Ratgeber

Private Rentenversicherung Laufende Rente oder Einmalzahlung?

imago63052423h.jpg

Wer sich im Alter nicht weiter um um seine Geldanlage kümmern möchte, fährt gut mit der monatlichen Zahlung.

imago/RelaXimages

Zuerst die ewige Litanei: Ja, eine zusätzliche Altersvorsorge muss sein, ansonsten droht der Ruhestand wenig vergnüglich zu werden. Hier kann eine private Rentenversicherung helfen. Kurz vor Schluss gilt es dann die beste Auszahlungsvariante zu wählen. Finanztest hilft.

Wer sich in den Ruhestand zu verabschiedet, ist hoffentlich finanziell gut versorgt. Bei den meisten dürfte die gesetzliche Rente jedoch kaum reichen. Gut, wer jetzt entweder über ein ausreichendes Vermögen verfügt oder aber sich rechtzeitig um eine zusätzliche private Altersvorsorge gekümmert hat. Neben Riester-, Rürup- und Betriebsrente kommt hierfür auch eine private Rentenversicherung infrage.

Und auch wenn die Policen wegen der mageren Renditen und mangels staatlicher Förderung kaum noch von Verbraucherschützern empfohlen werden, waren diese in der Vergangenheit doch ein Renner. Mittlerweile lohnt ein Neuabschluss kaum noch - denn nicht selten bekommen Versicherte bei einem Neuabschluss weniger heraus, als sie eingezahlt haben. Ältere Verträge bieten jedoch zum Teil noch eine Verzinsung von bis zu 4 Prozent, auch wenn diese nicht ungeschoren davonkommen. Denn bei den Überschüssen werden alle Verträge nicht mehr so beteiligt wie noch vor einigen Jahren. Mitunter werden die Überschüsse auch ganz gestrichen.

Wahl zwischen volldynamischer oder konstanter Rente

Dennoch wird sich derjenige, dessen Versicherung nun fällig wird, über eine vergleichsweise hohe Rente freuen können. Damit die Freude ungetrübt bleibt, gilt es aber vor dem Tag der Auszahlung eine Entscheidung zu treffen. Denn bei den meisten und besseren Verträgen muss sich der Kunde entscheiden, ob er eine lebenslange Rente beziehen oder doch lieber eine einmalige Kapitalzahlung erhalten möchte. Finanztest hat sich mit dem Thema befasst.

Wer sich im Alter nicht weiter um um seine Geldanlage kümmern möchte, fährt gut mit der monatlichen Zahlung. Hier wiederum hat der Versicherte in aller Regel die Wahl zwischen einer volldynamischen oder einer konstanten Überschussrente. Bei Letzterer kann der Überschussanteil im Laufe der Jahre entgegen der Bezeichnung auch sinken. Dafür ist sie anfangs auch etwas höher als die dynamische Variante, die nur steigen, aber eben nicht fallen kann. Mitunter werden auch Kombinationen aus beiden Möglichkeiten geboten. Ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Variante bevorzugt wird, dürfte sein, wie viel Planungsicherheit der Ruheständler benötigt.

Zu beachten ist aber, dass sich laut Finanztest eine lebenslängliche Zahlung nur dann lohnt, wenn der Empfänger auch lange genug lebt. Fließt die Rente nur 22 Jahre oder weniger, bekommen Versicherte noch nicht einmal die eingezahlten Beiträge heraus. Wer also in Hinblick auf die eigene Lebensdauer wenig optimistisch ist, fährt mit einer einmaligen Kapitalauszahlung besser - was auch in Hinblick auf die Erben die günstigere Variante ist. Denn ist die Versicherung ausgezahlt, kann das Kapital ohne Einbußen vererbt werden. Bei der monatlichen Rente ist hingegen ein teurer Hinterbliebenenschutz erforderlich, damit das Ersparte bei einem frühzeitigen Todesfall nicht verloren ist. Welche Wahl also getroffen werden sollte, ist maßgeblich von den individuellen Lebensumständen abhängig.

Steuerliche Belastung unterschiedlich

Lohnen kann sich die Kapitalauszahlung auch in Hinblick auf die anfallende Steuer. Denn wurde der Vertrag vor dem Jahr 2005 abgeschlossen, bleibt der Fiskus bei der Einmalzahlung meist außen vor. Zumindest dann, wenn wenigstens fünf Jahre Beiträge gezahlt wurden und ein Mindestodesfallschutz vereinbart wurde. Ansonsten wird Kapitalertragssteuer fällig. Die halbiert sich aber immerhin für ab 2006 abgeschlossene Policen, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre gelaufen und der Versicherte bei Auszahlung mindestens 60 Jahre alt ist.  

Bei einer monatlichen Rente muss der Betrag hingegen als Einkommen versteuert werden. Hier hängt der zu versteuernde Anteil entgegen der gesetzlichen Rente allerdings nicht vom Jahr des Renteneintritts ab, sondern vom Alter des Versicherten. Bezieht er bereits ab seinem 61. Geburtstag Einnahmen aus seiner privaten Rente, schlägt das Finanzamt zu, 22 Prozent der Rente werden steuerpflichtig - ein Leben lang. Zwei Jahre später sind es immer noch 20 Prozent. Wer mit 67 die Beine hochlegt, muss dann nur noch 17 Prozent versteuern.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema