Ratgeber

"Welcome to Hell" Wenn das Auto abbrennt - wer zahlt?

Böse Überraschung für Halter: Am Rande des G20-Gipfels brennen mehrere private Fahrzeuge aus. Mutmaßlich entzündet von Chaoten. Bleiben die Besitzer auf den Kosten sitzen?

"Welcome to Hell" - so nennt sich die Demonstration, die gegen den G20-Gipfel am gestrigen Abend aufmarschierte. Willkommen in der Hölle werden sich auch jene Fahrzeugbesitzer gedacht haben, die am heutigen Morgen nur noch die rauchenden Trümmer ihres Wagens vorgefunden haben. Neben Ärger und Unverständnis für solcherlei Taten stellt sich für sie vor allem die Frage: Wer zahlt, wenn das Auto brennt? 

Die gute Nachricht vorne weg: kann der Verursacher eines Fahrzeugbrands festgestellt und gefasst werden, ist dieser dem Fahrzeugbesitzer gegenüber schadenersatzpflichtig. Leider können die Täter solcher Brandanschläge in den seltensten Fällen dingfest gemacht werden. Aber auch wenn dies gelingt und der oder die Feuerteufel nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um den verursachten Schaden zu begleichen, bleibt der Besitzer auf dem Kosten sitzen. Womit wir schon mitten bei den schlechten Nachrichten wären. Zumindest dann, wenn der Halter lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtpolice abgeschlossen hat. Denn diese übernimmt nur Schäden, die anderen entstanden sind.

Rechtsexperten schließen zwar nicht aus, dass bei Brandlegung im Rahmen innerer Unruhen auch der Staat zur Kasse gebeten werden könnte, aber bis dato sind die Chancen auf eine derartige Entschädigung gering.

Wirklich geschützt gegen Schäden durch Brandstiftung ist somit nur, wer zuvor eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat. In aller Regel ist hier aber nur der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges abgedeckt. Es gibt also nur soviel Entschädigung vom Versicherer, wie ein gleichwertiges Auto auf dem Gebrauchtmarkt kostet. Wurde eine etwaige Selbstbeteiligung vereinbart, muss diese vom Versicherungsnehmer gezahlt werden. Durch die Teilkasko sind zudem nur Schäden an Teilen versichert, die im Wagen fest verbaut sind oder ausschließlich dem Gebrauch des Autos dienen. Mobile Navigationsgeräte oder Smartphones werden somit beispielsweise nicht ersetzt. 

Brennt das eigene Fahrzeug hingegen nicht selbst, sondern erleidet "nur" Schmor- und Sengschäden dadurch, dass ein benachbarter Wagen in Flammen steht, zahlt die Teilkasko nicht. Hierfür ist eine Vollkaskoversicherung vonnöten.

So oder so, Besitzer von durch Feuer beschädigten Autos sind in der Pflicht, bei der Polizei Strafanzeige zu stellen und umgehend ihren Versicherer zu informieren. Bleibt nur der Trost für Betroffene, dass sie im Falle der Übernahme des Schadens durch die Versicherung nicht als Versicherungsnehmer hochgestuft werden. 

Gut zu wissen: Versicherungsnehmer haben eine Sorgfaltspflicht. Das heißt, sie dürfen von ihrer Seite aus nicht fahrlässig handeln. Ist beispielsweise die Route einer Demonstration bekannt und wird der Wagen dennoch in einer entsprechenden Straße geparkt, kann sich die Versicherung wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht weigern, den Schaden zu regulieren.  

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema