Leben

Torta d’arancia di Steiner Orangenkuchen, der nach Italien schmeckt

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Ist das Kunst oder kann man das essen? Beides!

Nicht mehr lange und wir können in den Urlaub fahren. Wer nicht warten möchte auf das so vermisste italienische Gefühl, der bäckt sich schnell eine Geschmacksexplosion für die heimische Kaffeetafel. Und lernt noch was beim Lesen dieses Textes.

Torta d’arancia - das zergeht doch bereits beim Sprechen auf der Zunge. Sie können das Endergebnis aber auch "Sizilianischer Orangen-Gugelhupf" oder "Orangen-Muffins" nennen. Denn das heutige Rezept lässt sich schwer in Worte fassen, da ich es wie die meisten Rezepte etwas abgewandelt habe. Da ich gerade in Italien bin, liegt die Torta (das Ursprungsrezept aus Sizilien) nahe, aber die Backform, in der ich den Orangenkuchen fertige, könnte nicht heimischer beziehungsweise nicht weiter von Italien entfernt sein: eine Gugelhupf-Form, wie sie meine badische Großmutter schon hatte und wie sie auch für das Elsass so ikonisch ist wie das Straßburger Münster.

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Matthias Steiner liebt es,wenn er ALLES verwenden kann, mit Haut und Haaren, mit Kernen und Schale.

(Foto: msteiner)

Dieses Rezept schafft jeder. Auch, wenn es speziell ist. Und zur Freude meiner Liebsten glutenfrei. Es ist ein würziger, wunderbarer Wonneproppen: Ich liebe es, wenn ich alles verarbeiten kann, wie in diesem Fall. Ein Kuchen mit Haut und Haaren quasi. Die ganze Orangenfrucht wird gekocht, die Schale abgerieben und verarbeitet, die Eier werden maximal genutzt, nämlich Eisteif und der Dotter einzeln, auch das bereitet einem Koch Freude. Zudem muss es schöner, echter, brauner Zucker sein, der mir den Teig und den Tag versüßt.

Und endlich kann ich auch mal diese tollen Erdmandeln verwenden. So ihr deutscher Name. Schöner klingt es in Schwyzerdütsch: Chufas Nüssli! Ein Unterschied wie Tag und Nacht, wie Erich und Enzo. Und nur mal so: Diese Nüssli sind weder Nüsse noch Mandeln. Es sind kleine Knollen an den Wurzeln eines wilden Grases aus Südeuropa und ursprünglich Afrika. Und sie geben mir die Gelegenheit, endlich mal wieder zu schlaumeiern über gutes, gesundes Essen.

Denn die Erdmandeln, die ich als Flocken in die Torta rühre, strotzen nur so vor wohlklingenden, beeindruckenden Ingredienzen. Chufas sind eigentlich kleine Angeber: Sie beinhalten Biotin und Tocopherol, tragen somit zum Schutz der Körperzellen bei. Und ihr Rutin kräftigt Blutkapillare und Gewebe. Ganz nebenbei schleusen sie uns Natrium, Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Zink, Mangan und Phosphor in den Körper – und das alles bei köstlichem Geschmack. Besser gehts nicht, denken Sie? Na, dann setze ich noch eins drauf - Erdmandeln/Chufasflocken binden in der glutenfreien Küche (die bekanntlich das Problem mit dem Mangel an Kleber hat) den Teig und verfügen über eine natürliche Süße, die zudem zuckersenkend wirkt. Wenn das kein Megafood ist!

Wenn Sie möchten: Man kann sie (manchmal als "Tigernuss" getarnt) im Reformhaus auch als ganze Knolle (etwa haselnussgroß) kaufen, als leckeren Snack. Schmeckt nussig und auch Menschen, die mit Histaminen Probleme haben und daher auf Nüsse verzichten müssen, haben ihre helle, gesunde, eiweißreiche Freude daran.

Zutaten

6 Eier

400 g brauner Zucker

2 gehäufte EL Mondamin

4 gehäufte EL Erdmandelflocken

400 g gemahlene Mandeln (naturbelassen)

4 Bio Orangen

2 Bio Limetten

1 Vanille Schote


Das war jetzt ein langer Ausritt zum kleinsten Bestandteil meines heutigen Rezeptes, zugegeben, aber das hat es eben in sich und das Wissen über diese kleine Knolle besteht über das Haltbarkeitsdatum meines Gugelhupfs hinaus. Der sollte übrigens innen schön saftig sein, dadurch hält er sich eh gut. Die Orangennote sollte würzig vorschmecken, also keine Angst vor dem Abrieb der Schale und dem ausgekochten Sud. Falls Sie Muffins machen, denken Sie an die zu verringernde Garzeit – der Holzstab-Test ist auch hier ein verlässlicher Freund.

Beamen Sie sich mit diesem köstlichen "Dolce" nach Italien, nach Baden oder ins Elsass, ganz egal, in jedem Fall taugt die Torta d’arancia für eine kleine Auszeit, für die Sie nur Ihren Gaumen als Plattform brauchen.

Zubereitung

Für 6-8 Personen

Zubereitungszeit 2 Stunden

Von 2 Orangen und 1 Limette mit dem Sparschäler Streifen schälen und davon mit dem Messer feine Zesten schneiden, diese in 50 g Zucker und 150 ml Wasser 15 Minuten kochen.

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Schlagsahne kann, muss aber nicht sein. Ist aber furchtbar fein!

(Foto: sfranzmann)

Die Orangen und die Limetten 45 Minuten in 1/2 Liter Wasser gar kochen.

Die gekochten Orangen und Limetten mit dem Zauberstab pürieren.

6 Eigelbe mit dem Zucker, Mondamin, Érdmandelmehl, Vanillemark und den gemahlenen Mandeln vermengen.

Jetzt die zu Eischnee geschlagenen Eiweiße unterheben.

Zum Schluss die Masse in die Backformen füllen, mit den Zesten garnieren und im vorgeheizten Backofen bei 160 Grad die Muffin 45 Minuten und den Gugelhupf 1 Stunde 15 Minuten backen.

Quelle: ntv.de

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