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"Game of Thrones" geleakt Jetzt können nur noch Monster herrschen

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Es gab mal eine Zeit, in der das Schicksal von Westeros in der Hauptstadt King's Landing entschieden wurde. Vermutlich werden jedoch weder Margaery Tyrell (2.v.r.) noch Cersei Lannister (r.) das "Game of Thrones" gewinnen.

(Foto: Helen Sloan/HBO)

Mit "Game of Thrones" ist es ein bisschen wie mit den "Harry Potter"-Filmen: Die Serie hat eine derart große Fangemeinde, dass jede neue Staffel ein Erfolg werden muss. Doch der Sender hat Pech. Vier Folgen werden vorab online veröffentlicht. Was nun?

Hypes sind eine gefährliche Sache, für Fans in der Regel vor allem enttäuschend. So intensiv wie der neuen Staffel der HBO-Serie "Game of Thrones" entgegengefiebert wurde, musste sie beinahe enttäuschen, aber dann kam alles anders. In der ersten Folge von Staffel fünf gab es einen Mord, eine Trauerfeier und Drachen - als besonderes Schmankerl für Internet-Freigeister danach außerdem Folge zwei, drei und vier zum illegalen Download. Beinahe die Hälfte der Zehn-Folgen-Staffel wurde geleakt.

Irgendwie bleibt zunächst aber alles beim Alten. Der Eiserne Thron, von dem aus der fiktive Kontinent Westeros beherrscht werden könnte, ist umkämpft. Wie für das Format üblich, werden die Geschichten der Hauptpersonen und Königskandidaten getrennt voneinander erzählt. Es eint sie nun jedoch der Kampf gegen all das, was vielleicht schon immer ihr Schicksal war.

Die Macht der Verstoßenen

Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) bleibt die Tochter eines Königs, dessen Vermächtnis in Wahnsinn verpuffte, Jon Snow (Kit Harington) der uneheliche Sohn eines enthaupteten Herrschers und Tyrion Lannister (Peter Dinklage) der zum Tode verurteilte Zwerg, dessen Geburt die Mutter nicht überlebte. Sie stehen als Beweis dafür, dass sich elterliche Macht nicht immer auf die Kinder überträgt. In einer Fernsehserie mit unzähligen toten Hauptcharakteren haben sie als Außenseiter überlebt. Die Macht, die sie sich selbst erkämpft haben, wird ihr prominenter Stammbaum später stärken - sofern er ihnen nicht vorher das Genick bricht.

Wo vier Staffeln "Game of Thrones" den Einfluss der mächtigen Adelsfamilien geschwächt haben, verlangt Staffel fünf nach neuen Bündnissen. Im Norden plant Stannis Baratheon mit Unterstützung der Nachtwache um Jon Snow ein Bündnis mit den verfeindeten Wilden jenseits der Mauer. Unter mediterran anmutender Sonne versucht Eunuch Varys (Conleth Hill) den selbstmitleidigen Tyrion von einem Treffen mit der kampfeslustigen Daenerys zu überzeugen, dessen Familie die junge Frau in die Knie zwingen will.

"Die Zukunft ist scheiße"

Für den Sender HBO ist "Game of Thrones" eine Erfolgsgeschichte. Es ist eines der beliebtesten Fernsehformate weltweit. Vollgepackt mit vielen kleinen Geschichten und unerwarteten Wendungen weiß das Fantasy-Epos zu unterhalten. Einzig eine einzelne Folge zu beurteilen bleibt schwierig, weil die Handlungsstränge immer nur angeschnitten werden und über die neun Wochen Sendezeit so in Wahrheit kaum Raum bekommen. Publikumsliebling Arya Stark (Maisie Williams) beispielsweise hat es mit ihrer Storyline überhaupt erst in Folge zwei geschafft. Eigentlich ist "Game of Thrones" eine Show, die nach einer Gesamtveröffentlichung im Netflix-Stil verlangt.

Staffel fünf muss jetzt zeigen, ob sie so gut ist, dass all die, die bis zum Abend bereits die Folgen eins bis vier online geguckt haben, in vier Wochen wieder einsteigen. Wie eigentlich schon immer stimmt die Aufmachung, den Charakteren mangelt es an Komplexität.

"Alle guten Herrscher sind tot", erklärt Kriegerin Brienne of Tarth (Gwendoline Christie). "Und der Rest sind Monster." Da hat sie wohl nicht ganz Unrecht. Die Protagonisten von "Game of Thrones" sind mit Hinrichtungen, Vergewaltigungen und anderen Grausamkeiten allesamt nicht zimperlich. Vielleicht liefern die neuen Folgen Perspektiven jenseits von Tyrions Fatalismus. Der meint nämlich: "Die Zukunft ist scheiße - genau wie die Vergangenheit."

Die fünfte Staffel "Game of Thrones" ist auf Sky Go zu sehen - zunächst auf Englisch. Ab 27. April strahlt Sky die Folgen auf Deutsch aus.

Quelle: n-tv.de

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