Fußball

So läuft der 25. Spieltag Der FC Bayern liefert, die Ultras provozieren

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Weiter, immer weiter: Der FC Bayern enteilt der Konkurrenz.

(Foto: imago images/Beautiful Sports)

Der 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga wird der sein, an dem sich der FC Bayern weiter absetzt - wenn das Spiel überhaupt 90 Minuten dauert. Denn die Ultra-Szene scheut nicht vor Spielabbrüchen zurück. Bleibt alles ruhig, bleiben der BVB und RB Leipzig dran am Tabellenführer.

Was macht Tabellenführer München?

Die Ausgangslage der Bayern vor dem Spiel gegen den FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr) sieht rosig aus: In der Liga steht der Rekordmeister auf dem ersten Platz, im DFB-Pokal im Halbfinale und in der Champions League mit einem Bein im Viertelfinale. Maßgeblich an der erfolgreichen Saison beteiligt: Chefcoach Hansi Flick. Dass die Klub-Bosse mit der Arbeit des ehemaligen Assistenten durchaus zufrieden sind, wird immer wieder betont - konkrete Schritte bleiben aus. Lange sollten sich die Entscheidungsträger wohl nicht bitten lassen. Nach ersten Spekulationen der "SportBild", Flick hätte konkrete Angebote aus anderen Ligen, hat sich das jetzt bestätigt: Der FC Bayern hat Konkurrenz aus England, berichtet der "Kicker". Sollte Flick keine Wertschätzung spüren, dürfte sich der 55-Jährige mit einem Umzug beschäftigen.

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Hansi Flick weiß noch nicht, was er im Sommer machen wird.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Nun, mit dem Vertrag seines Trainers hat Torhüter Manuel Neuer wohl wenig zu tun, mit der Leistung seines Teams dagegen schon. Und der 32-Jährige will nichts von dem möglichen Triple wissen: "Hochmut kommt vor dem Fall." Sportdirektor Hasan Salihamidzic ergänzte: "Als wir noch hinten dran waren, haben wir gesagt, dass es nur noch Endspiele sind. Jetzt sind wir vorne dran, dürfen aber nicht nachlassen." Tatsächlich ist es immer noch erst elf Spieltag her, dass der FC Bayern nur auf Rang sieben platziert war und sieben Punkte Rückstand auf RB Leipzig hatte. Nun sind sie drei Punkte voraus - und es spricht wenig dagegen, dass sie diese auch am 25. Spieltag halten werden. Der FC Augsburg punktete zwar in zwei der letzten drei Bundesliga-Duellen, doch die Bayern sind seit zehn Spieltagen ungeschlagen. Zudem verloren die Augsburger ihre vergangenen vier Auswärtsspiele.

Das Hinspiel, in dem Augsburgs Marco Richter bereits nach 28 Sekunden traf und damit das früheste Tor dieser Bundesliga-Saison erzielte, dürfte auch Niklas Süle in Erinnerung haben - in bitterer. Nach zwölf Minuten musste er ausgewechselt werden - Diagnose: Kreuzbandriss. Umso passender, dass der 24-Jährige jüngst wieder mit dem Training am Ball beginnen konnte. "Es fühlt sich nach über vier Monaten natürlich super an, den Ball wieder zu berühren", sagte er. Tipp: Seine Mannschaft wird ihn am Sonntag mit Punkten zusätzlich glücklich machen - 4:1

Bleibt Leipzig dran an den Münchnern?

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Timo Werners Tore dürften RB Leipzig fehlen.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Schlechte Nachrichten für Bayern-Verfolger RB Leipzig: Der Einsatz von Toptorjäger Timo Werner beim VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) ist fraglich. Der Nationalstürmer klagt über muskuläre Probleme im linken Oberschenkel. Ein Ausfall von Werner wäre schmerzlich für die Leipziger - 21 Tore hat der 24-Jährige in dieser Saison erzielt. "Ich weiß nicht, ob er am Wochenende zur Verfügung steht", sagte Trainer Julian Nagelsmann. Das dürfte den Gegner VfL Wolfsburg erfreuen, schließlich überragte Werner im Pokalduell Ende Oktober mit zwei Toren sowie zwei Torvorlagen. Das üble 1:6 dürfte die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner mittlerweile aus den Köpfen gestrichen haben, auch dank Verdrängungstaktik: "Würden Sie vor der nächsten Schularbeit Ihrem Kind noch mal die letzte Fünf vorführen? Nein", hatte Glasner gesagt. Womöglich auch gar nicht nötig, hatte das nur zwei Wochen vorher stattgefundene Bundesliga-Hinspiel doch 1:1 geendet.

Für ein Unentschieden spricht auch die Quote der beiden Klubs: Wolfsburg ist seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen, Leipzig immerhin auch schon seit fünf. Zudem trennten sich beide Teams am vergangenen Wochenende Remis - die Wolfsburger gegen Union, die Leipziger gegen Leverkusen. Mit einem Unentschieden aber wird es für die Sachsen noch schwerer, an den Münchnern dranzubleiben. Bleibt also nur eine Statistik, die Nagelsmanns Elf Mut machen kann: Die Wolfsburger kassierten in der Rückrunde die meisten Gegentore nach Standards ligaweit (7) - und die Leipziger erzielten die meisten Tore nach Standardsituationen. Tipp: Leipzig vermisst Werner - 1:1

Was ist eigentlich mit Marco Reus?

Wenn am Samstag um 18.30 Uhr die beiden Borussias aufeinandertreffen, empfängt der Tabellenvierte den Dritten. Ein Topspiel also, in dem es sehr wohl auch weiter um die Meisterschaft geht. Gladbach hat zwei Punkte weniger auf dem Konto als der BVB - spielt aber noch ein Nachholspiel. Beide sind den Bayern und Leipzig dicht auf den Fersen. Für den BVB bricht mit dieser Bundesligapartie eine entscheidende Woche an. Innerhalb von sieben Tagen geht es erst in der Liga gegen Gladbach, dann in der Champions League gegen Paris Saint-Germain (Mittwoch, 21 Uhr) und dann im Revierderby gegen Schalke (Samstag, 15.30 Uhr). "Und wie geht man eine ganz wichtige Woche an? Indem man sich auf das erste Spiel konzentriert und das annimmt", appelliert Sportdirektor Michael Zorc an seine Mannschaft. Seine Forderung nach dem wenig überzeugenden 1:0-Sieg gegen Freiburg: "Wir brauchen schon eine Leistungssteigerung gegenüber unserem letzten Spiel." Erst danach zähle die beiden anderen wichtigen Spiele.

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Wie steht es um Marco Reus?

(Foto: imago images/MIS)

BVB-Trainer Lucien Favre kann auf seinen gesamten Kader zugreifen - fast. Denn Marco Reus' Rückkehr bleibt weiterhin völlig offen. Das "ist schwer für mich zu sagen", meinte der Trainer am Donnerstag. "Er hat gestern und heute in der Halle angefangen zu trainieren. Mehr kann ich nicht dazu sagen." Das ist für Reus auch persönlich schade, schließlich vergibt er so die Chance, gegen seinen Ex-Klub zu kicken, für den er von 2009 bis 2012 spielte. Zum Teil übrigens unter Favre: Ab 2011 war er für viereinhalb Jahre dortiger Chefcoach, sicherte den Fohlen erst den Klassenerhalt und führte sie dann kontinuierlich nach oben. Und dort stehen sie jetzt und können jeden Liga-Konkurrenten schlagen. Was für Gladbach spricht: Unter Trainer Marco Rose sind die Fohlen seit fünf Spielen in Folge ungeschlagen und trumpfen immer wieder mit enormer Heimstärke auf. Nur eine Heimpartie mussten die Gladbacher in dieser Saison abgeben. Der BVB hingegen schwächelt oft auf fremden Boden: Nur fünf der zwölf Auswärtsspiele endeten mit einem Sieg. Tipp: Trotz der Heimstärke tut sich Gladbach gegen Dortmund schwer, 2:1 für den BVB.

Was ist sonst noch so los?

SC Paderborn 07 - 1. FC Köln (Freitag, 20 Uhr): Nein, die Uhrzeit ist kein Fehler: Wie bereits im Dezember angekündigt, findet diese Partie eine halbe Stunde früher statt als gewohnt. Grund ist, dass das Paderborner Stadion an ein Wohngebiet grenzt und der Klub daher die Ruhezeiten einhalten muss - damit ist um 22 Uhr Schluss. Das Team von Trainer Stefan Baumgart hat derweil weiterhin ein konkretes Ziel vor Augen: Den Abschied vom letzten Tabellenplatz. Und da dürfte bei der Partie gegen die zuletzt offensiv erfolgreichen Kölner eines helfen: Der Mann der Kölner Stunde, Jhon Cordoba, fehlt wegen einer Gelbsperre. Zehn Saisontore hat der Toptorjäger schon auf seinem Konto - in Paderborn kommt keines dazu. Trotzdem: Die Kölner haben einen Lauf, sind nach dem vergangenen Liga-Spiel auf Rang elf vorgerückt, die bisher beste Saisonplatzierung. Da macht eines zusätzlich Hoffnung: Erst einmal ist eine Mannschaft aus der Bundesliga abgestiegen, die nach 24 Spieltagen unter den besten elf Mannschaften stand. Tipp: Köln ist offensiv stärker, aber der Knipser fehlt, 1:1.

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Trifft Karim Bellarabi auch gegen Frankfurt?

(Foto: imago images/Team 2)

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr): In diesem Duell können sich die Fans vor allem auf eines freuen: Tore! 69 Mal spielten Leverkusen und Frankfurt in der Bundesliga gegeneinander und nie endete das Duell 0:0 - Rekord. Die Frankfurter haben einen weiteren Vereinsrekord auf ihrer Seite. Noch nie zuvor war die Eintracht im März einer Saison noch international und im DFB-Pokal vertreten. Das in der kommenden Saison zu wiederholen wird schwierig, den Frankfurtern fehlen acht Punkte auf einen direkten Europa-League-Rang. Der Gegner hat noch höhere Ziele, die Champions League soll es sein. Nur zwei Punkte trennt die Werkself von Rang vier, ein Dreier gegen Frankfurt würde helfen. Und wo, wenn nicht zu Hause: 2020 hat Leverkusen noch kein Heimspiel verloren und in diesen drei Partien neun Tore erzielt. Tipp: Wie angekündigt, viele Tore, 3:2 für Leverkusen

Hertha BSC - Werder Bremen: Abstiegskampf pur ist angesagt - der Tabellen-14. aus Berlin empfängt den Tabellen-17. von der Weser. Nachdem beide Mannschaften vor dem letzten Spieltag schon festgestellt hatten, dass dringend Besserung her muss, hatte nur die Hertha Chance dazu und nutzte diese. Nach einem 0:3-Rückstand gegen Düsseldorf drehte das Team von Alexander Nouri noch zum 3:3 auf und meldete sich damit scheinbar aus der Krise zurück. Ist der Knoten jetzt geplatzt? Ein Sieg gegen die verletzungsgeschwächten Bremer wäre ein Big Point im Abstiegskampf: Ein Dreier würde das Polster auf Bremen auf 13 Punkte ausbauen. Werder Bremen reist mit einer Niederlage im Gepäck an, hatte im Pokal gegen Frankfurt das Nachsehen. Besonders bitter: Nach einem schweren Foul gegen Ömer Toprak fällt der Defensivmann für das wichtige Spiel gegen Hertha aus. Und auch Torhüter Jiri Pavlenka fehlt mit einem Muskelfaserriss. Eine erneute Nullrunde dürfen sich die Bremer eigentlich nicht erlauben, schon jetzt haben sie acht Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz "Die Mannschaft hat die Situation voll angenommen", versicherte Werder-Chef Frank Baumann mit unaufgeregter Stimme: "Wir sind überzeugt, dass es bald 'klick' machen wird." Tipp: 2:1 für Hertha, Werder will, aber kann nicht.

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Herzlichen Glückwunsch zum 100. Bundesligaspiel, Vincenzo Grifo!

(Foto: imago images/Beautiful Sports)

SC Freiburg - 1. FC Union Berlin: Auf dieses Spiel dürfte sich einer besonders freuen: Freiburgs Vincenzo Grifo steht vor seinem 100. Bundesliga-Spiel. Und das könnte ein besonders schwieriges werden. An allen bisherigen Spieltagen stand Freiburg in der oberen und Union in der unteren Tabellenhälfte, mit einem Union-Sieg mit zwei Toren Differenz würden die beiden Kontrahenten erstmals die Rollen tauschen. Und bei den Berlinern läuft's: Die Aufsteiger hat zuletzt ein starkes 2:2 gegen Wolfsburg erzielt, gewann davor 2:1 gegen Eintracht Frankfurt. Die beiden bisherigen Partien zwischen Freiburg und Union konnten die Berliner ebenfalls für sich entscheiden (eines in der Liga, eines im Pokal) - folgt jetzt der dritte Sieg? Tipp: Union holt sich den Dreier und schnuppert obere Tabellenluft, 3:1 für Berlin.

FC Schalke 04 - TSG Hoffenheim (alle Samstag, 15.30 Uhr): Bei Schalke ist derzeit Krisenstimmung angesagt. Nach einer desolaten 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger Köln und nur 6 aus 21 möglichen Punkten im Jahr 2020 steht Schalke zwar noch auf dem für die direkte Europa-League-Qualifikation wichtigen sechsten Rang, doch Wolfsburg lauert mit einem Punkt Abstand dahinter. Und auch Schalke-Gegner Hoffenheim ist in Schlagdistanz, mit einem Dreier würden die Hoffenheimer vorbeiziehen. Nach den Schmähungen gegen Klub-Mäzen Dietmar Hopp eine Genugtuung für die Sinsheimer. Dass beide Vereine nach einer starken Hinrunde kurz auch Champions-League-Ambitionen haben konnten, wird derzeit lieber verdrängt. Unterdessen hat Schalke die Torwart-Diskussionen beendet: Alexander Nübel ist nicht mehr die Nummer eins. Im direkten Vergleich hat die TSG die Nase vorn: Hoffenheim hat nur eines der letzten sieben Bundesliga-Duelle gegen Schalke verloren - ein gutes Omen für die Partie am Samstag? Tipp: Wenn keiner verlieren will, geht es ja gerne mal Unentschieden aus - 2:2.

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Ob Rouwen Hennings diesmal lachen kann?

(Foto: imago images/Jan Huebner)

1. FSV Mainz 05 - Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 18 Uhr): Die Fortuna musste diese Woche die wohl bitterste Niederlage hinnehmen. Im DFB-Pokal schied Düsseldorf gegen Saarbrücken aus - erstmals in der Geschichte des Pokals steht damit ein Viertligist im Halbfinale. Und auch im letzten Liga-Spiel musste die Fortuna beim Blick auf den Endstand schlucken: 3:3 gegen Hertha, nach einer 3:0-Führung der Fortuna. Es scheint einfach nicht richtig laufen zu wollen, und ausgerechnet dann kommt das vielleicht wichtigste Spiel der Saison. Der Abstiegskrimi gegen Mainz, den direkten Kontrahenten im Tabellenkeller. Düsseldorf steht auf Rang 16, Mainz auf Rang 15, beide trennen vier Punkte. Bei einem Blick auf die Statistik dürfte es den Düsseldorfern mulmig werden: 25 Jahre ist der letzte Sieg in Mainz her. FSV-Coach Achim Beierlorzer setzt in dem Duell wieder auf die Doppel-Sechs aus Leandro Barreiro und Ridle Baku - beide aus dem eigenen Leistungszentrum. Können die beiden Youngster es richten? Tipp: Bei Düsseldorf platzt der Knoten und sie bringen die 1:0 Führung dieses Mal über die Zeit.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Sie fragen ja auch keinen Virologen, wie wir gegen Wolfsburg spielen." (Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann will bei Fragen zum Coronavirus lieber schweigen)

Was ist bei den Fans zu erwarten?

"Protest ja, Hasstiraden nein" - so lautet das Motto am 25. Spieltag. Also zumindest das der Funktionäre, unklar ist, ob sich die Fans daran halten werden. Denn die Spitzen gegen den DFB werden sicherlich fortgeführt. Ultra-Fans drohen sogar mit Spielabbrüchen: "Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen", kündigte der Zusammenschluss "Fanszenen in Deutschland" an. Beim Thema Rassismus ist man sich da sicherlich deutlich einiger als beim riskanten Thema DFB/DFL: Vorsorglich wartet der FC Bayern dennoch gleich mit einer ganzen Kampagne auf: "Rot gegen Rassismus" prangt groß auf T-Shirts. "Fußball muss Freude machen", wird Vereinspräsident Herbert Hainer unter anderem zitiert. Und das wiederum gilt für alle Themen.

Die Liste der Toptorjäger der Liga führt weiter Bayerns Robert Lewandowski an. 110 Mal hat der Stürmer aufs Tor geschossen, dabei 25 Tore erzielt. Der deutsche Nationalstürmer Timo Werner hat in dieser Saison bisher 21 Mal getroffen, BVB-Youngster Jadon Sancho 14 Mal. Auch in der Wertung der meisten Torvorlagen liegt ein Münchner vorne: Thomas Müller hat 16 Vorlagen auf seinem Konto, dahinter steht BVB-Juwel Jadon Sancho mit 14 und Leipzigs Christopher Nkunku mit 12.

Quelle: ntv.de