Essen und Trinken

Zart, elegant, delikat Matthias Steiner verführt die Pawlowa

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Das alles brauchen Sie für eine Pawlowa.

(Foto: msteiner)

Die Pawlowa. Natürlich ist mein heutiges Rezept weiblich. Die Pawlowa ist nämlich Verführung pur, sie ist zart, elegant, delikat, und sie sieht zauberhaft aus. So wie ihr Vorbild, die göttliche Anna Pawlowa, die zur Jahrhundertwende der Ballett-Welt den Kopf verdreht hat. Vor mehr als hundert Jahren wurde eigens für diese zarte Meistertänzerin der "sterbende Schwan" inszeniert, jenes weltbekannte und unvergessene Solo. Sie war Russin, lebte in Berlin und London - aber auf der anderen Seite der Erde hat man ihr zu Ehren (sie tourte in Neuseeland und Australien zu jener Zeit) diese wundervolle Süßspeise kreiert.

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Die Pawlowa kommt ohne Mehl aus - aber nicht ohne Dehnungsübungen!

(Foto: imago/ZUMA/Keystone)

Mit dem Pawlow’schen Hund, also der Entdeckung der Konditionierung bei unseren Lieblings-Vierbeiern, hat dies nichts zu tun - doch kann man mit meinem Dessert uns Zweibeinern ebenso das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen wie damals der Verhaltensforscher Pawlow bei seinem Hund.

Die Pawlowa kommt ohne Mehl aus und mit verhältnismäßig wenig Zucker. Sie basiert auf einem Baiser-Boden und hat somit auch eine Menge Eiweiß zu bieten - ich bin also quasi ganz im Trend mit diesem Rezept. Wenn Sie jetzt noch irgendeine Superfood-Frucht darauf betten würden (Acai oder Goji-Beere etc), wären Sie ein Mega-Trendsetter. Ich rate Ihnen jedoch unbedingt zum klassischen Belag aus roten Beeren (Heidelbeeren sind ja auch Super-Food!). Es klappt auch mit grün-gelben Früchtchen (Mango, Gold-Kiwi, Pfirsich) sehr gut. Je nach Saison.

Wichtig ist das Abschmecken und da darf - das ist der Herkunft aus "Down Under" geschuldet - das "Lemon Curd" nicht fehlen. Dies ist eine sehr britische Angelegenheit und gibt dem Ganzen den feinen Pfiff, das Frisch-Zitronige. "Lemon Curd" kann man natürlich auch selbst herstellen, aber wenn Sie es im Delikatess-Geschäft Ihres Vertrauens einkaufen, ist das völlig ausreichend.

Zutaten

6 Eiweiße

250 g Puderzucker

1 Prise Salz

1 gehäufter Teelöffel Maisstärke

1 Teelöffel Weißweinessig

½ L Sahne

Saft von ½ Zitrone

250 g Heidelbeeren

250 g Brombeeren

700 g Erdbeeren

150 ml Lemon Curd

1 Esslöffel Creme de Cassis

Achten Sie auf die Zutatenliste, dass kein Palmöl oder Margarine versteckt wurden. Und natürlich dürfen die Zitronen-Zesten (der Abrieb) nicht fehlen.

So bekommen Sie mit wenig Aufwand ein echt beeindruckendes Dessert hin. Unbeschreiblich weiblich - eine Pawlowa eben. Auf dass Ihnen und den Gästen das Wasser im Mund zusammen läuft.

Beeren-Baiser-Torte a la Anna Pawlowa

Rezept für 8 Personen

1 Stunde Backzeit, 2 Stunden Ruhezeit

Zubereitung

Die Schüssel für die Eiweiße mit Zitronensaft abreiben, dann die Eiweiße mit dem Rührgerät steif schlagen.

Im letzten Moment den Puderzucker und die glattgerührte Masse von Essig und Maisstärke unterrühren.

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Da könnte man sich auch schon so reinlegen ....

(Foto: msteiner)

Auf einem Backpapier mit einem großen Teller (ca. 33 cm) einen Kreis zeichnen. In diesem Kreis die Eiweißmasse ausstreichen und in der Mitte eine Kule bilden.

Jetzt in den bei 140 Grad vorgeheizten Backofen den Boden bei 130 Grad 1 Stunde backen.

Dann bei geschlossenen Tür und ausgeschaltetem Ofen zwei Stunden trocknen.

Die Beeren in einer Pfanne mit dem Lemon Curd leicht erhitzen aber nicht kochen und mit der Creme de Cassis abschmecken und sofort abkühlen.

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Am liebsten mit klassischen Waldfrüchten!

(Foto: msteiner)

Kurz vor dem Servieren die Sahne schlagen. Den Baiserboden auf einer Tortenplatte anrichten, mit der Sahne bestreichen und mit dem Beerenkompott so trocken wie möglich belegen.

Den Beerensaft extra in einer Sauciere servieren. Ihre Gäste werden vor Verzückung den sterbenden Schwan geben, warten Sie's ab!

Quelle: ntv.de