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"Zu viel nackte Haut" Altkanzler Schröder hat Ärger mit Linkedin

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SPD-Politiker Gerhard Schröder musste kurzzeitig um sein LinkedIn-Profil fürchten.

(Foto: imago images/photothek)

Solche Erfahrungen machen sonst nur It-Girls - jetzt muss sich auch Gerhard Schröder für zu viel Freizügigkeit mit Netz rügen lassen. Allerdings ist der Anlass wesentlich harmloser als vermutet. Auch deshalb stellt Schröder die Verwarnung von Linkedin zur Debatte.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder muss um seinen Account bei der Social-Media-Plattform Linkedin fürchten. Der Grund: Ein Beitrag, den der SPD-Politiker gepostet hatte, verstoße gegen die Statuten des Unternehmens. Darin werde "zu viel nackte Haut" gezeigt. "Ich habe schon manche politische und mediale Kontroverse erlebt - da überrascht mich eigentlich wenig", kommentierte Schröder die Verwarnung in einem Linkedin-Post. "Doch das ist auch für mich eine neue Erfahrung."

Das Unternehmen habe ihn aufgefordert, den beanstandeten Beitrag wieder zu entfernen. Andernfalls drohe die Sperrung seines Accounts. Schröder ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. "Es ging um ein Video der Staatlichen Museen zu Berlin, die mich anlässlich des 100. Geburtstags von Helmut Newton interviewt hatten", so Schröder. Newton ist als Fotograf besonders für seine großflächigen Akte bekannt geworden. Einige Bilder sind auch im Beitrag zu sehen.

Schröder findet das nicht anstößig, wie er in seiner Wortmeldung klarstellt. Es seien "selbstbewusste, unbekleidete Frauen, die Helmut Newton abgelichtet" habe, so der 76-Jährige. Für ihn sei das Kunst, die man auch öffentlich präsentieren dürfe. Seinen Fall stellte er in der Linkedin-Community zur Diskussion und postete dazu "eine geschnittene Zusammenfassung" des ursprünglichen Videos, das er wegen der Verwarnung nicht mehr zeigen könne.

Eingriff in Freiheit der Kunst

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In den Kommentaren waren vor allem Aufforderungen zu lesen, die gesetzliche Lücke bei der Definition von Nacktheit in der Kunst zu schließen. "Die Beschneidung der Freiheit der Kunst war ja in sozialen Medien schon öfter Stein des Anstoßes", schrieb ein Nutzer. Ein anderer kritisierte, dass von Unternehmen grundlegende Freiheitsrechte nicht eingeschränkt werden dürften.

Newtons "Big Nudes", überlebensgroße Frauen in martialischer Nacktheit, gelten als fotografische Ikonen, sind aber auch umstritten. Neben seinen Modeaufnahmen und den Aktfotografien sind Newtons Porträts bekannt. Oft mit kleinen Ausschnitten, scheinbar ohne viel Aufwand geschossen. 2003 vermacht Newton der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin sein Werk, seine Newton-Stiftung bespielt damit das Fotomuseum.

Quelle: ntv.de, jug/spot

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