Ratgeber

Einige blubbern mit Schadstoffen Diese Classic-Mineralwässer sind gut

imago79885430h.jpg

Jedes zweite Mineralwasser wird insgesamt mit "sehr gut" und "gut" bewertet.

(Foto: imago/Ulrich Roth)

Die Zeiten, in denen hierzulande reflexartig zum Bier gegriffen wurde, sind passé. Es sei denn, es läuft Fußball. Ansonsten löschen die Deutschen ihren Durst massiv mit Mineralwasser. Was die verschiedenen Marken taugen, hat Öko-Test mit einem Schluck aus den Pullen mit Kohlensäure herausgefunden.

Deutschland lebt mittlerweile gesund - und trinkt Mineralwasser. Bei den derzeitigen Temperaturen dürften es sogar noch ein paar Liter mehr sein als gewöhnlich. Allein im vergangenen Jahr wurden hierzulande im Schnitt erstaunliche 150 Liter pro Kopf getrunken. Noch erstaunlicher ist nur, dass in Deutschland noch mehr Kaffee getrunken wird. Nämlich noch mal 12 Liter mehr pro Kopf und Jahr. Aber auch der soll ja doch gesund sein.

Nur nicht so erfrischend, womit wir wieder beim Mineralwasser wären. Genauer bei solchem, welches mit Kohlensäure versetzt ist, also Sprudel oder Classic. Und anlässlich der derzeitigen Hitze hat Öko-Test seinen erst für Donnerstag geplanten Testbericht vorgezogen, um schon heute einen erfrischenden Schluck aus der Pulle zu nehmen. Oder genauer: 53 Mineralwässer wurden genauestens unter die Lupe genommen.

Mehr als Regenwasser

Zunächst einmal stellen die Tester fest, dass Mineralwasser Regenwasser ist, welches durch Gesteinsschichten bis zur Quelle gereist ist. Es muss aus "vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen" stammen, also "ursprünglich rein" sein. Abfüller dürfen es deshalb kaum aufbereiten, sagt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Auf dem Weg in die Tiefe kann das Wasser neben Mineralien aber auch giftige Substanzen aufnehmen, etwa Arsen, Uran und Bor. Zudem können Pestizide auf den Äckern versickern, sich auf der Reise nach unten zu Abbauprodukten zersetzen und so auch in Quellen wiederfinden. Öko-Test hat die Wässer deshalb von Laboren auf all solche Problemstoffe prüfen lassen.

Ergebnis: Jedes zweite Mineralwasser wird insgesamt mit "sehr gut" und "gut" bewertet. Allerdings sind einige Wässer im Test auch mit Arsen, Uran, Bor, aber auch Pestizid-Resten oder Süßstoffen belastet. Außerdem kritisieren die Tester unnötige Plastik-Einwegflaschen. Damit fallen vor allem die Discounter auf. Mit "Apollinaris Classic" fällt aber nur ein einziges Mineralwasser im Test gänzlich durch (ungenügend).

In elf getesteten Mineralwässern wurden Pestizidmetaboliten nachgewiesen, Abbauprodukte von Spritzgiften. Sie wirken nicht mehr wie die Pestizide, zeigen aber an, dass diese einmal im Einsatz waren. Vor allem Reste von Unkrautvernichtungsmitteln trüben die Reinheit. Am meisten davon steckt im "Justus Brunnen Spritzig" (ausreichend).

Unbedenklich zugreifen können Durstige dann aber auch bei vielen Marken, wie etwa "Adelholzener Classic", "Bad Liebenwerda Spritzig", "Christinen Spritzig", "Bio, Original Selters Classic", "Gerolsteiner Sprudel") - alle "sehr gut".

Abgesehen von dieser kleinen Auswahl zeigt sich Öko-Test einmal mehr spendabel und gibt einen aus. Das Testergebnis aller Wässer gibt es gratis hier. Allerdings sind einige der genannten Mineralwassersorten nicht bundesweit erhältlich, sondern eher quellnah regional.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema