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Ihm drohen 175 Jahre Haft Julian Assange heiratet im Gefängnis

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Die Braut kam nach der Trauung im silbernen Hochzeitskleid aus dem Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Wikileaks-Gründer Assange droht ein Prozess wegen Spionagevorwürfen. Das hält ihn nicht davon ab, seine Partnerin im Hochsicherheitstrakt zu heiraten. Die Hochzeitstorte muss die frisch vermählte Braut allerdings alleine anschneiden.

Der seit rund drei Jahren in London inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange hat seine langjährige Partnerin Stella Moris geheiratet. "Sie sind jetzt Mr. und Mrs. Assange", sagte Assanges Bruder, Gabriel Shipton, nach der Trauung. Ob die Frischvermählte künftig auch offiziell den Nachnamen ihres Mannes führen wird, ist noch unklar.

Die Braut kam nach der Trauung im silberfarbenen Hochzeitskleid aus dem Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, wie ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete. "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin sehr glücklich und sehr traurig", sagte sie, nachdem die Anwältin vor Reportern eine dreistöckige Hochzeitstorte angeschnitten hatte. "Ich wünschte, er wäre hier", fügte sie mit Blick auf ihren Bräutigam hinzu, mit dem sie nach der Trauung lediglich kurz ein wenig Zweisamkeit genießen konnte.

Das Paar hatte während Assanges jahrelangem Botschaftsasyl in der Vertretung Ecuadors in London zwischen 2012 und 2019 zusammengefunden - die beiden haben zwei Kinder. Nach Angaben von Unterstützern waren bei der standesamtlichen Trauung nur vier Gäste und zwei Trauzeugen zugelassen.

Die von Assange und Moris lange geplante Hochzeit ist überschattet von der Ablehnung eines Berufungsantrags beim Supreme Court gegen die Auslieferung des gebürtigen Australiers an die USA. Das oberste britische Gericht hatte eine Berufung in der vergangenen Woche als unzulässig abgewiesen. Nun liegt die Entscheidung bei Innenministerin Priti Patel. Die US-Justiz will Assange wegen Spionagevorwürfen den Prozess machen. Dem 50-Jährigen drohen dort bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft.

Quelle: ntv.de, smu/dpa

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