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Angriff aufs virtuelle Ich Was hilft gegen Identitätsdiebstahl im Netz?

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Der Computer muss auf Schadprogramme hin überprüft und gegebenenfalls davon befreit werden.

(Foto: imago/Martin Bäuml Fotodesign)

Wer im Internet surft, E-Mails schreibt oder Geschäfte tätigt, muss sich vor Identitätsdieben in Acht nehmen. Sie wollen persönliche Daten von Nutzern stehlen - damit bestellen sie dann etwa beim Internethändler oder buchen über den Online-Banking-Zugang des Opfers Geld ab. Laut einem Bericht des Radiosenders NDR Info werden inzwischen auch vermehrt Online-Shops für gefälschte Markenprodukte unter falschem Namen betrieben. Um die Gefahren durch Identitätsklau zu minimieren, sollten Nutzer Vorsorge treffen.

Wie stehlen Täter persönliche Daten?

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) installieren die Datendiebe meist spezielle Schadsoftware auf den Rechnern der Betroffenen, um die Daten auszulesen. Dazu schicken sie zum Beispiel eine E-Mail mit verseuchtem Anhang - wird dieser geöffnet, wird die Software unbemerkt auf dem Computer installiert.

Verbreitet ist auch die Methode, dass Kriminelle in der E-Mail als seriöse Unternehmen, etwa als Bank, auftreten und den Empfänger darum bitten, ihnen Kontodaten und Ähnliches zu schicken. Oft bieten sie dazu ein täuschend echtes Online-Formular an, das der Nutzer ausfüllen soll.

Vorsicht ist auch bei offenen WLAN-Netzen geboten: Sitzt ein Nutzer im Café und loggt sich dort über das offene WLAN beim Online-Shop oder sozialem Netzwerk ein, können die eingegebenen Daten unter Umständen mit Spezialprogrammen eingesammelt werden. Ähnliche Vorsicht ist auch bei öffentlichen Computern geboten, etwa in Internetcafés.

Wie können sich Verbraucher schützen?

Beim Internetsurfen über öffentliche Rechner oder im offenen WLAN sollten am besten keine persönlichen Daten eingegeben werden. Auf dem eigenen Computer müssen ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall installiert sein, die genauso wie das Betriebssystem und der Browser regelmäßig aktualisiert werden müssen. Daten aus unbekannten Quellen sollten Nutzer nie herunterladen und fragwürdige E-Mails löschen, auf keinen Fall aber antworten, Anhänge öffnen oder angegebenen Links folgen.

Was müssen Betroffene tun, bei denen Datendiebe zugeschlagen haben?

Der Computer muss auf Schadprogramme hin überprüft und gegebenenfalls davon befreit werden. Anschließend sollte der Betroffene seine Passwörter ändern. Unrechtmäßige Bestellungen muss der Geprellte laut Verbraucherschützern nicht zahlen, weil er selbst mit dem Verkäufer keinen Vertrag eingegangen ist. Das jeweilige Unternehmen sollte aber auf jeden Fall schriftlich über den Identitätsdiebstahl informiert werden. Auch eine Strafanzeige der Polizei ist unbedingt ratsam.

Was müssen Verbraucher unternehmen, wenn ihr Konto geknackt wurde?

Wer unrechtmäßige Abbuchungen vom Bankkonto bemerkt, sollte umgehend die Bank informieren. Das gilt auch für gehackte Kreditkarten oder andere Bezahldienste. Abgänge über ein Lastschriftverfahren lassen sich binnen acht Wochen rückgängig machen, bei rechtswidrigem Zugriff auf das Konto in Rücksprache mit der Bank auch noch länger. Bei ungewollten Überweisungen ist es schwieriger - hat der Kunde nach Auffassung der Bank beim Umgang mit den Zugangsdaten zum Online-Banking grob fahrlässig gehandelt, wird sie ihm den Schaden nicht ersetzen.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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