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BFH macht das Leben leichter Nicht zurückgezahlte Schulden senken Steuer

Steuern: Anleger können Verluste aus verfallenen Optionen beim Fiskus steuermindernd geltend machen. Foto: Jan Woitas

Nicht zurückgezahlte Schulden können zukünftig als Verluste beim Fiskus geltend gemacht werden.

(Foto: dpa)

Wer Geld verborgt und dieses nicht zurückbekommt, war bisher doppelt gekniffen. Nicht nur, dass die Kohle meist weg war, nein, die Außenstände mussten dennoch als Kapitalvermögen versteuert werden. Mit dieser Praxis macht der Bundesfinanzhof nun Schluss.

Der Bundesfinanzhof (BFH) macht enttäuschten Gläubigern das Leben ein bisschen leichter: Wer sein Geld nicht zurückbekommt, muss weniger Einkommensteuer zahlen. Der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung führt zu einem Verlust, der vom Finanzamt steuerlich berücksichtigt werden muss, hat Deutschlands höchstes Finanzgericht in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden. Damit beschreitet der Bundesfinanzhof Neuland. Bisher fanden sich Gläubiger steuerlich in einer unerfreulichen Lage, wenn ihre Schuldner nicht mehr zahlten: Sie mussten für verliehenes Geld Steuern berappen - auch wenn die Schuldner nichts oder nur einen Teil zurückgezahlt hatten.

Im konkreten Fall hatte ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen im Jahr 2010 gut 24.000 Euro gegen fünf Prozent Zinsen verliehen. Der Schuldner hatte mehr als 19.000 Euro nicht zurückgezahlt und schließlich Insolvenz angemeldet. Das Ehepaar meldete die noch offene Darlehensforderung zur Insolvenztabelle an und machte den Ausfall der Darlehensforderung als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend. Doch das örtliche Finanzamt wollte die 19.000 Euro Einbuße nicht als Verlust anerkennen. Das Ehepaar zog vor Gericht und hatte in der letzten Instanz Erfolg. Nun müssen die Finanzämter umdenken.

Laut BFH hat sich die Rechtslage mit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 geändert. Denn gemäß dem Urteil gilt seither die früher übliche Trennung von Vermögen und Gewinnen bei der Versteuerung von Kapitalerträgen nicht mehr. Laut BFH müssen die Finanzämter nicht zurückgezahlte faule Kredite steuerlich ebenso anerkennen wie Verluste beim Verkauf von Forderungen.

Allerdings liegt ein steuerbarer Verlust aufgrund eines Forderungsausfalls erst dann vor, wenn endgültig feststeht, dass - über bereits gezahlte Beträge hinaus - keine (weiteren) Rückzahlungen mehr erfolgen werden. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners reicht hierfür in der Regel nicht aus. Etwas anderes gilt, wenn die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt wird oder aus anderen Gründen feststeht, dass keine Rückzahlung mehr zu erwarten ist.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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