Fußball

So läuft der 19. Spieltag Und wer hilft dem BVB hinter Haaland?

4d2e261a7a4111d3fbbdf2ecbe07fdd8.jpg

Erling Haaland übertüncht die Abwehrschwächen seines BVB.

(Foto: dpa)

Borussia Dortmund steht in der Fußball-Bundesliga gut da - vor allem aber, weil Neuzugang Haaland die Abwehrschwächen übertüncht. Damit die beim FC Bayern nicht auftreten, leiht sich der Klub seine Elf zusammen. Und RB Leipzig übt sich beim Schlafen.

Was macht die Abwehr des BVB gegen Cordoba?

"Heiland Haaland" überstrahlte am vergangenen Spieltag der Fußball-Bundesliga alles. Kein Wunder, hatte der 19 Jahre alte Neuzugang Erling Braut Haaland seine Borussia aus Dortmund doch mal eben fast im Alleingang vor einer Niederlage beim FC Augsburg bewahrt (5:3 nach 1:3). Eben dieses Erlebnis konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, welch eklatante Schwächen der BVB in der Defensive hat. Innenverteidiger Mats Hummels bekannte: "Wir haben Augsburg zum Toreschießen eingeladen mit diesen einfachen Ballverlusten, die typisch für uns sind. Viele Spieler von uns verlieren vorne Bälle und wir sind dann hinten offen. Deshalb werden sich für uns noch viele Spiele wie heute auftun, in denen es hin und her geht und viele Tore fallen." Das heißt nichts Gutes für die Partie zum Auftakt des 19. Spieltags gegen den 1. FC Köln an diesem Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de). Die Rheinländer haben sich mittlerweile auf Tabellenplatz 13 vorgearbeitet, sind unter Trainer Markus Gisdol seit vier Spielen ungeschlagen. Allein Toptorjäger Jhon Cordoba erzielte in diesen vier Spielen vier Tore, er traf zuletzt beim 3:1 gegen den VfL Wolfsburg sogar doppelt. Der Kolumbianer dürfte sich auf die wackelige Defensive des BVB freuen - und auf die Chance, sein Torkonto zu erhöhen.

86ae2fb3d1cc1a321ade59a10e7ad018.jpg

Manuel Akanji hatte im Spiel gegen Augsburg mehrfach das Nachsehen.

(Foto: imago images/MIS)

Vor allem hat er es da wohl auf Duelle mit Manuel Akanji abgesehen, der gegen Augsburg für zwei der drei Gegentore mitverantwortlich war. Erst köpfte der 24-Jährige den Ball passgenau zu Gegenspieler Marco Richter, der zum 2:0 einnetzte, kurz darauf war er im Sprintduell gegen Florian Niederlechner zu langsam, der für das 3:1 sorgte. Nun gut, hätte der Schweizer Nationalspieler einfach nur einen schlechten Tag gehabt, wäre das verzeihlich. Aber Akanji offenbarte schon in der Hinrunde immer wieder eklatante Schwächen. Trainer Lucien Favre setzt dennoch auf seinen Landsmann, auch wenn jetzt die Forderung der Fans, doch den jungen Argentinier Leonardo Balerdi spielen zu lassen, lauter werden. Dem traut Favre offenbar nicht einmal zu, gegen den Aufsteiger aus Köln zu bestehen. Nicht das beste Zeugnis für den Argentinier, der bislang nur einmal für zwölf Minuten gegen Fortuna Düsseldorf spielen durfte. Die meiste Zeit verbringt er bei der zweiten Mannschaft des BVB in der Regionalliga. Für Kölns Stürmer Cordoba dürfte das jedenfalls nur eine Ermunterung sein. Tipp: Der BVB siegt mit 4:2, liegt aber erst mal erneut zurück.

Was macht der FC Schalke beim FC Bayern?

Für den FC Schalke 04 könnte sich die jüngste Historie wiederholen. Am vergangenen Spieltag gewannen die Königsblauen gegen den Tabellenzweiten. Und wie es der Spielplan so will, müssen sie nun schon wieder gegen den Tabellenzweiten ran (Samstag, 18.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de). Der hieß am 18. Spieltag Borussia Mönchengladbach, nun ist es der FC Bayern. Bei einem Sieg beim deutschen Meister würden die Gelsenkirchener nach Punkten gleichziehen - aber aufgrund der Tordifferenz hinter den Münchnern bleiben. In jedem Fall wäre es die größere Überraschung, bliebe das Team von Trainer David Wagner nach zwei Siegen und zwei Unentschieden auch im fünften Spiel ungeschlagen.

c677887bd01ff81f22e55c5ac4751110.jpg

Ob Odriozola gleich zum Einsatz kommt, ist fraglich.

(Foto: imago images/Lackovic)

Denn die Münchner haben sich seit dem 14. Spieltag, als sie 1:2 in Mönchengladbach verloren, von Tabellenplatz sieben auf zwei vorgearbeitet. Und das mit der Bilanz von 15:4 Toren. Toptorjäger Robert Lewandowski war nach seiner Leisten-Operation kurz vor Weihnachten rechtzeitig fit zum Rückrundenauftakt bei Hertha BSC (4:0) und traf auch gleich wieder. Doch Lewandowski hin oder her, der Kader spiegelt für viele nicht die Stärke der Bayern der Vorjahre wider. Statt hochkarätige Zugänge zu präsentieren, hat sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic aufs Leihen verlegt. Jüngstes Beispiel: Verteidiger Alvaro Odriozola, der von Real Madrid kam. Auch Ivan Perisic und Philippe Coutinho gehören nicht den Münchnern. Bayern-Experten Justin Kraft zufolge ist die Leihe von Odriozola das Eingeständnis, im Sommer Fehler gemacht zu haben und doch die beste Lösung, die Salihamidzic finden konnte.

Die meiste Aufmerksamkeit wird aber beim Spiel in München einer bekommen, der nicht einmal anwesend ist: Alexander Nübel. Den haben die Bayern zur kommenden Saison nicht ausgeliehen, sondern gekauft. Das hat zur Folge, dass der 22-Jährige sein Kapitänsamt auf Schalke los ist und auch sonst ziemlich viel Bohei um seine Person gemacht wird. Nun ist Nübel derzeit ohnehin noch gesperrt und verzichtet auf eine Reise in seine zukünftige sportliche Heimat. Geredet wird trotzdem über ihn. Doch Schalkes Ex-Keeper Frank Rost hat wenig Mitleid mit Nübel: "Es ist doch so: Wenn man sich für einen anderen Verein entscheidet, muss man mit den entsprechenden Konsequenzen leben." Tipp: Die Schalker müssen auch mit dem Ergebnis leben, 3:1.

Wie geht's dem Tabellenführer RB Leipzig?

In Leipzig herrscht eitel Sonnenschein. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den FC Bayern. Noch dazu hat Trainer Julian Nagelsmann seinen Wunschspieler Dani Olmo bekommen. Der spanische U21-Europameister kam von Dinamo Zagreb. Für leicht düstere Stimmung sorgt nur die Schläfrigkeit der Leipziger kurz nach Spielbeginn. Alle drei vergangenen Spiele waren sie in Rückstand geraten. Das Duell mit dem BVB endete noch 3:3, gegen Augsburg und den 1. FC Union Berlin siegte RB letztlich recht locker jeweils mit 3:1. Trotzdem hat Nagelsmann Konsequenzen gezogen und zwar durchaus gewitzte: Seine Spieler schickte er zum Schlafseminar.

de3db15cf53a880918bad785539eb19b.jpg

Timo Werner beeindruckt sogar den gegnerischen Sportvorstand.

(Foto: imago images/Picture Point LE)

Mal sehen, ob sich das in Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) bereits bezahlt macht. Denn die Eintracht ist offenbar nach der Winterpause wieder ein ernsthafter Gegner. Das Team von Trainer Adi Hütter hat die Zeit zum Durchschnaufen genutzt, nachdem sie vor dem Jahreswechsel alles andere als stabil war und sechs Niederlagen sowie ein Unentschieden kassierte. Bei der TSG Hoffenheim siegten sie 2:1 - und das durchaus verdient. Sportvorstand Fredi Bobic sieht also keinen Grund für Pessimismus: "Wir spielen zu Hause, haben zusammen mit unseren Fans das Potenzial, Leipzig Probleme zu bereiten. Bisher waren die Spiele gegen RB immer offen und spannend. Ich wüsste nicht, wieso sich das ändern sollte", sagte er dem Portal Sportbuzzer. Nun ja, die Antwort gibt er gleich selbst: "Timo (Werner, Anm.d.Red.) ist total stabil geworden, du kannst die Uhr danach stellen, wann er trifft." Der Leipziger Nationalstürmer hat in 18 Spielen 20 Tore geschossen, in den jüngsten neun Partien nur gegen Augsburg nicht getroffen - da wird er vermutlich gegen Frankfurt nicht gerade damit aufhören. Tipp: 1:3, Werner trifft (natürlich).

Was ist sonst noch los?

Borussia Mönchengladbach - 1. FSV Mainz 05: Gladbach erobert Tabellenrang zwei zurück - so könnte es am Samstag gegen 17.20 Uhr sein. Nämlich dann, wenn die Fohlenelf gegen den FSV Mainz gewinnt. Weil der FC Bayern eben erst ab 18.30 Uhr spielt. Und da die Münchner gegen den FC Schalke ran müssen, darf sich Gladbach sogar ein klitzekleines bisschen Hoffnungen machen, dass sie diese Position ein bisschen länger behalten, schließlich wissen sie seit dem vergangenen Wochenende, mit welcher Wucht der FC Schalke sie bezwungen hat. Allerdings müssen die Gladbacher eben selbst auch erst einmal gewinnen, beim Spiel gegen Mainz fehlen gleich drei Verteidiger - Stefan Lainer muss gelbgesperrt pausieren, Ramy Bensebaini und Tony Jantschke sind verletzt. Allerdings sind sieben Heimsiege in Serie eine Macht. Und so sagte Coach Marco Rose bereits: "Wir haben uns erkämpft, dass der Borussia-Park wieder eine Festung geworden ist." Und das werden die Mainzer zu spüren bekommen, die mit vier Niederlagen in den vergangenen fünf Spielen auf Tabellenrang 15 abgerutscht sind. Tipp: 3:1

*Datenschutz

VfL Wolfsburg - Hertha BSC: Pierre Littbarski arbeitet als Markenbotschafter des VfL Wolfsburg. Obwohl gebürtiger Berliner, darf er da keine lobenden Worte über Hertha BSC verlieren. Und so macht er alles richtig, wenn er die hochtrabenden "Big City Club"-Pläne verspottet. Das sei "wie mit einer Rockgruppe. Die braucht auch einen Tophit, um auf Tournee gehen zu können". Einen Tophit - also einen Topspieler - kann Hertha in der Tat, trotz größter Spekulationen in der Winterpause, nicht vorzeigen. Der einzige Zugang ist Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar vom Zweitligisten VfB Stuttgart. Immerhin schwärmt dessen Familie vom - ihrer Meinung nach - Top-Trainer Jürgen Klinsmann: "Alle sagen: Du musst von diesem großen Spieler lernen, hör ihm immer zu. Er macht dich besser", erklärte Ascacibar. Grund zur Hoffnung: Trainer Oliver Glasner hat die Niedersachsen bislang nicht besser gemacht. Schließlich ist der VfL mit nur 19 Toren das zweitschwächste Offensivteam der Liga. Tipp: Klinsmanns Team gewinnt gegen Wolfsburg knapp mit 1:0.

SC Freiburg - SC Paderborn: Der SC Freiburg steht viel zu gut da. Sagt zumindest die Statistik. Was die Breisgauer nicht daran hinderte, in Mainz zu gewinnen und - Stichwort: Statistik - Nils Petersen daran, in der ewigen SC-Torschützenliste an Joachim Löw vorbeizuziehen. Allerdings hatten sie in Mainz auch tatsächlich die besseren Chancen als der FSV. Vielleicht hatten Petersen und Co ja Zeit, sich mit Expected Goals auseinanderzusetzen. Zumindest war es ja vor nicht allzu langer Zeit eben jener Petersen, der vom stupiden Alltag seines Fußballprofi-Lebens erzählte, und so ein Text über Wahrscheinlichkeiten erfordert ja doch ein wenig Mitdenken. Für die Paderborner wiederum heißt es, die in der Hinrunde rechnerisch zu viel kassierten Tore in der Rückserie zu vermeiden. Tipp: Petersen trifft und Freiburg gewinnt mit 2:1.

e521fcb9c90d3929d591d0f272a5771c.jpg

Nur in der Alten Försterei fühlt sich Union richtig wohl.

(Foto: dpa)

1. FC Union Berlin - FC Augsburg (alle Samstag, 15.30 Uhr): Die Union-Fans sind endlich wieder dort, wo der Fußball in ihren Augen noch lebt: im Stadion an der Alten Försterei. Nach einem Höhenflug ist der Aufsteiger der Abstiegszone wieder etwas näher gekommen. Nur ein Punkt aus vier Spielen, das ist zu wenig. Auch deshalb verstärkten sich die Köpenicker mit Yunus Malli. Der türkische Nationalspieler kam per Leihe aus Wolfsburg und stand bei der Niederlage in Leipzig am 18. Spieltag zumindest 18 Minuten auf dem Platz. Gegen Augsburg könnte er in die Startelf rücken. Nun, Tore geschossen hat er in den 68 Einsatzminuten in dieser Saison (für Wolfsburg spielte er zweimal in der Europaliga) nicht. Und so dürfte er FCA-Coach Martin Schmidt weniger Kopfzerbrechen bereiten als Dortmunds Haaland. Und da Union nicht der BVB ist, bleibt Schmidt bei seinem offensiven Ansatz: "Wir hatten vorher viele Spiele, die wir genau deshalb gewinnen." Tipp: Das klappt auch diesmal wieder, Augsburg siegt mit 2:1.

SV Werder Bremen - TSG Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr): Bei all den Personalsorgen, die den SV Werder belasten, geht es etwas bergauf: Trainer Florian Kohfeldt ist zurück. Dass er am vergangenen Wochenende beim 1:0 in Düsseldorf an der Seitenlinie stand, war laut Sportchef Frank Baumann nur seiner Willensstärke zu verdanken: "Flo hätte mit seiner bakteriellen Entzündung im Fuß eigentlich im Bett oder Krankenhaus liegen müssen." Der Kader aber hat sich nicht von selbst aufgefüllt. Der in Düsseldorf so schwer mit seinem eigenen Keeper Jiri Pavlenka zusammengerasselte Innenverteidiger Kevin Vogt könnte sich aber von seiner Gehirnerschütterung rechtzeitig erholen, sodass er gegen seinen Ex-Klub einsatzbereit ist. Apropos Kopf, den halten die Bremer so weit oben, dass sie nicht in Selbstmitleid verfallen. Das "hilft nicht weiter", sagte Maximilian Eggestein. Gegen die Hoffenheimer aber dürfte es schwer werden, eine kleine Siegesserie zu starten. Das Team von Trainer Alfred Schreuder liegt mit 27 Punkten auf Platz acht. Die Bremer haben zehn Punkte weniger - und kämpfen ums Überleben in der Liga. Tipp: 1:3

imago46194422h.jpg

Jetzt trifft Kevin Volland auch noch mit Köpfchen.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Bayer 04 Leverkusen - Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 18 Uhr): Peter Bosz hat ein Problem. Leverkusens Trainer gingen in dieser Woche die Linksverteidiger aus. Daley Sinkgraven bekam beim 4:1 in Paderborn einen Schlag aufs Knie, Wendell verletzte sich im Training am rechten Sprunggelenk, beide hoffen, bis Sonntag fit zu sein. Für Kevin Volland wiederum kann der Anpfiff wohl nicht schnell genug kommen. Der Stürmer traf beim Tabellenletzten zum ersten Mal doppelt per Kopf. Wenn der 1,78 Meter große Angreifer jetzt auch noch aus der Luft gefährlich wird, dann wäre er doch vielleicht auch bestimmt mal irgendwann wieder Kandidat für die DFB-Elf. Oder? Hoffen ist erlaubt, groß scheinen die Chancen aber nicht. Das gilt auch für Rouwen Hennings, der 61 Prozent der Fortuna-Treffer in dieser Saison erzielte. Während seine elf Tore nach 18 Spielen sehr ordentlich sind, bräuchte er dringend Unterstützung: Denn Düsseldorf kommt exakt auf ein einziges Tor pro Spiel. Und blieb in vier der fünf jüngsten Auftritte ganz ohne Treffer. Deshalb lautet der Tipp 2:0 für Leverkusen.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wer von euch hat schon mal gegen Bayern München gewonnen?", das fragte Schalke-Trainer David Wagner sein Team vor dem Duell. Die Ernüchterung: "Das waren nicht viele."

Im Rennen um den Titel des Torschützenkönigs gibt es wohl nur noch zwei Kandidaten: Robert Lewandowski vom FC Bayern und Timo Werner von RB Leipzig stehen bei jeweils 20 Treffern. Dritter ist Düsseldorfs Rouwen Hennings mit elf Toren. Bester Vorbereiter ist der Münchner Thomas Müller mit zwölf Assists, Dortmunds Jadon Sancho kommt auf elf. Der BVB-Offensivspieler hat dazu zehn Mal selbst getroffen - und ist der einzige Bundesliga-Profi, der bislang zweistellige Werte in beiden Kategorien aufweist.

Quelle: ntv.de