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Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug? Wie man das beste Reisemittel auswählt

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Das Flugzeug ist eine Umweltsünde. Aber es ist schnell und verhältnismäßig günstig. Stimmt das?

(Foto: picture alliance / Federico Gamb)

Flugreisen sind günstig und schnell, aber eine Umweltsünde. Bahnfahrten sind umweltfreundlich, dafür teuer und ständig zu spät: So lauten einige gängige Vorurteile. Doch was stimmt und welches Verkehrsmittel ist die beste Wahl für den Urlaub?

Das Auto ist laut einer Erhebung des Deutschen Reiseverbands (DRV) von 2017 das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel deutscher Urlauber, dicht gefolgt vom Flugzeug. Weit abgeschlagen und fast gleichauf liegen Bus und Bahn. Im Vergleich mit den Zahlen der vergangenen Jahre zeigt sich zudem: Das Flugzeug wird immer beliebter.

Dabei ist das Fliegen die Umweltsünde Nummer eins unter den Reisemitteln. Eigentlich dürfte jeder Mensch jährlich nur 2,3 Tonnen CO2 ausstoßen, wenn die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 nicht mehr als zwei Grad betragen soll. Das hat die Klimaschutzorganisation Atmosfair ausgerechnet. Wer gerne mit dem Flugzeug verreist, wird es schwer haben, diesen Wert nicht zu überschreiten. Ein Beispiel: Wer von Frankfurt nach Dubai fliegt, verbraucht laut Atmosfair hin und zurück 2,9 Tonnen CO2. Zum Vergleich: Wer ein Jahr lang insgesamt 12.000 Kilometer Auto fährt, verbraucht 2 Tonnen.

Also einfach auf Bus und Bahn umsteigen und schon hat man in puncto Umweltverträglichkeit die beste Wahl getroffen? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn wenn man die Verkehrsmittel in Bezug auf Umweltverträglichkeit miteinander vergleicht, muss man immer den jeweiligen Auslastungsgrad des Fahrzeugs mit einrechnen. Je besser Bus, Bahn und Co. besetzt sind, desto mehr verbessert sich die CO2-Bilanz pro Person. Während in einem Auto durchschnittlich 1,5 Personen sitzen, es also zu 30 Prozent ausgelastet ist, ist die Bahn mit durchschnittlich 42 Prozent ausgelastet, wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) berichtet. Der Reisebus schneidet wiederum wegen seiner vergleichsweise hohen Auslastung noch besser ab als die Bahn.

Ist aber das Auto voll besetzt, kann die Fahrt damit sogar klimaverträglicher sein als mit der Bahn. Wer sich indes für das Flugzeug entscheidet, schadet dem Klima besonders. Flugzeuge stoßen Emissionen in großen Höhen aus, dort richten sie noch erheblichere Schäden an als am Boden.

Doch die Fahrt mit Bus, Bahn und Auto dauert immer so lange, das Flugzeug ist dagegen unschlagbar schnell. Ist das tatsächlich so? Was die reine Reisezeit im Flugzeug betrifft, sicherlich schon. Allerdings müssen Reisende auch immer erst zu den - meist außerhalb gelegenen - Flughäfen gelangen. Das dauert. Noch mehr Zeit geht bei Check-In, Sicherheitskontrolle und dem Warten am Gepäckband drauf. Und in der Regel liegt das gebuchte Hotel auch nicht direkt neben dem Flughafen, sondern muss wiederum erst noch erreicht werden.

Was Urlauber ebenfalls verleitet, eine Flugreise zu buchen oder mit dem Auto zu verreisen, ist der scheinbar günstige Preis. Doch bei genauerem Hinsehen sind die Kosten dann doch erheblich. Denn beim Auto darf nicht nur das verfahrene Benzin berechnet werden. Hinzu kommen Wertverlust, Betriebskosten und Kosten für Wartung und Reparatur. Jeder gefahrene Kilometer kostet laut VCD zwischen 40 und 60 Cent.

Auch Fliegen kann schnell teuer werden. Denn vor allem bei Billig-Airlines müssen jede Menge Extra-Gebühren wie Sitzplatzreservierung und Gepäckkosten mit eingerechnet werden. Die Bahn wirkt indes auf den ersten Blick recht teuer. Wer sich aber rechtzeitig für die Reise mit dem Zug entscheidet, kann von Sparpreisen profitieren.

Bei der Entscheidung, welches Reisemittel man nutzen sollte, sollte man also viele Faktoren bedenken. Wer unbedingt nach Thailand möchte, kommt dort am besten mit dem Flugzeug hin, aber tut sicherlich nicht viel für die Umwelt. Wer sich als Norddeutscher für einen Urlaub in den Alpen entscheidet, kann sich immerhin überlegen, wie er nicht nur kostengünstig, sondern auch möglichst umweltfreundlich ans Ziel kommt. Der VCD hat zumindest für die Strecke Berlin - Frankfurt den direkten Vergleich gemacht. Wer ein Sparpreisticket ergattert, kommt kostenmäßig am besten mit der Bahn weg. Auch in puncto Schnelligkeit steht die Bahn auf Platz eins. Den geringsten CO2-Ausstoß schafft man allerdings mit dem Reisebus, wo man bei einer Fahrzeit von rund 10 Stunden wiederum Sitzfleisch beweisen muss. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Quelle: n-tv.de

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