Ratgeber
Finanztip empfiehlt den MSCI World oder MSCI All Countries World Index (ACWI) für die Geldanlage.
Finanztip empfiehlt den MSCI World oder MSCI All Countries World Index (ACWI) für die Geldanlage.(Foto: imago/Westend61)
Mittwoch, 06. Juni 2018

Tenhagens Tipps: In welche ETFs sollte das Geld?

Indexfonds boomen. Für Kleinanleger sind sie bequemer und deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Um erfolgreich zu investieren, sollte aber auch hier auf die richtige Auswahl der ETFs geachtet werden, wie Finanztip-Chef Tenhagen weiß.

n-tv.de: Wie hoch sollte denn bei der Geldanlage der Aktienanteil sein?

Hermann-Josef Tenhagen: Erstmal macht man die anderen Dinge, sprich: Zunächst sollte ein Tagesgeldkonto vorhanden sein. Hier gehören drei Monatseinkommen rauf. Das hilft, unnötige Kosten für den Dispokredit zu vermeiden. Dann ein Festgeldkonto. Hier wird Geld angelegt, von dem man weiß, dass man es in den nächsten Jahren benötigt.

Mit dem übrigen Geld kann dann in Aktien investiert werden. Aber: Aktien sind ein Langzeitprojekt. Eine Anlage sollte auf Sicht von 15 Jahren getätigt werden. Mit diesem Anlagehorizont konnten Anleger in der Vergangenheit immer Verluste vermeiden und meistens sehr ordentliche Rendite erzielen. Ansonsten sollte jeder sein persönliches Sicherheitsbedürfnis bei der Vermögensstrukturierung berücksichtigen.

Und investieren sollte man am besten in ETFs, stimmts?

Genau. Erstens bietet die Marktbreite von Indizes eine gewisse Sicherheit. Zweitens sind die Kosten verglichen mit aktiv gemanagten Fonds sehr gering. Drittens muss man sich nicht kümmern. Langfristig schneiden Indexfonds (ETFs) im Renditevergleich meist besser ab als aktiv gemanagte Fonds. Zwar gibt es auch aktive Fonds, die den Index schlagen, allerdings gilt es diese aber auch jedes Jahr aufs Neue zu überprüfen. Denn meist schaffen es diese nur ein paar Jahre, besser als der Index zu performen.  

Kritiker bemängeln, dass ETFs Kursbewegungen verstärken.

Für verstärkte Kursbewegungen sorgen doch eher die Zocker. Wer 15 Jahre in einem ETF investiert ist, gehört wohl kaum zu diesem Personenkreis. Natürlich ist es so, dass Indexfonds die Marktkurve nachfahren. Aber das Eigentliche ist doch, dass jeder gemanagte Fonds, welcher den Index – also den Marktdurchschnitt – übertreffen möchte, beständig Wetten genau gegen diesen Markt eingeht. Solche Fondsmanager regieren dann auch schneller auf Turbulenzen. Abgesehen davon darf es aber nicht das Problem des Kleinanlegers sein, aufzupassen, dass die Märkte nicht aus dem Ruder laufen.       

In welche Indizes sollte denn investiert werden?

Wir empfehlen MSCI World oder MSCI All Countries World Index (ACWI). Gegebenenfalls auch den Stoxx Europe 600 oder den MSCI Europe als Beimischung. Zu beachten ist, dass der Anteil von US-Aktien im MSCI World bei mittlerweile gut 60 Prozent liegt. Allein der Teil, der im MSCI World auf Apple entfällt, ist mehr als doppelt so hoch wie der Anteil aller italienischer Konzerne.  

Der MSCI ACWI ist insgesamt breiter aufgestellt, da er mit knapp 2500 Unternehmen fast die Hälfte mehr an Werten als der MSCI World beinhaltet. Hier sind auch Schwellenländer enthalten. Darunter China, Indien, Mexiko, Taiwan und Südkorea. Das Gewicht der US-Aktien sinkt dadurch auf 50 Prozent. Die Rendite von World und ACWI ist ähnlich, wobei Letzterer eine etwas größere Schwankung aufweist.    

Welche ETFs empfiehlt Finanztip konkret?

Die MSCI-World ETFs von iShares (ISIN: IE00B4L5Y983), Source (ISIN: IE00B60SX394) und Xtrackers (ISIN: LU0274208692). Und alternativ die ACWI-ETFs von SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48), Lyxor (ISIN: FR0011079466) und iShares (ISIN: IE00B6R52259).

Sind das alles physische Fonds?

Nein, die genannten ETFs von Source, Trackers und Lyxor sind synthetisch.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de