Fußball

HSV, Wolfsburg und SCF verlieren FSV Mainz rettet sich mit Coup beim BVB

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Party im Westfalenstadion: der FSV Mainz 05.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Der Hamburger SV verliert, der VfL Wolfsburg verliert, der SC Freiburg verliert - die Mainzer hingegen landen eine Überraschung in Dortmund. Damit steht fest, dass der FSV auch in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga spielt. Der Rest zittert.

Borussia Dortmund - FSV Mainz 05 1:2 (1:2)

Der FSV ist gerettet, der BVB zittert weiter um die Champions League. Die Mainzer setzten den entscheidenden Schlag im Abstiegskampf am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit einem 2:1 (2:1) beim enttäuschenden Dortmundern, denen aber wegen der Patzer der Konkurrenz nur noch ein Punkt für die erneute Teilnahme an der Königsklasse fehlt. Der junge Ridle Baku (4.) und Yoshinori Muto (13.) führten die Mainzer bei ihrem Angstgegner endgültig aus der bedrohten Zone. Maximilian Philipp (16.) traf für den erneut besonders defensiv furchtbar schwachen Gastgeber. Der BVB hat somit am kommenden Wochenende ein Endspiel bei der TSG Hoffenheim - ohne Abwehrchef Sokratis, der gelbgesperrt sein wird.

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Tor für Mainz: Ridle Baku.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Roman Weidenfeller erlebte nach 16 Jahren sein letztes Heimspiel als Profi der Borussia. Nach einer Verabschiedung mit Blumen und anderen Huldigungen saß er auf der Bank - Trainer Peter Stöger hatte aber versprochen, zumindest zu versuchen, ihn später einzusetzen. Dies wurde erschwert durch frühe Dortmunder Unzulänglichkeiten. Am Ende einer ersten Mainzer Kombination über Levin Öztunali stand Baku allein vor Roman Bürki - sein Schlenzer war unhaltbar. In der Vorwoche hatte Baku als Debütant bereits gegen Leipzig getroffen. "Ridle" lässt er sich in Anlehnung an das BVB-Idol Karl-Heinz Riedle rufen.

Während der BVB noch Sommerfußball spielte, blieb Mainz zielstrebig: Muto legte unter Mithilfe Bürkis nach. Philipp schlug sofort zurück, das Spiel war vogelwild ohne jede Kontrolle für die Abwehrreihen. Florian Müller, im Mainzer Tor Ersatz für den am Knie verletzten Rene Adler, war beim Anschlusstreffer ohne Chance. Erst danach wurde auch mal ein Fuß auf den Ball gestellt. Das atemraubende Anfangstempo nahm ab, der BVB blieb allerdings in der Defensive wacklig, was Alexander Hack (29.), Abdou Diallo (31.) und Pablo de Blasis (42.) beinahe ausgenutzt hätten. Zumindest war für beide Mannschaften zu diesem Zeitpunkt die Kunde aus den anderen Stadien eine gute. Nach der Pause machte der BVB vor 81.360 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion etwas mehr Druck, Mainz schlug phasenweise nur noch den Ball lang nach vorne -  und verteidigte den Vorsprung mit Leidenschaft.

RB Leipzig - VfL Wolfsburg 4:1 (2:0)

Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abstieg aus entgegen, vor 41.487 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion war für die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia beim 1:4 (0:2) gegen die Rasenballsportler nichts zu holen. Mit 30 Punkten rangiert die Werkself weiter auf Relegationsplatz 16. Der starke Ademola Lookman (24./52.), Timo Werner (34.) und Jean-Kevin Augustin (63.) trafen für RB, Daniel Didavi (47.) netzte für Wolfsburg ein. Leipzig beendete im letzten Heimspiel der Saison seine Schwächephase von fünf SDpielen ohne Sieg und liegt nun zumindest wieder auf Europaliga-Kurs. Am letzten Spieltag tritt das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl bei Hertha BSC an. Läuft alles zusammen für die Leipziger, könnten sie sich sogar noch für die Königsklasse qualifizieren. Wolfsburg erwartet den abgestiegenen 1. FC Köln.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 3:0 (1:0)

Der wochenlang abgeschriebene Hamburger SV hat durch eine 0:3 (0:1)-Niederlage in Frankfurt eine große Chance im Kampf gegen den erstmaligen Abstieg vertan. Die gleichzeitige Niederlage des VfL Wolfsburg bewahrte den Liga-Dino aber vorerst vor dem Super-GAU. Die Entscheidung fällt nun im Saisonfinale. Und das könnte spannend werden.

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Rückschlag: Hamburgs Trainer Christian Titz.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Um den Niedergang nach 55 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zum Fußball-Oberhaus noch zu verhindern, braucht die Mannschaft von Trainer Christian Titz am letzten Spieltag allerdings zwingend einen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Gleichzeitig muss der HSV zudem auf eine Pleite der Wolfsburger gegen die Kölner hoffen, um noch auf den Relegationsplatz zu klettern. Frankfurt, das vor 51.500 Zuschauern durch Treffer von Marius Wolf (31.), Omar Mascarell (77.) und der eingewechselte Fußball-"Gott" Alexander Meier (90.+1) verdient siegte, hat derweil im Kampf ums internationale Geschäft alle Trümpfe in der Hand. Ein Sieg bei Schalke 04 würde der Eintracht zur Europaliga-Qualifikation reichen. Eine weitere Chance böte sich zudem im Pokalfinale am 19. Mai gegen den FC Bayern.

Bor. Mönchengladbach - SC Freiburg 3:1 (1:0)

Der SC Freiburg muss nach einer unnötigen 1-3-Niederlage bei der Mönchengladbacher Borussia weiter um den Klassenerhalt zittern. Auch die Breisgauer haben am letzten Spieltag ihr Endspiel, wenn es gegen den FC Augsburg geht. Weil der Vorsprung auf Rang 16 weiter drei Punkte beträgt, reicht dort aber ein Remis. Thorgan Hazard (18.), Nico Elvedi (57.) und Josip Drmic (64.) trafen für die Borussia, die ihre kleine Chance auf den Einzug in die Europaliga wahrte. Für Freiburg war mehr drin als das Anschlusstor durch Tim Kleindienst (59.). Nach nur einem Sieg aus zehn Spielen bleibt der fünfte Abstieg der Vereinsgeschichte ein Thema.

1. FC Köln - FC Bayern München 1:3 (1:0)

Erst lust- und ideenlos, dann effektiv: Der FC Bayern hat vier Tage nach dem bitteren Halbfinal-Aus in der Champions League bei Real Madrid in der Bundesliga eine Blamage abgewendet. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes siegte nach einer in der ersten Halbzeit schwachen Vorstellung 3:1 (0:1) beim 1. FC Köln und verdarb dem Absteiger das vorerst letzte Heimspiel in der höchsten Spielklass. Köln, dessen sechster Abstieg seit der vergangenen Woche feststeht, war durch ein Eigentor von Niklas Süle (30.) in Führung gegangen. Doch dann zog München das Tempo an. James (59.), Robert Lewandowski (61.) und Corentin Tolisso (79.) drehten das Spiel zugunsten der Münchner, die die erste Halbzeit komplett abgeschenkt hatte. Da wirkten die Bayern, die in der Königsklasse am Dienstag nach hartem Kampf in Madrid ausgeschieden waren, lethargisch und agierten, als sei die Partie eine lästige Pflichtaufgabe. Ohne Elan und Tempo liefen die Münchner nur hinterher und waren vom Kölner Druck sichtlich genervt.

FC Augsburg - FC Schalke 04 1:2 (1:2)

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Auf in die Champions League: Thilo Kehrer.

(Foto: imago/Eibner)

Der FC Schalke 04 hat sich erstmals nach drei Jahren wieder für die Champions League qualifiziert. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco gewann beim FC Augsburg mit 2:1 (2:1) und ist nicht mehr von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen. Die Königsblauen, die zuletzt 2014/15 in der Königsklasse vertreten waren, können mit mindestens 30 Millionen Euro an Mehreinnahmen planen. Thilo Kehrer erzielte in der 23. Minute mit einem schönen Hackentor die Führung für Schalke. Philipp Max glich in der 27. Minute aus, ehe Alfred Finnbogason mit einem Eigentor die Gäste vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften Arena wieder in Front brachte (34.). Nach der Pause zog sich Schalke früh zurück und lauerte auf Konter. Leon Goretzka (54.) scheiterte aber genauso an Hitz wie Jewgeni Konopljanka (62.). Der FCA war bemüht, machte auch Druck, fand in der vielbeinigen S04-Defensive um Naldo, Kehrer und Benjamin Stambouli aber kaum eine Lücke.

Hannover 96 - Hertha BSC 3:1 (3:0)

Aufsteiger Hannover 96 hat im letzten Heimspiel der Saison den Klassenerhalt gesichert. Die Niedersachsen gewannen am 33. Spieltag gegen Hertha BSC verdient mit 3:1 (3:0) und haben nun 39 Punkte auf dem Konto. Die Berliner verspielten hingegen nach einer über weite Strecken schwachen Leistung ihre letzte kleine Chance auf die Europacup-Plätze und blieben bei 43 Zählern stehen. Hertha verlor damit unter Coach Pal Dardai erstmals ein Spiel gegen Hannover. Gleich mit der ersten Torchance in der 4. Minute ging Hannover durch Martin Harnik in Führung. Salif Sane per Kopf (40.) und Niclas Füllkrug (42.) erhöhten vor der Pause. Davie Selke verkürzte noch (73.) vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Maschsee.

Werder Bremen - Bayer 04 Leverkusen 0:0

Leverkusen muss um die Teilnahme an der Champions League bangen. Das Team von Trainer Heiko Herrlich kam vor 41.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion nicht über ein 0:0 hinaus. Mit einem klaren Sieg gegen Hannover 96 am kommenden Wochenende könnte die Werkself aber noch auf Platz vier klettern. Die Rheinländer könnten vom direkten Duell ihrer Konkurrenten TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund zum Saisonabschluss profitieren. Der SV Werder hat mit Europa oder dem Abstieg dagegen nichts mehr zu tun. Die Bremer blieben in einer schwachen und chancenarmen Partie zum zwölften Mal unter Trainer Florian Kohfeldt vor eigenem Publikum ungeschlagen.

VfB Stuttgart - TSG Hoffenheim 2:0 (1:0)

Der TSG  Hoffenheim droht nach wochenlangem Träumen von der Champions League ein böses Erwachen im "Cup der Verlierer". Die zuletzt neun Mal in Serie ungeschlagene Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann verlor trotz Überzahl nach einem Doppelpack von Mario Gomez beim VfB Stuttgart 0:2 (0:1). Aufsteiger Stuttgart wahrte damit seine Chance auf einen Platz in der Europaliga. Gomez (25., 74.) traf zum ersten Mal seit seiner Rückkehr im Winter zu Hause. Kurz vor seinem ersten Treffer hatte sich Hoffenheims Lukas Rupp schwer am linken Knie verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden (22.) - die bis dahin überlegenen Gäste erholten sich von diesem Schock nicht mehr. Auch, dass VfB-Abräumer Santiago Ascacibar Gelb-Rot sah (65.), nutzte ihnen vor 58.312 Zuschauern im ausverkauften Stuttgarter Stadion nichts.

Quelle: n-tv.de, sgi/sid

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