Ratgeber
97 Prozent aller Beratungsfälle zum Thema Miete wurden im letzten Jahr außergerichtlich erledigt.
97 Prozent aller Beratungsfälle zum Thema Miete wurden im letzten Jahr außergerichtlich erledigt.(Foto: imago/Future Image)
Montag, 08. Januar 2018

Mieter und Vermieter: Weniger Streitereien landen vor Gericht

Mieterhöhungen oder Modernisierungskosten können für Mieter eine finanzielle Herausforderung sein. Oft kommt es zum Streit mit dem Vermieter. Vor Gericht landen solche Fälle aber seltener, wie Zahlen des Deutschen Mieterbundes zeigen.

Ob Betriebskosten, Mieterhöhung oder Eigenbedarf: Jedes Jahr ziehen Zehntausende Mieter und Vermieter vor Gericht. Die Zahl der Prozesse sinkt jedoch - obwohl in vielen Städten die Mieten deutlich steigen.

2016 gab es rund 247.000 Verfahren und damit so wenig wie seit 1990 nicht, wie der Deutsche Mieterbund mitteilte. Der Verband berief sich auf die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach stritten Mieter und Vermieter meistens um Vertragsverletzungen und Betriebskosten - der Anteil dieser Themen sinkt aber. Deutlich gestiegen sind Zahl und Anteil der Verfahren über Mietererhöhungen.

Es gab 2016 auch etwas weniger Rechtsberatungen bei den regionalen Mietervereinen: Rund eine Million Mieter suchten dort Rat, im Vorjahr waren es rund 1,1 Millionen gewesen. Gut die Hälfte von ihnen hatte Fragen zu Betriebskosten oder zu Mängeln in der Wohnung. Das dritthäufigste Beratungsthema sind mittlerweile die Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete mit einem Anstieg auf 11,5 Prozent. Hier spiegeln sich Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten mit zuletzt stark steigenden Mieten wieder.

Wohnungsmarkt immer angespannter

Auf Platz 4 der Prozess-Statistik liegen wie in den Vorjahren Verfahren zum Thema "Mietkaution". Bei diesen Streitigkeiten geht es in den meisten Fällen um Fragen der Rückzahlung der Kaution und damit letztlich überwiegend um Fragen der Schönheitsreparaturen.

Der Mieterbund sieht in den Zahlen Belege für die Nöte von Mietern in angespannten Wohnungsmärkten. Sie sähen sich dort etwa nach Modernisierungen deutlich höheren Mieten ausgesetzt. 97 Prozent der Beratungsfälle wurden außergerichtlich geklärt.

Laut dem Mieterbund fehlen in Deutschland eine Million Wohnungen. Seit Jahren hinken die Wohnungsneubauzahlen deutlich dem Bedarf und der wachsenden Nachfrage hinterher. Folge sind drastisch steigende Mieten. Die hohen Wiedervermietungsmieten der letzten Jahre treiben jetzt auch die Mieten in bestehenden Mietverhältnissen in die Höhe.

Quelle: n-tv.de