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"Sing meinen Song" - Runde drei Ein unnormaler Abend

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Rapper MoTrip rührte Ilse DeLange zu Tränen.

(Foto: TVNOW / Markus Hertrich)

Berührende Momente unter der Sonne Südafrikas: Für die "erfolgreichste Country-Sängerin Europas" ziehen Lea, MoTrip, Max und Co einen Melancholie-Trumpf nach dem anderen aus den Ärmeln.

Sie ist die große Unbekannte auf der "Tauschkonzert"-Couch. Dabei hat Ilse DeLange in ihrer Musikkarriere schon wesentlich mehr erreicht als die meisten anderen "Sing meinen Song"-Kandidaten. Unzählige Male thronte die blonde Niederländerin in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf dem heimatlichen Charts-Thron. Nahezu alle ihre Alben erreichten Platin-Status. Und da war ja auch noch der beeindruckende zweite Platz beim ESC 2014 unter dem The-Common-Linnets-Banner ("Calm Before The Storm").

Trotz ihres Erfolgs flog die Sängerin mit dem Faible für poppige Country-Sounds in Deutschland meist unter dem Radar. Das soll sich nun endlich ändern. Im fernen Südafrika, dort wo sich alljährlich Deutschlands Pop-Elite gegenseitig adelt, soll das musikalische Fundament von Ilse DeLange in Millionen deutsche Wohnzimmer getragen werden.

Country und Hip-Hop auf Augenhöhe

Hoodie-Fetischist MoTrip hofft, „dass sich Country und Hip-Hop auf Augenhöhe treffen.“ Nach einer aufwühlenden Melange aus Rap und Pop ("Miracle") klopft dem "LL Cool J aus Aachen" nicht nur Buddy Max Giesinger anerkennend auf die Schultern. Tränen fließen. Ilse vergräbt bereits nach der ersten Nummer völlig aufgelöst die Hände im Gesicht.

Schnell ist das Wort des Abends gefunden. "Unnormal" sei das alles, resümiert Lea, nur um kurz darauf in puncto Emotionen noch eins draufzusetzen "The Great Escape"). Gastgeber Michael Patrick serviert gar noch einen Melancholie-Nachtisch ("Love Goes On") hinterher, ehe Spaßmacher Nico Santos "unnormal krassen" (O-Ton Ilse DeLange) englisch-spanischen Charts-Pop aus der Hüfte schwingt und den kurzzeitig über Bord gegangenen Passagier namens gute Laune wieder zurück ins Boot holt.

"Mir ging es nie darum, ein Star zu werden"

Der perfekte Zeitpunkt für private Anekdoten offenbart eine Künstlerin mit bodenständigen Werten und einer zutiefst geerdeten Attitüde. "Mir ging es nie darum, ein Star zu werden", sagt Ilse DeLange. Die mit zwei großen Brüdern aufgewachsene Label-Inhaberin und Festival-Chefin ("Tuckerville") verfiel nicht dem gängigen Musikertraum von Ruhm und Reichtum, sondern dem von einem Leben umgeben von Dur und Moll.

Es sind berührende Geschichten, die der sympathischen Sängerin immer wieder ans Herz gehen und "unnormale" Erinnerungen wecken. Jan Plewka nimmt den Ball auf und macht aus großen Visionen große Kunst. "Man muss die Träume retten", sagt der Selig-Chef. Das Sound-Chamäleon in der Runde buddelt ganz tief im Johnny-Cash-Archiv ("Where Dreams Go To Die") und präsentiert sich wieder einmal als wandelbarer Klangpoet.

Die Gläser klirren

Max Giesinger würde gerne die hellste Rakete des Abends zünden. Schlussendlich reicht es mit der hymnischen Vertonung des ESC-Hits "Calm Before The Storm" aber nur zu einem soliden Mittelfeldplatz. Macht aber nichts. Weder Max noch die anderen Kandidaten lassen sich die Stimmung vermiesen. Nach dem feierlichen "Song des Abends"-Kniefall (MoTrip triumphiert bereits zum zweiten Mal) und einer "unnormal" lange Gruppenumarmung lassen alle nochmal die Gläser klirren. Auf die liebe Ilse! Und darauf, dass jetzt auch in Deutschland jeder ihren Namen, ihre Geschichte und ihre Musik kennt.

"Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" läuft immer dienstags um 20.15 Uhr bei Vox und ist auch bei TVNOW abrufbar.

Quelle: ntv.de