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TV-Herbst der Superhelden Nach "Gotham" kommt "Flash"

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Grant Gustin ist "The Flash", der schnellste Mann der Welt.

(Foto: Twitter/CW_TheFlash)

Drei Comic-Adaptionen schaffen es in diesem Herbst ins Fernsehen. Darunter ist "The Flash", der Mann, der schneller rennt als alle anderen. Und der ganz anders als die meisten Superhelden ist; nämlich erfrischend wenig einsam.

Flash ist nicht Batman oder Wolverine und deswegen auch bei Weitem nicht so bekannt, aber das könnte sich bald ändern. Barry Allen, der Held, der zum Über-Sprinter wird, kann bereits auf 60 Jahre Comic-Geschichte zurückblicken. Der Sender CW hat seiner Geschichte im Fernsehen ein Format gegeben. In der vergangenen Nacht lief in den USA die erste Folge.

"The Flash" ist ganz anders als das Batman-Prequel "Gotham" und wird sich auch von der dritten Comic-Premiere im Herbst, "Constantine", absetzen. Die Show ist nicht düster. Ihr Held ist klug und wird geliebt - bevor und nachdem er seine Kräfte erlangt. Das erlaubt ihm, auf erfrischende Art unbedarft zu sein, ohne spöttisch zu wirken. Attraktiv ist Barry Allen natürlich trotzdem. Ihn verkörpert Grant Gustin, der zuvor mit "Glee" über TV-Bildschirme  flimmerte. Jetzt ist er also Flash.

Vom Blitz getroffen

Barry ist Forensiker. Seine Mutter ist bei der Explosion eines Teilchenbeschleunigers gestorben, sein Vater sitzt zu Unrecht wegen deren Mordes im Gefängnis. Und er ist "The Flash". Als Superheld ist er der schnellste Mann der Welt, nachdem er bei einem Unfall vom Blitz getroffen wurde.

In der Pilotfolge entdeckt Barry Allen seine Kräfte und - ganz im Gegensatz zu "Gotham" - es geht auch gleich zur Sache. "The Flash" hat Power und zwar viel davon. Barry zischt als gelber Blitz durch die Gegend, die Welt sieht er in Zeitlupe. Barry stoppt ein fahrendes Auto, Barry tut dies, Barry tut jenes. Jedenfalls tut sich etwas.

Als hätte bei den Machern der Show jemand erkannt, dass die ganze "Superhelden-ohne-Superkräfte"-Sache langsam auch irgendwie durch ist, darf Barry gleich einen Banküberfall verhindern. Sein Kontrahent ist dabei kein gewöhnlicher Bösewicht, er kann das Wetter kontrollieren.

Flash ist kein Helden-Klischee

Leider muss auch Barry lernen, dass mit der neu gewonnenen Macht Verantwortung wartet - die alte Comic-Klatsche. Er muss sich in die Frau verlieben, die er nicht haben kann. Die übersehen, die ihn will. Der Versuch, dem Charakteren ernsthaft Tiefe zu verleihen, schlägt bei "The Flash" leider völlig fehl. Vermutlich wird es dieses Defizit sein, was verhindern wird, dass aus der guten Show jemals eine großartige wird.

"The Flash" ist weder eine anspruchsvolle noch eine ungewöhnliche Comic-Adaption und deswegen für eingefleischte Fans vielleicht etwas enttäuschend. Die bleiben dann doch besser bei "Gotham". Aber "The Flash" macht Spaß - auch, weil der Protagonist der Show einmal nicht einsam sein muss. Zu oft schon ist die Rache der Nerds zum Mythos stilisiert worden, in dem ein Einzelgänger die Welt nur durch Isolation und Geheimhaltung retten kann. Traurig wie Batman? Frustriert wie Spiderman? "The Flash kommt ohne aus. Ein paar weniger klischeehafte Dialoge und die Show könnte einige Staffeln Zukunft haben.

Quelle: ntv.de

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