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"Game of Thrones"-Finale Die Rache der Frauen

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Im Ringen um den Iron Throne haben plötzlich Frauen gute Chancen.

(Foto: HBO)

Serienfans müssen heute ganz stark sein: Für ein knappes Jahr ist erstmal Schluss mit "Game of Thrones". Bevor es in die Pause geht, bricht das Format erstmals mit seinem etabliertesten Grundsatz und liefert den Zuschauern alles, was sie sich gewünscht haben.

Will man heute mit einem Seriendrama punkten, dann muss man vor allem eins beachten: Den Erwartungen der Zuschauer ist unter keinen Umständen zu entsprechen. In der Welt von "Game of Thrones" ist kaum etwas vorhersehbar. Die Helden sterben, die Schurken überleben, Moral wird gebrochen, doch auch Gewalt verfehlt ihr Ziel.

Am Ende der Geschichte von "Game of Thrones" allerdings - und das wird aller Voraussicht nach die achte Staffel der Serie beschließen - muss sich ein neuer Herrscher niederlassen auf dem Iron Throne. Und so werden die Macher der Show den Erwartungen ihrer Fans doch schließlich entsprechen. Mit der sechsten Staffel, die sich in der vergangenen Nacht beim amerikanischen Sender HBO mit fulminantem Finale verabschiedete, haben sie schon mal vorgebaut.

! Achtung Spoiler !

Mit Blick auf die kommende Staffel mussten zum Finale der sechsten erst einmal eine Handvoll Charaktere abdanken, deren Geschichte auserzählt schien. Die Geschwister Tyrell konnten sich nicht retten - sie gingen gemeinsam mit dem High Sparrow und seiner Gefolgschaft in Flammen auf. Der Kinderkönig Tommen gab sich selbst auf, Walder Frey fand sein gerechtes Ende und mit Daarios erzwungenem Abgang, steht nun endgültig außer Frage, mit welcher Konsequenz Daenerys ihre Prioritäten gesetzt hat.

Womit bei "Game of Thrones" bis vor wenigen Folgen wohl niemand gerechnet hat: Es sieht ganz danach aus, als würden Frauen über die Zukunft der Seven Kingdoms entscheiden. Nach Cerseis Krönung werden King’s Landing, Dorn und Highgarden von Frauen regiert und mit Daenerys und Yara sind es ebenfalls Frauen, die sich anschicken, die Iron Islands und den Rest von Westeros zu beherrschen. Klar, Jon Snow ist nun King of the North, doch ohne Sansa moralisch fragwürdige Intervention wäre der Sieg über Haus Bolton, ohne die flammenden Worte Lyanna Mormonts die Unterstützung der Häuser des Nordens undenkbar gewesen.

Die Rache der Frauen

Die sechste Staffel "Game of Thrones" ist die Staffel der Rache der Frauen. Cersei lässt nicht nur ihre Peiniger und weite Teile der Stadt, die sie verraten hat, in die Luft gehen, sondern liefert auch eine ganz besondere Feindin lustvoll dem vielleicht furchterregendsten Mann des Kontinents aus. Arya serviert ihrem Feind die eigenen Kinder, bevor sie ihm die Kehle durchschlitzt, und Sansa wirft den ihren seinen Hunden zum Fraß vor.

Die derzeit größte Aussicht darauf, das Ringen um den Iron Throne für sich zu entscheiden, hat wohl aber die Allianz, die mit einer mehr als eindrucksvollen Flotte Kurs auf den umkämpften Kontinent nimmt. Daenerys, Yara, Olenna, Ellaria Sand und ihre Töchter wollen nicht nur das Unrecht rächen, das ihren Familien zugestoßen ist. Sie wollen eine Welt erschaffen, die besser ist als die, die ihre männlichen Vorfahren ihnen hinterlassen haben. Ihr Plan sieht kein taktisches Heiraten vor und auch keine Intrigen. Sie alle wollen kämpfen. Was da auf Westeros zuschippert, ist ein Versprechen: Das Warten auf die siebte Staffel "Game of Thrones" wird sich lohnen.

Die neuen Folgen "Game of Thrones" sind nach der US-Ausstrahlung abrufbar über Sky.

Quelle: ntv.de