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Kim Kardashian und ihr Mini-Ich Wenn die Tochter die Mutter kopieren muss

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Seit ihrer Geburt steht North West im Rampenlicht.

(Foto: REUTERS)

Kim Kardashian zeigt gerne, was sie hat. Und dazu gehört nun einmal auch ihre Familie. Um die Zusammengehörigkeit abseits des Nachnamens zu demonstrieren, trägt sie gerne Partnerlook mit Tochter North. Dabei ist das völlig unnötig.

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War nicht schön, ist nicht schön: Britney Spears und Justin Timberlake.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der Partnerlook wird allgemein meistens belächelt und irgendwie sieht es auch peinlich aus, wenn zwei erwachsene Individuen dasselbe tragen. Das prominenteste Beispiel für ein missglücktes Pärchenoutfit liegt 15 Jahre in der Vergangenheit, ist aber immer noch als Jeans-Unfall auf dem Roten Teppich in den Köpfen präsent. 2001 erschien das damalige Musikerpaar Justin Timberlake und  Britney Spears zu den American Music Awards im Jeans-Look von Kopf bis Fuß. Das war weder damals schick noch heute. Aber es war ihre Art zu sagen: Wir haben diesen Partnerlook freiwillig ausgewählt, um zu zeigen, dass wir zusammengehören.

Anders verhält es sich bei den aktuellen Beispielen, die nicht mehr nur Paare betreffen. Immer mehr Star-Mütter passen die Kleidung ihrer Kinder an den eigenen Look an. Manche Medien sprechen milde vom "Twinning" (abgeleitet vom englischen Twin, was Zwilling bedeutet) oder vom perfekten Familienoutfit. Doch muss das wirklich sein? Sind Kinder das neue Accessoire?

"Ich und mein Mini-Ich"

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Während früher die Moderegel galt: Schuhe und Handtasche müssen stets aufeinander abgestimmt sein, gilt heutzutage: Das familiäre Zusammengehörigkeitsgefühl erstreckt sich nicht mehr nur auf die Gene, sondern auch auf die Kleidung und die muss perfekt zusammenpassen.

Zuletzt demonstrierte Kim Kardashian den Einheitslook, als sie zum Konzert ihres Ehemannes Kanye West in Begleitung ihrer Tochter North West erschien - beide Damen in einem Discokugel-Kleid. Dass die Dreijährige abends in den New Yorker Madison Square Garden geht, um ihren Papa auf der Bühne zu sehen, ist sicherlich noch akzeptabel. Aber warum muss North West ein ähnliches Kleid tragen wie ihre Mutter? Die Antwort liefert Kardashian selbst: "Ich und mein Mini-Ich", lautet die Bildunterschrift ihres Instagram-Fotos.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass das Mädchen zum modischen Accessoire der Mutter mutiert. Auf der Fashion Week in Paris im Jahr 2014 erschien Kim Kardashian in einem Ganzkörperanzug aus schwarzer Spitze. Die zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alte North trug passend zur Mama das identische Outfit im Miniformat. Schon damals diskutierten Medien, ob es wirklich nötig sei, eine Einjährige in einen durchsichtigen Spitzen-Body zu stecken.

Süß oder übergriffig?

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Der Mutter-Tochter-Look ist eine Modeerscheinung, die man neuerdings immer häufiger in prominenten Familien beobachten kann - ob bei Alessandra Ambrosio, Beyoncé oder Tamara Ecclestone. Aber auch jeder Nicht-VIP kann bei diversen Onlinehändlern mittlerweile passende Kleidung für Mutter und Tochter bestellen. Internetforen quellen über vor Beiträgen zum richtigen Shop für den Mutter-Tochter-Look. Erklärt wird jedoch nicht, warum das eigene Kind die Kopie des eigenen Selbst sein soll.

Das Argument jener, die das "Twinning" mögen, ist simpel: Es sieht einfach niedlich aus. Dabei ist es bereits in der menschlichen Natur veranlagt, Kinder niedlich zu finden - unabhängig von ihrer Kleidung. Möglicherweise geht es also eher darum, die Mütter niedlich zu finden. Denn diese nutzen ihre Kinder bewusst, um sich in den Fokus zu rücken.

Natürlich ist es ein normaler Drang, dass Kinder sich gerne als Erwachsene verkleiden, Klamotten, Make-up und Schuhe der Eltern ausprobieren. Und eben dieses Verb ist das Stichwort: Das Kind entscheidet selbst, was es ausprobieren möchte. Es sollte nicht seiner Individualität entmachtet werden, indem es in ein Kleidungsstück gesteckt wird, deren Hauptaufgabe es ist, sich nicht farblich mit dem der Mutter zu beißen.

Spätestens als Heranwachsende möchten sich die meisten Kinder bewusst von ihren Eltern distanzieren und das geschieht nicht selten über das Ausdrucksmittel Mode. Möglicherweise gelingt es North West, sich im Teenageralter vom Einheitlook mit ihrer Mutter loszusagen und ihre eigene Individualität zum Ausdruck bringen zu dürfen. An der einzigartigen Verbindung zwischen Eltern und ihrem Kind wird das nichts ändern.

 

Quelle: ntv.de