Politik

Reaktionen der Politiker "Damn!"

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(Foto: REUTERS)

Der Brexit schickt eine Schockwelle durch das politische Europa – vor allem Vertreter der etablierten Parteien zeigen sich enttäuscht. Jubel kommt dagegen von rechts.

Sigmar Gabriel: Der Vizekanzler und SPD-Chef reagiert bitter enttäuscht auf die sich abzeichnende Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt. "Damn! (Verdammt) Ein schlechter Tag für Europa", twitterte er.

Wolfgang Schäuble: Europa müsse nach dem "Brexit"-Votum der Briten für einen EU-Austritt zusammenhalten, fordert der Bundesfinanzminister. "Wir respektieren den Ausgang des britischen Referendums. Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht", sagte Schäuble in Berlin. "Europa wird jetzt zusammenstehen. Gemeinsam müssen wir das Beste aus der Entscheidung unserer britischen Freunde machen."

Heiko Maas: Auch der Bundesjustizminister will aus dem Brexit das Beste für Europa machen. Nach dem "schwarzen Freitag" müsse nach vorne geschaut werden: "Was jetzt in EU zählt: Mut statt Depression, junge Generation in Großbritannien nicht allein lassen", twitterte der SPD-Politiker.

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Manuela Schwesig: Die Familienministerin von der SPD ruft dazu auf, die Entscheidung der Briten zu respektieren: "Wir brauchen ein besseres Europa, das sich mehr den Menschen zuwendet."

Volker Kauder: Der Fraktionsvorsitzende der CDU kündigte eine Sondersitzung des Bundestages in der kommenden Woche an. "Nun müssen wir ruhig und besonnen nachdenken, wie sich die EU weiterentwickeln soll." Die Entscheidung bedeute einen Rückschlag für das geeinte Europa. Aber gerade jetzt müsse alles daran gesetzt werden, das Vertrauen in die EU zu festigen. "Dieser Tag muss Ansporn sein, Europa zu stärken, auch wenn ein Mitglied die EU verlässt."

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Sahra Wagenknecht: Die Fraktionschefin der Linkspartei macht den Zustand der EU für das Brexit-Votum mitverantwortlich. "Brexit zeigt: Brüsseler Konzern-Lobbykratie hat Rückhalt der Menschen verspielt", erklärte sie via Twitter. "Europa muss sich ändern oder wird zerfallen." Ihre Partei forderte einen "Neustart der EU".

Beatrix von Storch: Die Vizeparteichefin der Alternative für Deutschland (AfD) fordert EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentschef Martin Schulz zum Rücktritt auf. "Die Europäische Union ist als politische Union gescheitert", sagt sie.

Thorsten Schäfer-Gümbel: Der SPD-Vize erklärte: "Unfassbar dieses Ergebnis! Ein Desaster für Großbritannien und Europa."

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Jean-Marc Ayrault: Das Ergebnis sei traurig für Großbritannien, twitterte der französische Außenminister. Europa bestehe fort, "aber es muss reagieren und das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen."

Sebastian Kurz: Österreichs Außenminister sieht nach dem Brexit großen Veränderungsbedarf bei der EU. Wenn eines der größten EU-Mitgliedsländer aus der EU austrete, könne "kein Stein auf dem anderen bleiben", sagte Kurz am Freitag im Ö1-Morgenjournal des ORF. Es sei nötig, dass sich die EU schnell neu aufstelle, wenn sich ein solches Referendum nicht in einem anderen EU-Land wiederholen solle.

Donald Trump: Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner begrüßt den Brexit. "Eine Trump-Regierung verspricht, die Bindungen in Handel, Kultur und gegenseitiger Verteidigung mit einem freien und unabhängigen Britannien zu stärken", schrieb er auf Facebook.

Geert Wilders: Der Chef der rechtspopulistischen niederländischen Partei für die Freiheit fordert ein EU-Referendum auch in seinem Land. "Bye bye Brüssel", jubelte er angesichts des Vorsprungs für das Brexit-Lager in Großbritannien auf Twitter. "Und die Niederlande werden die Nächsten sein!"

Marine Le Pen: Von einem "Sieg der Freiheit" sprach die Chefin von Frankreichs rechtsextremer Front National. "Wie ich es seit Jahren fordere, brauchen wir jetzt dasselbe Referendum in Frankreich und in den Ländern der EU."

Donald Tusk: "Es ist ein dramatischer Tag für die Europäische Union", sagte der Präsident des Europäischen Rates. "Es ist ein historischer Moment. Aber es ist kein Moment für hysterische Reaktionen. Ich möchte allen versichern, dass wir auf dieses negative Szenario vorbereitet sind. Heute kann ich im Namen der verbleibenden 27 Regierungschef sagen, dass wir entschlossen sind, unsere Einheit aufrecht zu erhalten."

Martin Schulz: Der Präsident des Europaparlaments erwartet nach dem Referendum für einen Brexit einen schnellen Beginn der Trennungsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU. Eine "Hängepartie über Jahre" sei im Interesse keiner der beiden Seiten, sagte Schulz am Montag im ZDF. Schulz gab dem britischen Premierminister David Cameron eine Mitschuld an der Niederlage der EU-Befürworter. Cameron habe "große Verantwortung auf sich geladen".

Alexander Graf Lambsdorff: Der Vizepräsident des Europaparlaments hat ebenfalls Cameron persönlich für den Ausgang des Brexit-Referendums verantwortlich gemacht. "Man kann nicht zehn Jahre lang auf Europa herumhacken und dann darauf hoffen, in sechs Wochen alles zu drehen. Die Wähler haben ein Gespür dafür", sagte der FDP-Politiker im ZDF.

Elmar Brok: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament hat den Ausgang des Brexit-Referendums als "Warnschuss" für die 27 anderen EU-Mitgliedsländer gewertet. "Wir müssen endlich ein Europa bauen, das liefert, was die Bürger von Europa erwarten", sagte Brok am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Das muss ein Warnschuss sein an die nationalen Regierungen.

Reinhard Bütikofer: Der europäische Grünen-Chef erwartet nach dem Brexit-Referendum eine drastische Verschärfung der ohnehin schon schwierigen Lage der EU. "Der 23. Juni wird als tiefschwarzer Tag in die Geschichte Europas eingehen", sagte der EU-Abgeordnete. Die populistische Anfechtung werde weitergehen und nur überwunden werden, wenn Europa schnell konkrete Ergebnisse liefere.

Sarah Palin: Die erzkonservative US-Politikerin Sarah Palin hat das Brexit-Votum Großbritanniens begrüßt. "Froh, dass der Brexit sich durchgesetzt hat!", schrieb sie auf Facebook.

Marion Le Pen: Die Enkelin von Jean-Marie Le Pen und Abgeordnete des rechtsextremen Front National in der französischen Nationalversammlung twitterte nur ein Wort: "Victory."

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/rts/AFP

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