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Datendiebstahl mit Folgen Wenn die Identität geklaut wird

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Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Es sind beunruhigende Zahlen: Beinahe jeder vierte Mensch in Deutschland wurde bereits Opfer von Internetkriminalität oder Datenmissbrauch. Welche Folgen dies haben kann, was Betroffene tun können und wie man sich schützen kann, verrät Finanztest.

Es geht meist um einen finanziellen Vorteil oder einen fremden Namen, der für krumme Geschäfte erbeutet und genutzt werden soll. Das sind die Hauptmotive für Datendiebe. Letzteres kann dann beispielsweise für den Kauf von Drogen, illegalen Waffen oder für das Erschleichen von medizinischen Leistungen missbraucht werden. Aber auch "nur" eine Rufschädigung ist möglich. Beinahe jeder vierte Verbraucher ist oder war bereits Opfer derartiger Internetkriminalität oder derartigen Datenmissbrauchs - online wie offline, wie "Finanztest" nun berichtet.

Die Täter kommen durch Diebstahl der Brieftasche an die Gesundheitskarte oder die Ausweispapiere. Bisweilen werden auch Mülltonnen von den Gaunern durchwühlt, mit dem Ziel an die wertvolle Daten zu kommen. Vor allem aber im Internet lauern die Diebe. Insbesondere in sozialen Netzwerken wie Facebook geben Nutzer oft allzu freizügig Informationen preis. Die Täter greifen aber auch zu illegalen Methoden um an große Mengen der begehrte Daten zu kommen. Vor allem durch Schadsoftware oder aber durch sogenannte Phishing-Mails wird versucht, den arglosen Verbraucher auf gefälschte Internetseiten zu locken um dort dann seinen Namen, sein Geburtsdatum oder seine Bankverbindungen zu hinterlassen.        

Weit verbereitet ist beispielsweise der Warenkreditbetrug, bei dem der Vor- und Zuname sowie das Geburtsdatum des Geprellten ausreichen, damit Diebe Waren auf fremde Rechnung bestellen können. Werden die entsprechenden Rechnungen durch den vermeintlichen Käufer nicht bezahlt, droht Ärger. Insofern sollten Betroffen den finanziellen Forderungen zwar nicht nachkommen, aber unbedingt reagieren. Andernfalls drohen sonst mahnende Inkassofirmen und negative Auskünfte in Auskunfteien (zum Beispiel Schufa) - was die eigene Kreditwürdigkeit auf lange Zeit belasten kann.

Deshalb ist es für Opfer solcher Gaunereien unbedingt erforderlich Anzeige bei der Polizei erstatten. Außerdem sollte die eigene Bank, Auskunfteien und das anspuchstellende Unternehmen über den Datendiebstahl informiert werden. Wiederholt sich der Datenmissbrauch, muss dieser erneut zur Anzeige gebracht werden. Nur durch die Vorlage der Anzeige, können unberechtigte Forderungen erfolgreich zurückgewiesen werden.

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es zwar nicht, Verbraucher sollten aber grundsätzlich darauf achten, den eigenen Rechner sauber zu halten. Also keine dubiosen E-Mail-Anhänge öffnen, persönliche Daten im Internet nur sparsam angeben und keine einfachen Passwörter wählen. Zudem sollte einmal jährlich die kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa angefordert werden, um diese auf verdächtige Einträge zu prüfen. 

Quelle: n-tv.de, awi

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