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Home, sweet home Ist Kaufen günstiger als Mieten?

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(Foto: imago/Revierfoto)

Der Immobilienmarkt bereitet mancherorts Sorge. Getrieben von billigem Geld schießen vor allem in deutschen Großstädten die Wohnkosten in die Höhe. Ob Mieter oder Käufer besser fahren, hat das Institut der deutschen Wirtschaft geklärt.

Es ist kein Geheimnis, der Immobilienmarkt boomt. Zumindest mancherorts. Was in entsprechenden Regionen zu steigenden Preisen von Wohneigentum und höheren Mieten führt. Betroffen von dieser Entwicklung sind vor allem Groß- und Universitätsstädte. Andererseits ist die Baufinanzierung günstig wie nie. Stellt sich die Frage, wer in der aktuellen Situation besser fährt, Mieter oder Käufer?

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ist dem nachgegangen und hat dazu 402 deutsche Landkreise und kreisfreie Städte unter die Lupe genommen. Und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

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Quelle: Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Die Gegenüberstellung der Wohnnutzerkosten mit den derzeitigen Mietkosten ergibt, dass das Wohnen im selbstgenutztem Wohneigentum auf breiter Front deutlich günstiger ist als das Wohnen zur Miete. Bei einer gesamtdeutschen Betrachtung ist der Erwerb einer Immobilie demanch um durchschnittlich rund 41 Prozent günstiger als das Mieten. In den Metropolen reicht der Kostenvorteil des Wohneigentums von 34 Prozent in München bis hin zu 47 Prozent in Hamburg. Oder genauer: die Wohnkosten für das Eigenheim bei 10 Jahren Kreditlaufzeit, 22 Prozent Eigenkapital und 1,5 Prozent Zinsbelastung liegen beispielsweise in Berlin im Schnitt bei 4,38 Euro pro Quadratmeter. Mieter müssen hier dagegen 6,35 Euro pro Quadratmeter aufbringen. Ähnlich verhält es sich in Hamburg und München.

Allerdings sind in diesen Berechnungen nicht die Tilgungskosten für den Immobilienkredit eingerechnet. Doch selbst wenn der Kredit vollständig getilgt wird, stehen Käufer immer noch besser dar, wenn die Zinsbelastung (über 35 Jahre) nicht über 3 Prozent (für Großstädte) steigt.      

Im Rahmen der regionalisierten Analyse auf Kreisebene wird deutlich, dass der Vorteil bei den Wohnkosten für Immobilienbesitzer zwischen 13 Prozent und 67 Prozent schwankt. Darüber hinaus zeigt sich, dass die überwiegende Mehrheit der Kreise eine deutlich höhere Zinsbelastung tragen könnte, ohne dass das Wohnen im Eigentum zum Nachteil wird.

Das Institut der deutschen Wirtschaft kommt zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass die Relation der Kosten beider Wohnformen keine Überhitzung des Wohnungsmarktes signalisiert. Demnach deutet der Kostenvorteil des Wohnens im Eigentum sogar darauf hin, dass die Immobilienpreise zukünftig sogar noch weiter steigen könnten.  

Die Untersuchung wurde im Auftrag der Accentro Real Estate AG durchgeführt, welche sich um Privatisierung von eigenen Wohnungsbeständen und die Privatisierung im Auftrag Dritter kümmert.

Zum Baugeld-Vergleich

Quelle: n-tv.de, awi

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