Leben

Gedanken der Generation Greta Wir würden gern die Welt retten

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Leider ernst gemeint ...

(Foto: imago images / Müller-Stauffenberg)

Vom Klimawandel ist die ganze Menschheit betroffen. Einige Politiker behaupten jedoch, der sei erfunden. Oder ist die Lage so schlimm, wie viele behaupten? Der 16-jährige n-tv.de Schülerpraktikant Jonathan aus der Generation Greta hat sich mal Gedanken gemacht.

Lang andauernde Hitzerekorde, dann wieder wolkenbruchartige Regenfälle und anschließende Dürre - am Wetter merken wir am ehesten, dass eventuell etwas nicht stimmt mit unserem Klima, mit unserer Umwelt, mit unserer Art zu leben. Und ja, man kann wohl mit ziemlicher Sicherheit sagen: Die Lage ist tatsächlich schlimm! Dieser Ansicht bin natürlich nicht nur ich, Jonathan, Schüler der 10. Klasse eines Berliner Gymnasiums, diese Meinung vertritt auch der Klimaforscher und Gründer des ''Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK)'', Hans Joachim Schellnhuber, der über 25 Jahre an der Spitze der Einrichtung Ziele zur Minimierung des Ausstoßes von Treibhausgasen entwickelt hat. Ob die Ziele schnell genug erreicht werden können, erscheint ihm fraglich, sagte er in einem Interview mit dem "Deutschlandfunk" anlässlich seiner Pensionierung. Schellnhuber, der den Klimawandel schon mal mit einem Sonntagskrimi verglich - "weil er irgendwo ganz am fernen Horizont auftauchte und man das noch mit einem wohligen Gruseln betrachten konnte" - glaubt grundsätzlich jedoch daran, die Zivilisation CO2-frei stellen zu können.

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Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger im Mai 2019 bei der "Austrian World Summit"-Konferenz in Wien.

(Foto: imago images / SKATA)

Viele Menschen - und darunter immer mehr junge Leute meines Alters - fragen sich vielleicht aber immer noch, welche negativen Einflüsse der Ausstoß von Treibhausgasen eigentlich auf das Klima hat. Hier die Kurzversion: Durch die Produktion und Verwendung von Kohle, Erdöl und Erdgas werden so viele Treibhausgase ausgestoßen, dass sich die Atmosphäre langsam aufheizt. Dieser Prozess hat verheerende Folgen, wie zum Beispiel das Schmelzen der Gletscher, den Anstieg des Meeresspiegels, mehr Dürreperioden, schlimme Unwetter sowie Stürme und starke Überschwemmungen. Und jede dieser Katastrophen zieht weitere Konsequenzen nach sich.

Mal abgesehen davon, dass die Menschen meiner Generation und unsere Kinder und Kindeskinder zum Beispiel nicht mehr auf die Malediven fliegen könnten. Weil sie einfach im Meer versunken sind beziehungsweise weil das Meer sich durch den Anstieg des Meeresspiegels einfach über die Inseln gestülpt hat, die Bewohner müssten dann flüchten. Die Zahl an Menschen auf der Flucht würde weiterhin rasant ansteigen. Außerdem würden weitere Umweltkatastrophen wie Tsunamis und Stürme viele Menschenleben fordern. Zuletzt würden durch die Klimaschwankungen viele Pflanzen und Tiere aussterben, da sie nur bei einem bestimmten Klima überleben können. Das dürfen wir nicht zulassen. Und deswegen ist es auch völlig unverständlich, dass es Menschen gibt, die sich komplett gegen die Aktionen von Greta Thunberg aussprechen. Man muss ja nicht alles toll finden, was die junge Aktivistin macht und darf in Frage stellen, ob ihr momentaner Segeltörn wirklich sinnvoll ist. Dass es jedoch Menschen gibt, die sich "I hate Greta" auf ihren SUV kleben, ist vollkommen unverständlich. 

Einfach mal die Welt retten

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Greta Thunberg ist momentan immerhin die bekannteste, engagierteste und motivierteste Person, die aktiv etwas gegen den Klimawandel unternimmt - und davon sollten wir uns alle eine Scheibe abschneiden. Die erst 16-Jährige ist die Gründerin der Organisation ''Fridays for Future'', die jeden Freitag in vielen verschiedenen Ländern durch Schülerstreiks darauf aufmerksam macht, dass man den Klimawandel stoppen muss. Und nein - wir gehen da nicht nur hin, um die Schule zu schwänzen. Wir gehen da hin, weil wir etwas bewegen wollen. Mittlerweile hat Greta großen Einfluss auf Millionen von Schülern auf der ganzen Welt, die mit ihr streiken. Wir wollen uns auch nicht mehr vorwerfen lassen, dass wir - die Generation der jetzigen Schüler und Studenten - nichts tun. Unsere Eltern und Großeltern waren demonstrieren - gegen Atomkraftwerke oder für ein buntes Deutschland - und wir würden nun, ganz bescheiden, sehr gern die Welt retten.

Nicht nur Schüler übrigens, sondern auch berühmte Personen wie Arnold Schwarzenegger hören dem Mädchen aus Schweden aufmerksam zu. Der ehemalige Bodybuilder und Schauspieler gründete vor langer Zeit ebenfalls eine Umweltorganisation, die den Klimawandel thematisiert: ''R20- Regions of Climate Action'' heißt seine Organisation. Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger haben sich inzwischen kennen gelernt - und Arnold ist nicht der einzige Promi, den sie auf ihrer Liste hat, auch Barack Obama hat ihr bereits zugehört.

Was kann Deutschland tun? Was kann ich tun?

Fakten zum Klimawandel

- Jährlich werden in Deutschland rund 160 Millionen Tonnen CO2 durch Braunkohlekraftwerke produziert.

- Zu viel CO2 in der Atmosphäre führt zu höheren Temperaturen.

- Steigt das Klima um zwei Grad, dann hätte das verheerende Folgen für die Erde.

-  Laut der Zeitschrift "nature" verändert sich das Klima so schnell, dass dies das sechste Massenaussterben auslösen könnte.

- Alleine der Mensch ist verantwortlich für den Klimawandel.

Aber nicht nur wir Schüler, auch viele andere Leute sind der Meinung, dass unser Land mehr gegen den Klimawandel tun könnte, vor allem, da Deutschland eines der wenigen Länder ist, das die finanziellen Mittel dazu hätte. So haben sich erst kürzlich rund 30 Klimaaktivisten an den Zaun des Kanzleramtes gekettet, um Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Welt zu zeigen, dass sofort etwas unternommen werden muss. Selbst die Bundeskanzlerin räumte ein, dass Deutschland den Klimawandel bisher nicht ernst genug genommen hat und es sollen verstärkt Maßnahmen ergriffen werden: Bis zum Jahr 2050 soll Deutschland klimaneutral sein. Auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher sagte, dass alle 16 Bundesländer "sehr energisch" gegen den Klimawandel handeln wollen. Es gäbe zum Beispiel die Möglichkeit, Energie aus Wind, Sonne und Biomasse zu produzieren, sodass alte Kraftwerke geschlossen werden könnten, da vor allem die Braunkohlekraftwerke zu viel CO2 produzieren. Die deutsche Bundesregierung hat erklärt, dass Deutschland bis spätestens 2038 aus der Braunkohleproduktion aussteigen wird. Das ist für einen 16-Jährigen eine Ewigkeit hin - ich wäre dann Mitte dreißig - aber es ist ein Anfang!

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Rund 30 Leute ketteten sich als Protest gegen den Klimawandel an den Zaun des Kanzleramtes.

(Foto: imago images / Christian Mang)

Und was kann jeder einzelne gegen den Klimawandel tun? Das fragen sich viele Leute und fühlen sich gleichzeitig machtlos. Man muss klein anfangen, jeder Schritt zählt- und sei es nur, dass man bestimmte Strecken mit dem Fahrrad und nicht mit dem Auto fährt. Oder weniger Fleisch isst oder die Urlaubsreise mit dem Zug statt mit dem Flugzeug unternimmt. Wenn wir alle uns an diese Vorgaben halten würden, dann könnten wir nicht nur ein Vorbild für andere sein, sondern auch selbst einen großen Schritt in Richtung "Stoppt den Klimawandel" machen.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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