Fußball

So läuft der 14. Spieltag Ginter verlängert Lewandowskis Torflaute

Torgarant Lewandowski und den FC Bayern stoppen, Tabellenführung ausbauen: So klingt Gladbachs Plan für den 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Nagelsmann trifft seine Ex, Klinsmann lernt etwas über Züge und Favre beschützt BVB-Kapitän Reus.

Was weiß Matthias Ginter?

Der 25-Jährige weiß, dass er zum ersten Mal Vater wird. Im März soll es so weit sein, so viel hat er im Interview mit RTL verraten. Vielleicht weiß er auch schon das Geschlecht des Kindes, verraten wollte er es nicht. Was er aber ganz sicher weiß, ist, dass er am Samstag um 15.30 Uhr arbeiten muss, wenn der Abwehrchef von Borussia Mönchengladbach den FC Bayern München empfängt (im Liveticker bei n-tv.de). Und zwar ziemlich hart, wie Ginters Mannschaftskollege Stefan Lainer vor dem Spitzenspiel des 14. Spieltages der Fußball-Bundesliga im "Kicker" verrät: "Auch wenn sie derzeit nicht Erster sind, brauchen wir nicht darüber diskutieren, dass die Bayern mit Abstand den besten Kader in Deutschland haben."

Ob Ginter nach seiner von muskulären Problemen verursachten Zwangspause von Anfang an spielt, ließ Trainer Marco Rose offen. Weil das 4:2 in der Vorwoche gegen den SC Freiburg aber der fünfte Heimsieg in Serie war, dürfte das Selbstvertrauen des Tabellenführers selten größer gewesen sein. Das könnte eigentlich auch für die Bayern gelten, denen Hansi Flick neues Leben eingehaucht zu haben scheint. So sehr, dass sie nun in München nicht mehr über Thomas Tuchel als Flick-Nachfolger sprechen, sondern vom Duo Tuchel/Flick. Hat aber noch Zeit, denn abseits des Ergebnisses war auch das 1:2 gegen Bayer Leverkusen ein starker Auftritt, allein das Aluminium verhinderte einen bayrischen Sieg.

Dass außerdem Robert Lewandowski seit zwei Bundesliga-Spielen torlos ist, kommt fast einer Flaute gleich. Schließlich traf er in den elf Spielen zuvor 16 Mal. Gelingen ihm in Mönchengladbach zwei Treffer, zieht er mit Jupp Heynckes und dessen 220 Toren in der ewigen Erstliga-Bestenliste gleich. Das zu verhindern, ist wiederum die Aufgabe von Ginter und seinen Nebenleuten. Tipp: Das gelingt und die Borussia siegt mit 2:1.

Was weiß Borussia Dortmund?

Dass Mats Hummels einen freien Samstag hat. Nicht freiwillig natürlich, sondern wegen seines Platzverweises beim mühsam ermauerten 2:1-Erfolg im Berliner Olympiastadion. Deshalb müssen zwei andere Innenverteidiger nun dafür sorgen, dass Rouwen Hennings seine Serie nicht fortsetzt. Der Stürmer von Fortuna Düsseldorf hat nämlich in sieben der jüngsten neun Spiele seines Klubs getroffen. Torlos blieb er nur, wenn die Fortuna insgesamt torlos blieb. Ob das auch am Samstag, so bleibt, wenn die Fortuna um 15.30 Uhr bei der Borussia antritt? Die schwarz-gelbe Defensive ist zumindest anfällig, im November kassierte sie in sechs Spielen 13 Gegentore.

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Nicht in "Top-Top-Form": Lucien Favre über Marco Reus.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Umso wichtiger ist deshalb, dass die Offensive funktioniert. Die allerdings trat zuletzt eher uninspiriert auf. Auch, weil Marco Reus schon mal besser drauf war, wie die Zahlen verraten: Seit seinem Siegtreffer gegen Mönchengladbach am 19. Oktober kam er in neun Partien auf nur einen weiteren Treffer, den späten 3:3-Ausgleich beim Beinahe-Debakel gegen Paderborn. "Ein Spieler kann nicht regelmäßig in Top-Top-Form sein", sagte Trainer Lucien Favre im "Kicker" über seinen Kapitän. Hat er natürlich recht mit. Allerdings ist Reus' Formtief symptomatisch für das bisweilen uninspirierte Offensivspiel der gesamten Mannschaft. Der fehlt das, was Düsseldorf hat: ein Vollstrecker. Allerdings dürfte Hennings mit seinen 32 Jahren kein Kandidat werden, aus der rheinischen in die westfälische Großstadt zu wechseln. Stattdessen sucht der BVB im Winter laut Favre einen Mann für den Angriff, "der alles kann". Tipp: Die Offensive läuft zwar immer noch nicht rund, aber gegen Düsseldorf gibt's trotzdem einen 3:1-Erfolg.

Was passiert sonst noch so?

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC (Freitag, 20.30 Uhr): Jürgen Klinsmann hat Spaß. Am Trainingsalltag zum Beispiel: "Meine Freude ist der Umgang mit Menschen, mit Spielern, da gehe ich auf", sagt der Hertha-Trainer. Nach der ersten kompletten Woche geht's zu Eintracht Frankfurt. Eine der Städte übrigens, die von Berlin aus mit dem Zug erreichbar sind, wie Klinsmann überrascht feststellte: "Da kann mit dem ICE hinfahren, das lerne ich grad." Denn: "In Kalifornien haben wir so einen schnellen Zug nicht." Da ist's allerdings auch nicht so eisig wie in der Hauptstadt, zumal die unglückliche 1:2-Niederlage gegen den BVB die Hertha auf den Relegationsplatz abrutschen ließ. Das Spiel in Frankfurt kommt Klinsmann gerade recht. Denn: Gegen die SGE verlor der BSC nur eines der jüngsten zehn Duelle, gewann davon aber immerhin vier. Tipp: Um auf Nummer sicherzugehen, sollte Klinsmann Vedad Ibisevic einsetzen. Der kommt in seiner Karriere bislang auf 32 Scorerpunkte gegen die Eintracht, wie die "Frankfurter Rundschau" herausgefunden hat. Deshalb - 0:1, drei Punkte gehen nach Berlin.

RB Leipzig - TSG Hoffenheim: RB-Trainer Julian Nagelsmann lädt nach Leipzig zum Date mit der Ex. Seine neue Flamme aus Sachsen ist dabei um einiges heißer: Vier Siege aus den letzten vier Spielen sammelten Werner und Co und überzeugten dabei vor allem in der Offensive. Hoffenheim hat dagegen nach der herben Klatsche gegen Mainz auch gegen Düsseldorf keinen Sieg erringen können. "Es wird natürlich ein besonderes Spiel", sagte Nagelsmann. Ein Geschenk für seine ehemalige Liebschaft hat der Trainer aber wohl nicht im Gepäck. Im Gegenteil: "Dass ich die Jungs und ihre Stärken und Schwächen kenne", prophezeite Nagelsmann, "kann schon ein Vorteil sein". Sollte Gladbach zeitgleich gegen die Bayern nicht gewinnen, winkt RB wieder die Spitzenposition in der Bundesliga. "Eine Tabellenführung zum jetzigen Zeitpunkt wäre aber nicht so reizvoll, wie am 34. Spieltag ganz oben zu stehen", so Nagelsmann. Damit das gelingen kann, müssen gegen die TSG erst mal drei Punkte her. Tipp: Wird aber nicht allzu schwer für die formstarken Sachsen - 3:1.

SC Freiburg - VfL Wolfsburg: Wenigstens eine Antwort haben die Freiburger schon vor der Europapokalplätze-Partie gegen Wolfsburg. Stammtorhüter Alexander Schwolow ist trotz Mannschaftstrainingseinstieg nicht bereit für das Heimspiel und so wird Mark Flekken erneut zwischen den Pfosten stehen. Und für den SCF gilt: Verlieren verboten. Denn die Wölfe könnten mit einem Sieg an den Breisgauern vorbeiziehen. Das Team von Christian Streich versucht dabei auch, gegen einen sich abzeichnenden Abwärtstrend anzukämpfen, denn in den letzten fünf Bundesligapartien holte man lediglich einen Dreier. Die Wolfsburger sind aber auch nicht viel besser drauf, am vergangenen Wochenende setzte es eine knappe Niederlage gegen Bremen. Vielleicht trifft ja Wout Weghorst wieder und verrät dann endlich, wie oft er noch knipsen muss, damit Wolfsburg-Manager Jörg Schmadtke zu rauchen aufhört. Über das Kleingedruckte ihres Wettvertrags bewahrten die Beteiligten nämlich Stillschweigen. Tipp: Weghorst trifft, aber reichen wird's nicht: 1:1.

FC Augsburg - FSV Mainz 05 (alle Samstag, 15.30 Uhr): Geht der Beierlorzer-Effekt weiter? Der neue 05-Trainer sammelte in seinen beiden ersten Spielen die maximalen sechs Punkte. Augsburg ist dafür seit drei Spielen ungeschlagen. "Es gilt, diese Formkurve zu brechen", sagte FCA-Trainer Martin Schmidt. Also die der Mainzer natürlich. Blöd allerdings, dass Beierlozer verlauten lässt, er lasse "keinen Schlendrian zu" und seine Mannschaft sei "willig." Die Form der eigenen Mannschaft will Schmidt gerne weiter aufrecht halten und die Augsburger sollten dringend punkten, denn viel einfacher wird's nicht in den kommenden Wochen: In Hoffenheim, gegen Düsseldorf und in Leipzig sind die nächsten Partien. Trotz des Aufwinds handelt es sich bei den Teams um direkte Rivalen im Abstiegskampf. Schmidt erwartet deshalb einen "richtigen Kracher". Tipp: Na, wenn schon Kracher, dann richtig: 3:4.

Bayer Leverkusen - FC Schalke 04 (Samstag, 18.30 Uhr): Es läuft bei Bayer. Erst hielt Leverkusen mit dem Sieg in Moskau die Champions-League-Hoffnungen am Leben, dann überraschte die Werkself mit dem 2:1 beim FC Bayern. "Hoffentlich ziehen wir das durch bis Weihnachten", hofft deshalb Kevin Volland, der in München beide Tore von Leon Bailey auflegte. Wenn's nach ihm geht, würde er gerne "zumindest ranschmecken" an die Meisterschaft, sollte es an der Tabellenspitze weiter so eng zugehen. Dafür kann der Bayer-Stürmer selbst sorgen, denn ein Sieg würde den vor Spieltagsbeginn Siebten Leverkusen nach Punkten zum derzeitigen Dritten Schalke 04 aufschließen lassen. Damit könnte Volland übrigens Daniel Caligiuri ärgern, der Schalker sagte: "Wenn ich ehrlich bin, schaue ich nach jedem Spiel auf die Tabelle." Tipp: Wenn Caligiuri am späten Samstagabend nachguckt, hat B04 zu S04 aufgeschlossen - 1:0.

1. FC Union Berlin - 1. FC Köln (Sonntag, 15.30 Uhr): Noch vor wenigen Spieltagen steckten beide Teams ganz unten fest, jetzt hat der FC Union auf einmal genau doppelt so viele Punkte wie der FC Köln. Und schon vergangene Saison in Liga zwei gab es für den Effzeh nichts zu holen in Köpenick, 2:0 gewann Union im Januar. "Wenn du mal gar kein Tor schießt, kannst du kein Spiel gewinnen. Das müssen wir uns ankreiden", sagte der damalige Köln-Coach Markus Anfang nach der Niederlage. Einer, der bei den Geißböcken eigentlich für Tore sorgen soll, aber seine Aufgabe eher mangelhaft erfüllt (drei Treffer), ist Simon Terodde. Der sagt diese Woche: "Wir können über den Sturm diskutieren." Ausgerechnet bei den Unionern macht der Stürmer seine ersten Schritte im Profigeschäft. Den Zeugwart und viele Mitarbeiter kenne er noch. "Es ist immer schön, zurückzukommen", so Terodde. "Es wäre noch schöner, drei Punkte mitzunehmen." Tipp: Klappt allerdings nicht für Terodde und Co, den die Unioner sind zu heimstark und gewinnen mit 2:1.

Werder Bremen - SC Paderborn (Sonntag, 18 Uhr): Werder Bremen liegt nach dem Sieg in Wolfsburg nur noch zwei Punkte hinter dem FC Bayern München und den europäischen Plätzen, ähnlich wie man es im Norden vor der Saison geplant hatte. Allerdings: Hierbei handelt es sich um die Auswärtstabelle. Im Heim-Tableau stehen die Werderaner auf dem Relegationsplatz, mit nur einem Sieg bei 8 zu 13 Treffern. "Wir müssen wieder dahinkommen, dass wir zu Hause schwer zu knacken sind und die Punkte holen", sagt deshalb Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie. "Das hat uns in den vergangenen beiden Jahren ausgezeichnet." Für etwas Aufwind, damit es auch mal wieder vor heimischem Publikum klappt, dürfte die Meldung in der Hansestadt gesorgt haben, dass Milot Rashica, der momentan trifft wie er will, nicht an einen Wechsel denkt. Schaut man sich im Falle des SC Paderborn die drei verschiedenen Tabellen an, ändert sich rein gar nichts: Der SCP ist immer letzter. Tipp: Wird auch nach dem Sonntag so bleiben, Werder gewinnt 3:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wir sind ja noch drin im Pokal, ne?", fragte der neue Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann als es um die Euphorie als Folge des Pokal-Erfolgs von Eintracht Frankfurt ging - und freute sich diebisch über die zustimmenden Reaktionen.

Randnotiz zur Tabelle: Die bislang letzte Mannschaft, die mit 28 Punkten nach 13 Spielen Meister wurde, war der FC Bayern in der Saison 2007/08. Auch sie waren damals Tabellenführer, ebenso wie es Gladbach vor dem 14. Spieltag ist. Ein gutes Omen also für die Fohlen? Nun ja. Die Münchner holten auch in der vergangenen Saison den Titel, obwohl sie nach Runde 13 damals neun Punkte hinter dem BVB lagen.

Quelle: ntv.de