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Johnny Rottens Frau ist dement Sex-Pistols-Sänger ist jetzt Vollzeit-Pfleger

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Für immer Punk: Johnny Rotten alias John Lydon.

(Foto: imago images / Pacific Press Agency)

Als Punk-Ikone ließ Johnny Rotten einst all seiner Wut, Frustration und Aggression freien Lauf. Die Attitüde hat sich der frühere Sänger der Sex Pistols auch mit 64 noch bewahrt. Doch sein privates Schicksal lässt ihn nun auch nachdenkliche Töne anschlagen. Seine Frau leidet an Alzheimer.

Als Frontmann der legendären Punkband Sex Pistols schmetterte er dem Establishment einst Songs wie "God Save The Queen" oder "Anarchy In The UK" entgegen. Doch heute wird Johnny Rotten, der mit bürgerlichem Namen John Lydon heißt, anderweitig gebraucht. Er kümmert sich rund um die Uhr um seine Frau Nora Forster. Diese leide an einer Alzheimer-Erkrankung, verriet Lydon nun dem "Daily Mirror".

"Nora hat Alzheimer ... ich bin ihr Vollzeitpfleger", erklärt Lydon. Er wolle nicht, dass jemand an ihrem Kopf herumspiele. "Für mich ist die richtige Person immer noch da. Die Person, die ich liebe, ist jede Minute jeden Tages noch da - und das ist mein Leben. Es ist bedauerlich, dass sie Dinge vergisst, aber tun wir das nicht alle?"

"Permanenter Kater"

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Mit den Sex Pistols schrieb er Musikgeschichte.

(Foto: Imago)

Lydon vergleicht Forsters Zustand mit einem "permanenten Kater". Es werde "schlimmer und schlimmer. Teile ihres Gehirns speichern weniger und weniger Erinnerungen und plötzlich verschwinden manche Teile komplett." Zugleich versichert er, immer für seine Frau da sein und sie niemals in einem Pflegeheim unterbringen zu wollen.

Forster und Lydon leben in Los Angeles. Sie hätten teure Experten zurate gezogen, als sich die Situation immer weiter verschlechtert habe, erklärt der Musiker. Von den Sachverständigen scheint er allerdings nicht allzu viel zu halten. Doch immerhin hätten sie ihm erklärt, sie seien beeindruckt, dass seine Frau nicht auch ihn bereits vergessen habe.

"Ich bin stinksauer"

Auch zu seiner Situation in der Corona-Krise äußert sich Lydon in dem Interview. "Ich befinde mich so oder so in Isolation, da ich ihr Vollzeit-Pfleger bin. Ich muss nicht vor die Tür gehen und Kontakte mit Arschlöchern haben", erklärt der 64-Jährige nach wie vor mit Punk-Attitüde. Eigentlich seien in diesem Jahr Auftritte mit seiner Band Public Image Ltd. geplant gewesen. Dass sie abgesagt werden mussten, ist für Lydon auch alles andere als erfreulich. "Ich habe nichts verdient, also bin ich stinksauer. Mir ist egal, für wie kommunistisch du dich halten magst. Ich sage dir: Ohne einen Penny in der Tasche funktioniert nichts."

Lydon und die 15 Jahre ältere und aus Deutschland stammende Forster kamen bereits in den 70er-Jahren zusammen, als der Brite mit den Sex Pistols die Musikwelt aufmischte und zur Subkultur-Ikone wurde. Der Frage, ob die beiden ein Ehepaar sind, wich Lydon in der Vergangenheit stets aus. Es gilt jedoch als sicher, dass er und Forster schon seit Ende der 70er-Jahre verheiratet sind.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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