassung ist." Der Republikaner Adam Kinzinger kritisierte in einem Tweet: "Das ist Irrsinn." Wenn der Ex-Präsident dazu aufrufe, die Verfassung über Bord zu werfen, "kann kein einziger Konservativer ihn rechtmäßig unterstützen, und kein einziger Unterstützer kann als konservativ bezeichnet werden".

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15:52 Uhr

"Bedarf an Arschlöchern ist gedeckt": RBB beendet überraschend "Chez Krömer"

Die preisgekrönte Talkshow "Chez Krömer" wird überraschend eingestellt. Die aktuelle Folge mit Comedian Faisal Kawusi, die in einen kleinen Eklat mündete, ist die letzte der Reihe, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mitteilte. In der Sendung mit Kawusi hatte Moderator Krömer das Gespräch mehrere Minuten vor Ende vorzeitig abgebrochen und den stilisierten Verhörraum verlassen. Anschließend sagte er vor den Kameras: "Heute ist der Tag, wo ich glaube (...), dass ich nach Hause gehe und mal gucke, ob ich das Konzept vielleicht noch mal überdenke." Dann stand er auf und ging. Ob dieses Geschehen mit dem Ende des Formats zusammenhängt, ist noch unklar.

"Chez Krömer" endet damit nach sieben Staffeln und 41 Folgen. Gastgeber Kurt Krömer wurde vom RBB mit den Worten zitiert: "Es ist für mich an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer. Mir war klar, dass 'Chez Krömer' kein Format ist, das ewig laufen wird. Dass es am Ende dann doch 41 Folgen geworden sind, hat mich selbst überrascht. Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt."

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15:26 Uhr

Angespannte Klinik-Lage: Kinderärzte sehen Gefährdung von Kindern

"Das ist nicht Panikmache, das ist unser tägliches Leben." Mit drastischen Worten macht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auf die aktuelle Situation in der Kindermedizin aufmerksam. Hintergrund ist die derzeitige Welle an Atemwegsinfektionen, die nach Ansicht von Bundessprecher Jakob Maske gravierende Risiken für die jungen Patienten hat. "Es ist tatsächlich so, dass im Moment die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und auch das Leben ordentlich gefährdet sind", sagte er im Deutschlandfunk.

Maske übte massive Kritik an der Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre, auch unter Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Seine Vorwürfe:

  • Das Gesundheitssystem werde seit Jahren "gegen die Wand gefahren". Bei den Kinder- und Jugendärzten sei extra stark gespart worden.
  • Es seien sehr viele Betten abgebaut worden, weil sich Kinder- und Jugendmedizin nicht lohne.
  • Seit der Übernahme des Ressorts durch Lauterbach werde die Versorgung weiterhin immer schlechter. Das drücke sich genau in diesen Krisenzeiten aus.
  • Die grundsätzliche Krise des Systems sei durch Corona kaschiert worden. Das sei nun aber vorbei. "Wir haben jetzt einen ganz normalen Anstieg, wie wir ihn jeden Winter sehen von Infektkrankheiten - und die Systeme brechen zusammen."

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14:51 Uhr

"Es ist ein schmutziges Spiel": Prinz Harry erhebt schwere Vorwürfe

Holen Sie das Popcorn raus und lehnen Sie sich zurück: Ein neuer Trailer für die Netflix-Dokumentation über Prinz Harry und seine Frau Meghan verspricht maximales Drama. Darin wählt Harry drastische Worte für die Erfahrungen seiner Angetrauten in der Royal Family. "Es ist ein schmutziges Spiel", sagt der 38-Jährige in dem Clip über den Umgang der britischen Medien mit Meghan nach ihrem Eintritt ins Königshaus. Dabei spielt Harry auch auf das tragische Schicksal seiner Mutter Prinzessin Diana an, die 1997 verfolgt von Paparazzi bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam. Er habe Angst gehabt, dass die Geschichte sich wiederhole, sagt der abtrünnige Royal in dem rund einminütigen, mit dramatischer Musik unterlegten Trailer. Aufnahmen von Meghan und Diana, wie beide von Paparazzi-Horden verfolgt werden, werden darin einander gegenübergestellt. Auch der Vorwurf, Rassismus habe bei Meghans Schicksal eine Rolle gespielt, kommt erneut zur Sprache, es ist sogar von einem "Krieg gegen Meghan" die Rede.

Den ersten Teil der Dokumentation mit mehreren Episoden will der Streaming-Riese am 8. Dezember veröffentlichen, die Fortsetzung "Volume II" soll am 15. Dezember folgen.

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14:25 Uhr

2500 tote Tiere am Kaspischen Meer: Behörden suchen Grund für Robben-Massensterben

Im russischen Machatschkala, an der Küste des Kaspischen Meeres, wurden binnen kurzer Zeit rund 2500 tote Robben angespült. Noch ist die Ursache für das mysteriöse Massensterben ungeklärt. Behörden gehen jedoch von einem Krankheitserreger aus. An dem größten Salzsee der Erde werden jedes Jahr viele Kadaver verendeter Robben gefunden. Im Rückblick der vergangenen Jahre ist aber die Rede von Hunderten und nicht - wie jetzt - von Tausenden toten Exemplaren.

14:10 Uhr

Schichtwechsel

Liebe Leserinnen und Leser, meine Kollegin Sabine Oelmann verabschiedet sich in den verdienten Feierabend und kann diesem grauen Dezembertag hoffentlich noch etwas abgewinnen. Bis zum späten Abend begleite ich Sie durch die Nachrichtenwelt. Mein Name ist Friederike Zörner. Bei Anregungen oder Kritik erreichen Sie mich unter dertag[at]n-tv.de

13:56 Uhr

Abschaffung der Sittenpolizei ändert nichts an Forderungen der Iraner

Eine Abschaffung der Sittenpolizei im Iran wird laut Bundesregierung nichts an den Forderungen der iranischen Bevölkerung ändern. Es gehe den seit Monaten im Iran Protestierenden nicht nur um die Auflösung der Sittenpolizei oder die Abschaffung des Kopftuchzwangs, erläutert eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin. Die Menschen wollen "frei und selbstbestimmt" leben.

Der iranische Generalstaatsanwalt Mohammed Dschafar Montaseri hatte am Samstagabend die Auflösung der Sittenpolizei verkündet. "Die Sittenpolizei hat nichts mit der Judikative zu tun und wurde von denen, die sie geschaffen haben, abgeschafft", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Isna in einer Antwort auf eine Frage bei einer Konferenz.

Es sei nun abzuwarten, wie sich diese Ankündigung auswirken werde, erklärte dazu die AA-Sprecherin. Sie wies darauf hin, dass der Generalstaatsanwalt die Sittenpolizei nicht selbst auflösen könne. Eine offizielle Bestätigung für einen solchen Schritt sei ihr bisher nicht bekannt.

13:45 Uhr

Anstieg trans- und homophober Gewalttaten in Berlin

Ausgerechnet in Berlin, wo jeder so sein darf, wie er will! Und deswegen oft in die Hauptstadt zieht, weil es sich hier besser lebt. Dennoch: Die Anzahl trans- und homophober Gewalttaten ist in der Hauptstadt auf einen neuen Höchststand angestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 456 solcher Taten erfasst, wie aus dem am Montag vorgestellten zweiten Monitoringbericht zu trans- und homophober Gewalt in Berlin hervorgeht. Im Jahr 2020 lag die Zahl noch bei 277 Fällen.

Damit setzt sich seit 2014 ein kontinuierlicher Anstieg polizeilich registrierter Straftaten gegen Lesben, Schwule, bisexuelle sowie trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBTIQ) fort. Der ansteigende Trend erstreckt sich sowohl auf Gewaltdelikte als auch auf andere Taten wie Beleidigungen oder Bedrohungen. Er kann dem Bericht zufolge auch als Hinweis auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft interpretiert werden.

Beleidigungen waren zwar 2021 mit 48,5 Prozent der erfassten Taten das am häufigsten angezeigte Delikt. Von insgesamt 456 Straftaten waren jedoch auch 110 Gewaltdelikte im engeren Sinne wie Tötungen und Körperverletzungen - ein Anstieg um 22,2 Prozent. In den Jahren 2019 und 2020 wurden noch jeweils 90 solcher Delikte registriert. Laut Bericht wurde ein Großteil der trans- und homophoben Straftaten in den innerstädtischen Ausgeh- und Wohnvierteln Berlins angezeigt. Fast ein Viertel der Fälle wurde demnach im Bezirk Mitte angezeigt, dahinter folgen Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg.

13:30 Uhr

Steinmeier ruft zu Hilfe für Obdachlose auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, das Problem der Obdachlosigkeit in Deutschland anzupacken. "Es ist mir seit Langem ein Herzensanliegen, dass niemand in unserem Land ohne Dach über dem Kopf leben muss", so Steinmeier in Berlin bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an 15 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger, darunter der Sänger Frank Zander.

Viele von ihnen unterstützten Menschen ohne Obdach. "Aber klar ist: Das Ehrenamt allein kann natürlich nicht alle Probleme lösen, deshalb ist auch die Politik in der Pflicht", sagte Steinmeier. Er nahm die Ordensverleihung am Internationalen Tag des Ehrenamts vor.

13:17 Uhr

"Pinocchio" von Guillermo del Toro: Düsterer, aber wunderbarer Film

Erst kürzlich erntete Disney für seine digital erweiterte Realverfilmung des hauseigenen Zeichentrick-Klassikers "Pinocchio" vernichtende Kritiken. Schon kommt der nächste Film über die berühmte menschliche Holzpuppe, deren Abenteuer erstmals vor rund 140 Jahren in einem italienischen Wochenblatt veröffentlicht wurden. Der mexikanische Erfolgsregisseur Guillermo del Toro hat "Pinocchio" mit viel Aufwand und Liebe zum Detail als emotionalen Stop-Motion-Film inszeniert. Er startet am 9. Dezember bei Netflix.

Für das Projekt tat del Toro sich mit Animationsspezialist Mark Gustafson zusammen, der unter anderem mit Wes Anderson "Der fantastische Mr. Fox" drehte. "Wir waren zuversichtlich, dass unsere "Pinocchio"-Version so radikal anders ist als alle anderen Versionen, die je gemacht wurden, dass es da keine Überschneidungen geben würde."

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Gehaltvoll statt seelenlos: Guillermo del Toros Pinocchio.

(Foto: dpa)

Guillermo del Toro's leicht düsterer Musicalfilm ist näher an Carlo Collodis Geschichtensammlung "Die Abenteuer des Pinocchio", ohne sich davon begrenzen zu lassen. Die Filmhandlung spielt in den späten 1920er Jahren im faschistischen Italien von Ministerpräsident Benito Mussolini. "Die Themen sind Leben, Liebe und Verlust - und Ungehorsam als eine Tugend", so der Filmemacher. Ein klarer Unterschied zu anderen Versionen, in denen Pinocchio lernen muss, sich gut zu benehmen und selbstlos zu handeln. Für den kleinen Bildschirm ist Guillermo del Toros Film beinahe zu schade. "Pinocchio" ist visuell großartig, zutiefst berührend und einfach wunderschön - ein filmisches Meisterwerk.

12:50 Uhr

Zwei Mädchen auf Schulweg angegriffen - 14-Jährige stirbt

Auf dem Weg zur Schule sind zwei Mädchen von einem Mann in Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis) angegriffen und schwer verletzt worden. Sie kamen am Montag in ein Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Weitere Details zu den Mädchen und ihren Verletzungen nannten die Ermittler zunächst nicht.

Der mutmaßliche Täter soll in ein benachbartes Wohnhaus geflüchtet sein. Die Polizei traf in dem Haus auf drei Menschen. "Wir gehen davon aus, dass darunter auch der Täter ist", so ein Polizeisprecher. Der Einsatz mit Hilfe eines Spezialeinsatzkommandos sei abgeschlossen, es gebe keine Gefahr für die Bevölkerung.

Update 15.12 Uhr: Eines der Mädchen ist gestorben. Die 14-Jährige erlag ihren Verletzungen, wie ein Polizeisprecher bestätige. Das andere Mädchen im Alter von 13 Jahren sei schwer verletzt.

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12:13 Uhr

15-Jähriger in Madrid auf offener Straße erschossen

Der Mord an einem 15-Jährigen auf offener Straße hat in Madrid die Sorge vor einer Zunahme der Zusammenstöße zwischen brutalen Jugendbanden verstärkt. Der Minderjährige sei am Sonntag gegen 23 Uhr in Villaverde im Süden der spanischen Hauptstadt erschossen worden. Alle Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. Ein von Schüssen in den Bauch getroffener 21-Jähriger sei zudem schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Umstände des Zwischenfalls seien noch unbekannt, die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen, hieß es. Der Angriff fand auf einer Esplanade des Arbeiter-Viertels Villaverde statt, auf der sich ein Kinderspielplatz und mehrere Tische befinden, wie die Zeitung "El País" berichtet. "Die beiden Opfer saßen an einem dieser Tische, als sie von ihrem Angreifer überrascht wurden."

"El País" spricht von einem "Krieg", dem dieses Jahr nach den Polizei-Ermittlungen vorher schon mindestens vier Jugendliche im Alter 15, 18, 19 und 25 Jahren zum Opfer gefallen seien. Es gebe weitere Morde, bei denen die Ermittlungen noch zu keinem eindeutigen Schluss gekommen seien.

12:00 Uhr

Schlagzeilen zur Mittagspause

11:39 Uhr

Vulkan Stromboli schickt glühende Lava ins Meer

Nach einem Erdbeben auf der italienischen Insel Stromboli müssen Dutzende Bewohner ihre Häuser verlassen. Der gleichnamige Vulkan eruptiert an mehreren Stellen und schüttet Lava und Asche ins Meer.

Der italienische Zivilschutz hat nach den jüngsten Vulkanaktivitäten auf der Insel Stromboli allerdings die Warnstufe erhöht. Die Behörde habe den zweithöchsten Alarm ("orange") ausgegeben. Damit können die Experten den Stromboli genauer überwachen. Die Bevölkerung sei angehalten, den Anweisungen des örtlichen Zivilschutzes auf der Vulkaninsel nördlich von Sizilien zu folgen.

Am Sonntag hatte sich südlich von Stromboli im Mittelmeer ein Seebeben der Stärke 4,6 ereignet, wie das Nationale Institut für Geologie und Vulkanologie (INGV) mitteilte. Aus dem Stromboli ergossen sich danach Asche und Lava, die an den steilen Hängen bis ins Meer rauschten. Der Zivilschutz warnte vor einer 1,5 Meter hohen Welle, und die Behörden auf der Insel machten die Bevölkerung mit Alarmsirenen darauf aufmerksam. Schäden wurden danach allerdings nicht registriert.

Der mehr als 920 Meter hohe Stromboli ist ein sehr aktiver Vulkan und bricht regelmäßig aus. Viele Touristen fahren jedes Jahr vom Festland oder von Sizilien über das Meer zum Stromboli, um sich das nicht ganz ungefährliche Naturspektakel anzusehen.

11:03 Uhr

"Saures Lüngerl": Der fast perfekte Mord an einem Vater

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Der Staatsanwalt fordert lebenslang

(Foto: dpa)

Im Traunsteiner Prozess um den Gift-Mord an einem Pflegebedürftigen fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für die angeklagte Tochter des Mannes. Der Staatsanwalt warf ihr am Montag in seinem Plädoyer am Landgericht niedrige Beweggründe und Heimtücke vor. Der Mann sei das Opfer eines "fast perfekten Mordes" geworden. Laut Staatsanwaltschaft mischte die Frau ihrem Vater Gift in sein Lieblingsessen, saures Lüngerl. Zur Anklage kam es, weil andere Angehörige den Verdacht aufbrachten, der Mann könnte eines nicht-natürlichen Todes gestorben sein. Sie erstatteten Anzeige. Die Leiche wurde daraufhin exhumiert.

Für die ebenfalls angeklagte Tochter der Frau und Enkelin des mutmaßlichen Opfers forderte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft wegen Beihilfe und unterlassener Hilfeleistung. Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer nicht davon aus, dass die beiden Frauen die Tat gemeinsam planten und hielt der Enkelin ein Teilgeständnis zugute. Nach Gerichtsangaben sollte am Montag möglicherweise noch das Urteil fallen.

10:25 Uhr

Lufthansa-Airbus landet sicher mit einem Triebwerk in Luanda

Mit nur einem laufenden Triebwerk ist ein Airbus der Lufthansa außerplanmäßig in Angolas Hauptstadt Luanda gelandet. Zuvor hatte der Pilot das andere Triebwerk der A350-900 abgeschaltet, weil technische Unregelmäßigkeiten angezeigt worden waren, wie das Unternehmen am Montag auf Anfrage berichtet.

Der Zwischenfall hatte sich bereits am Samstag auf dem Flug LH575 von Kapstadt nach München ereignet, bei dem 271 Passagiere an Bord waren. Ein Sprecher wies Berichte zurück, dass das Triebwerk gebrannt habe.

Aktuell sei ein Techniker-Team nach Luanda unterwegs, um das Flugzeug zu überprüfen. Die Sicherheit an Bord sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen. Die Passagiere seien sämtlich umgebucht oder in Hotels untergebracht worden. Das Flugzeug ist mit fünf Jahren vergleichsweise jung.

09:46 Uhr

Peter Handke polarisiert auch mit 80 - und will nicht gestört werden

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Der junge Schriftsteller bummelt 1973 über die Frankfurter Buchmesse.

(Foto: dpa)

Vor dem runden Geburtstag des österreichischen Literaturnobelpreisträgers Peter Handke am 6. Dezember ist es ungewöhnlich ruhig. Keine großen Festveranstaltungen sind geplant, Interviewanfragen lässt er höflich durch seinen Verlag ablehnen. Die Wiener Literaturwissenschaftlerin und Handke-Expertin Katharina Pektor liefert dafür eine Erklärung: "Er schreibt gerade an einem Text und will nicht gestört werden." So rückt der Autor als unablässiger und radikaler Beobachter der Welt wieder in den Vordergrund, nachdem seine umstrittene Haltung zum Balkan-Konflikt jahrelang das öffentliche Interesse dominiert hatte.

Handke war früher wegen seiner radikalen literarischen Sprache und später wegen seiner Schriften zum Balkan als streitbarer, wenn nicht sogar streitsüchtiger Zeitgenosse bekannt. In seinen jüngsten Werken schlägt er hingegen sanftere und inwendige Töne an. So wie in seinem jüngsten Band "Zwiegespräch", den das Burgtheater in Wien am 8. Dezember als Uraufführung auf die Bühne bringt.

Zu Handkes Prosa-Klassikern zählen "Wunschloses Unglück", das er nach dem Suizid seiner Mutter verfasste, sowie "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter". Dieses Buch wurde von Wim Wenders verfilmt, so wie auch "Der Himmel über Berlin", bei dem Handke am Drehbuch mitwirkte. Und dann sind da noch Handkes Schriften zum Jugoslawien-Krieg. In dem Text "Gerechtigkeit für Serbien" beschrieb der Autor 1996 in lyrischer Weise eine Reise in das Nachkriegsland. "Mit dieser poetischen Sicht versucht er auch in seinen Jugoslawien-Büchern wieder einen neuen Blick zu öffnen für die Gemeinsamkeit und dafür, wie man wieder zusammenleben könnte. Aber das ist irgendwie schiefgegangen", sagt Pektor. Denn Literatur sei immer auch politisch.

08:46 Uhr

Sexspaziergang durch Berlin

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"Wir wollten einen Berührungspunkt für die Nachbarn schaffen, die uns sonst nicht hier haben wollen. Auch, weil es in letzter Zeit viel Gewalt gegen uns gab", sagt Emma Pankhurst, die selbst in einem Bordell in der Nachbarschaft arbeitet. Sie heißt nicht wirklich so, sondern nennt sich wie die Frauenrechtlerin aus dem 19. Jahrhundert. Bei der Premiere führt sie kostümiert wie 1880 durch die Stadt.

(Foto: dpa)

Als Brennpunkt und Ausgehviertel ist die Gegend über Berlin hinaus bekannt: Eine neue Audioführung erzählt die Geschichte der Sexarbeit rund um die Kurfürstenstraße in der Hauptstadt. "Der Rundgang ist für alle, die an Berlins Geschichte interessiert sind", sagt Caspar Tate, Sexarbeiter und einer der Kuratoren des Projekts des Vereins Berlinhistory. Die Führung ist in der gleichnamigen kostenlosen App enthalten und geht durch zwölf Stationen im Bülowkiez.

Im chronologischen Spaziergang lernt man etwa das "Eldorado" kennen, das in den 1920er Jahren ein bekanntes "Transvestitenlokal" war. Der Rundgang zeigt die Gegend, die wegen des Straßenstrichs als hartes Pflaster bekannt ist, von einer anderen Seite und öffnet neue Perspektiven zu einem mit vielen Klischees behafteten Thema. Genaue Zahlen, wie viele Menschen ihr Geld mit Sexarbeit in Berlin oder im Bülowkiez verdienen, gibt es nicht. Laut Senatsverwaltung für Gesundheit und Gleichstellung sind in Berlin knapp 1600 Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen angemeldet.

08:29 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen, liebe Lesenden, eine neue Woche bricht an und sie tut sich etwas schwer, es will einfach nicht hell werden. Aber kommen Sie erstmal gut in den Tag. Morgen ist übrigens Nikolaus, vergessen Sie also nicht, heute Abend Ihre Schuhe zu putzen. Bis in den frühen Nachmittag begleite ich Sie durch den Tag. Wenn Sie etwas loswerden möchten, das für ntv.de relevant sein könnte, dann bitte hier entlang dertag@n-tv.de

Was heute wichtig ist:

  • Mit einem Preisdeckel für russisches Erdöl wollen die EU, die G7-Staaten und Australien ab heute Russland im Krieg gegen die Ukraine unter Druck setzen. Alle 27 EU-Mitgliedstaaten erteilten am Wochenende laut EU-Kommission ihre Zustimmung zu einer Preisobergrenze von 60 Dollar pro Barrel für russisches Erdöl, das über den Seeweg transportiert wird.
  • EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton droht Twitter mit Abschaltung, sollte sich der Kurznachrichtendienst nicht an europäische Regeln halten. Bei Missachtung könnten Strafzahlungen verhängt werden.
  • Demonstranten im Iran rufen zu einem dreitägigen Streik auf, der in Protesten bei einem öffentlichen Auftritt von Präsident Ebrahim Raisi am kommenden Mittwoch münden soll. Über soziale Medien wird zu einem Streik der Händler und zu einem dreitägigen Boykott jeglicher wirtschaftlicher Tätigkeiten aufgerufen.
  • Der Westen muss laut Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei Friedensverhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auch auf Sicherheitsbedürfnisse Russlands eingehen. Europa müsse eine neue Sicherheitsarchitektur vorbereiten, so Macron. Er bezieht sich dabei auch auf wiederholte Klagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über die NATO-Erweiterungen.
  • Der ukrainische Generalstaatsanwalt Andrej Kostin sieht verstärkt sexuelle Gewalt durch russische Soldaten im Ukraine-Krieg. "Vor vier Monaten wurden 40 Fälle von sexueller Gewalt registriert. Mittlerweile liegt die Zahl bei mehr als 110 Fällen - Tendenz stark steigend. Aber die Dunkelziffer ist viel höher." Alle Geschlechter und alle Altersklassen seien betroffen, Kinder ebenso wie Alte. Der Wille der Bürger, insbesondere in den besetzten Gebieten, solle gebrochen werden.
  • Auf Malta haben Tausende Menschen gegen geplante Änderungen am strikten Abtreibungsverbot protestiert. Das traditionell katholische Malta ist das einzige Mitgliedsland der EU, das Abtreibung generell verbietet - auch bei Gefahr für Leben oder Gesundheit einer schwangeren Frau.
07:19 Uhr

Kanye Wests Theorie: "Elon Musk ist ein halbchinesischer, genetischer Hybrid"

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Kommt Ye spanisch, äh, chinesisch vor: Elon Musk.

(Foto: dpa)

Wäre es nicht langsam an der Zeit, Kanye West nicht nur von Zeit zu Zeit auf Twitter oder anderen sozialen Kanälen zu sperren, sondern ihn am besten gleich entmündigen zu lassen? Ihn nicht mehr auf seine Kinder loszulassen? Ihn für geschäftsunfähig erklären zu lassen? Bei Britney Spears hat das auch geklappt seinerzeit. Auf Instagram schreibt "Ye", wie er genannt werden möchte: "Bin ich der Einzige, der denkt, dass Elon Musk halbchinesisch ist? Habt ihr je ein Kinderfoto von ihm gesehen? Nehmt ein chinesisches Genie und mixt es mit einem südafrikanischen Supermodel - und heraus kommt ein Elon."

Ein Elon? Ja: "Ich sage mit Absicht "ein Elon", denn sie haben wahrscheinlich 10 bis 30 "Elons" gemacht und er ist eben der erste genetische Hybrid, der funktioniert. Na gut, wir wollen Obama nicht vergessen." Kanye West hatte erst vor Kurzem, nach seinen jüngsten, kruden Ausfällen - "Ich mag Hitler", "Ich liebe Nazis" - und einem Treffen mit Donald Trump, zu dem er andere Verschwörungstheoretiker mitbrachte, für Aufsehen gesorgt.

Wegen Wests antisemitischer Äußerungen haben bereits in den vergangenen Monaten mehrere Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem 45-Jährigen beendet, darunter der deutsche Sportartikelhersteller Adidas, die Modekette Gap und die Luxusmarke Balenciaga. Es ist bekannt, dass West mit psychischen Problemen kämpft.

06:34 Uhr

Sechs Jahre nach Brüsseler Terror-Anschlägen: Gerichtsverhandlungen beginnen

Die erste Bombe explodiert um 7.58 Uhr, wenige Sekunden später eine zweite. Um 9.11 Uhr folgt die dritte und letzte. "Ich war an dem Tag wütend. Dass ich so sterben würde, einfach weil jemand es beschlossen hat, in einer Metro", sagt Christelle Giovannetti. Die 37-Jährige ist eine Überlebende der terroristischen Anschläge in Brüssel am 22. März 2016. Damals töteten drei islamistische Selbstmordattentäter 32 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Von diesem Montag an stehen in der belgischen Hauptstadt die überlebenden mutmaßlichen Täter vor einem Schwurgericht.

Giovannetti saß in der Metro, als islamistische Attentäter im EU-Viertel die dritte Bombe zündeten, einen Waggon weiter. Etwa eine Stunde zuvor hatten andere Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zwei Sprengkörper am Flughafen Zaventem hochgehen lassen. Nun ist sie eine von mehr als 900 Nebenklägerinnen und -klägern in dem Prozess, der vermutlich neun Monate dauern wird. Sie konnte den Waggon verlassen, blieb aber in der Station Maelbeek, um Hilfe zu leisten. Durch den lauten Knall der Explosion wurden ihre Ohren verletzt. Das merkt Giovannetti, die heute als Lehrerin für Erwachsene mit einer Behinderung arbeitet, immer noch. "Ich trage Hörgeräte und habe oft Tinnitus. Lärm macht mir zu schaffen." Louis Vanardois verlor seine Freundin My Atlegrim durch den Anschlag in der U-Bahn. Tagelang suchte er damals die Krankenhäuser ab, in der Hoffnung, sie doch noch zu finden. Dann bekam er von der Polizei die Nachricht, dass Atlegrim zu den Toten gehört. "Ich habe sehr lange gebraucht, um mich davon zu erholen. Und ich glaube, der Prozess ist noch nicht ganz zu Ende", so Vanardois.

Insgesamt sind zehn Männer angeklagt - einer davon gilt als vermisst, möglicherweise in Syrien verstorben. Ihnen wird terroristischer Mord, versuchter terroristischer Mord sowie die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Im September fand bereits eine Voranhörung statt. Unter den Angeklagten sind auch sechs, die bereits im Prozess um die Anschlagsserie in Paris von November 2015 verurteilt wurden - auch der dortige Hauptangeklagte Salah Abdeslam.

06:16 Uhr

Iran ruft zu neuen Protesten und Streiks auf

Aktivisten im Iran haben zu neuen landesweiten Protesten und Streiks aufgerufen. Die sogenannten 14-15-16-Proteste - die Zahlen sind das Datum im persischen Kalendermonat Azar - sollen von Montag bis Mittwoch dauern und insbesondere das islamische System wirtschaftlich treffen. Daher wurden die iranischen Bürger auch aufgerufen, an diesen drei Tagen Einkäufe zu vermeiden, um so jegliche Geldzirkulation im iranischen Bankensystem zu verhindern. Besonders in den wirtschaftlichen Zentren wie Basars in Großstädten sollen möglichst viele Geschäfte geschlossen bleiben.

Vor den dreitägigen Protesten sorgte die Aussage des iranischen Generalstaatsanwalts über die Auflösung der Sittenpolizei für Diskussionen im Land. Einerseits wurde dies als ein Etappensieg für die Frauenbewegung im Iran angesehen. Andererseits jedoch waren sich auch alle einig, dass dieser Schritt ohne eine Aufhebung des über 40 Jahre verhängten Kopftuchzwangs für die iranischen Frauen sinnlos wäre. "Die Auflösung der Sittenpolizei war notwendig, reicht aber nicht aus bis das Gesetz der obligatorischen Kleidervorschrift revidiert ist", so der Kommentar des Politologen Abbas Abdi auf Twitter.

Die Sittenpolizei war der Auslöser der seit über zwei Monaten andauernden systemkritischen Aufstände in dem Land. Mitte September verhafteten die islamischen Sittenwächter die 22-jährige Mahsa Amini, weil unter ihrem Kopftuch angeblich ein paar Haarsträhnen hervorgetreten waren. Amini starb wenige Tage später im Gewahrsam der Sittenpolizei. Seitdem protestieren im Iran Menschen gegen das islamische System und dessen unzeitgemäße Gesetze und Vorschriften.

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