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Spartipps fürs mobile Internet Datenvolumen schnell verbraucht - was tun?

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Mit den richtigen Einstellungen reicht das Datenvolumen bis zum Monatsende.

(Foto: kwe)

Wenn der Mobilfunkanbieter schon nach zwei Wochen ankündigt, demnächst die Surfgeschwindigkeit zu reduzieren, ist nicht unbedingt das Volumen zu knapp bemessen. Schuld am hohen Datenverbrauch sind meistens falsche Einstellungen.

Das kennt wohl fast jeder Smartphone-Nutzer: Schon Tage oder gar Wochen bevor der neue Monat erreicht ist, kommt eine Nachricht, in der der Mobilfunkanbieter mitteilt, dass das Highspeed-Datenvolumen fast verbraucht ist und die Übertragungsrate vermutlich in Kürze auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt wird. Manche schlagen dann vor, das Volumen für einen gepfefferten Betrag einmalig aufzustocken, andere bieten gleich einen teureren Tarif mit größerem Volumen an. Aber ist das wirklich nötig? Meistens nicht. Denn mit den richtigen Einstellungen und Apps kommt man auch mit einem 200 Megabyte großen Datenpäckchen bequem über den Monat.

Zunächst ist es wichtig, den Datenverbrauch im Blick zu behalten - zu wissen, wie viele Megabyte man insgesamt verbraucht, welche Apps das Volumen aufzehren und wie lange es noch reicht. Allgemein gilt: Den exakten laufenden Datenverbrauch gibt's nur vom Mobilfunkanbieter. Um ihn abzulesen, meldet man sich gewöhnlich im Servicebereich seiner Website mit Telefonnummer und Passwort an. Bei Congstar genügt es auch, im mobilen Browser die Seite datapass.de aufzurufen. Für einen Überblick reichen aber meistens schon die Bordmittel des Betriebssystems aus.

Apps im Auge behalten

Unter Android gibt's in den Einstellungen unter Datenverbrauch ein Werkzeug, das den Gesamtverbrauch und die Datennutzung einzelner Apps anzeigt. Hier ist es möglich, ein Limit festzulegen, bei dem die mobile Datennutzung automatisch gestoppt wird - beispielsweise um sich eine Notfallreserve für wichtige E-Mails aufzusparen. Weniger drastisch ist es, sich warnen zu lassen, wenn ein bestimmtes Datenvolumen erreicht ist. Dazu zieht man die Linie unterhalb des festgelegten Ablesezyklus' am dicken Punkt an die gewünschte Position.

Sehr effektiv ist es, die Datennutzung einzelner Apps zu überprüfen. Hier ist nicht nur zu sehen, wie viel die Anwendungen verbraucht haben, es ist auch möglich, ihnen das Recht auf selbstständige mobile Datennutzung zu entziehen. Dazu tippt man auf ihr Symbol und aktiviert App-Hintergrunddaten beschränken. Eine E-Mail-Anwendung synchronisiert sich dann beispielsweise nur noch im WLAN oder auf Befehl des Nutzers. Sollen Apps grundsätzlich im mobilen Netz nicht im Hintergrund tätig werden, kann man dies pauschal im Drei-Punkte-Menü oben rechts festlegen. Dann werden aber auch wichtige Prozesse wie die Google Play-Dienste eingeschränkt und einige Apps arbeiten nicht mehr richtig.

Magere iPhone-Einstellungen

Auf dem iPhone finden sich die entsprechenden Einstellungen unter Mobiles Netz. Allerdings gibt es hier wesentlich weniger Informationen als auf Android-Geräten. So ist es unter iOS nur möglich, den Verbrauch monatlich zu bestimmen, wenn man die Statistiken jedes Mal manuell zu Beginn des Berechnungszeitraums zurücksetzt. Ebenso kann man unter diesem Menüpunkt Apps nur die komplette mobile Datennutzung verbieten. Soll lediglich die Hintergrundaktualisierung eingeschränkt werden, muss man in den Einstellungen zu Allgemein - Hintergrundaktualisierung wechseln. Allerdings gibt es auch hier keine Möglichkeit, nur die mobile Hintergrundaktualisierung abzustellen. iPhone-Nutzer, die mehr Kontrolle wünschen, können sich eine Monitor-App installieren, beispielsweise My Data Manager.

Wer ein Smartphone mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone hat, findet in der aktuellen Version 8.1 in den Einstellungen den Menüpunkt Datenoptimierung, wo der Verbrauch der vergangenen 30 Tage angezeigt wird. Legt der Nutzer ein Limit fest, ist auch eine Überwachung eines bestimmten Zeitraums möglich. Praktisch: In den App-Einstellungen kann man die Datennutzung im Hintergrund immer oder automatisch einschränken, wenn das eingestellte Limit erreicht ist. Zusätzlich gestattet Windows Phone 8.1 hier, dem Browser einen schlanken Datenverbrauch vorzuschreiben. Im Stromsparmodus ist es auch möglich, die Hintergrundaktualisierung einzelner Apps zu regeln. Standardmäßig ist sie hier abgeschaltet, kann aber aktiviert werden.

Vorsicht, Einzeltäter

Oft sind es auch nur einzelne Anwendungen, die fast im Alleingang das gebuchte Datenvolumen verbrauchen. Das sind vor allem Cloud-Dienste, die anbieten, Fotos automatisch hochzuladen. Dazu gehören Dropbox, Google+/Fotos, OneDrive oder Flickr. Gewöhnlich ist bei ihnen zwar der Kamera-Upload im mobilen Netz deaktiviert, aber vielleicht hat der Nutzer mal eine Ausnahme gemacht und dann vergessen, die Funktion wieder zu deaktivieren. Ein Blick in die App-Einstellungen lohnt sich also. Auch bei E-Mail-Apps gibt es ein hohes Sparpotenzial, wenn man unterbindet, dass gesamte Nachrichten inklusive Bilder und anderen Anhängen geladen werden. Ebenso sollte man sich verkneifen, in Whatsapp und anderen Messengern Fotos, MP3s oder gar Videos automatisch über eine mobile Verbindung herunterzuladen. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für Facebook und andere soziale Netze. Große Volumengräber können auch die App-Stores sein, wenn in den Einstellungen automatische Updates bei mobiler Datennutzung erlaubt sind.

Die größten Datenverbraucher sind aber Streamingdienste. Wer Cloud-Musik hört oder Videos bei Youtube und Co sieht, sollte dies immer über WLAN tun. Optional bieten Spotify, Google Play Music und andere Musikdienste an, Songs, Alben oder Playlists im WLAN herunterzuladen und offline zu nutzen. Android-Nutzer können in der Dailymotion-App sogar Videos auf der Speicherkarte ablegen.

Datensparer müssen auch nicht auf Karten- und Navigations-Apps verzichten. Google Maps gestattet den Download eines relativ großen Kartenausschnitts. Dazu tippt man ins Suchfenster und scrollt ganz nach unten, wo Karte für Offlinenutzung speichern steht. Wer für das Auto eine Turn-by-Turn-Navigation sucht, wird in den App-Stores ebenfalls fündig, n-tv.de hat kürzlich empfehlenswerte Apps vorgestellt.

Doch auch wer zu Hause, bei der Arbeit oder Freunden glaubt, im WLAN-Netz zu sein, muss vorsichtig sein. Denn kommt die Verbindung aus welchen Gründen auch immer nicht zustande, warnt die App den Nutzer nicht, sondern streamt munter über das mobile Netz und in wenigen Stunden, vielleicht nur Minuten, ist das Datenvolumen verbraucht. Zwar ist es nicht möglich, für Youtube die mobile Datennutzung komplett abzuschalten, zumindest können aber HD-Videos deaktiviert werden.

Rettung in der Not

Ist das Datenvolumen sehr knapp, gibt's auch noch weitere Möglichkeiten, ein paar Megabytes zu sparen. So bieten manche Browser an, die Websites zu komprimieren und so rund 40 Prozent sparsamer zu arbeiten. Allerdings muss man akzeptieren, dass sie dafür die Daten über ihre Server umleiten. Dazu gehören Google Chrome (Android/iOS) und Opera Mini (Android/iOS). Surft ein Nutzer viel, läppert sich das, Websites mit vielen Bildern fressen gerne mal mehr als 1 Megabyte des Datenvolumens. Daher lohnt es sich auch, grundsätzlich die mobilen Ansichten von Websites anzusteuern, die meistens sparsamer als die regulären sind.

Wer grundsätzlich kein Problem mit einer Datenumleitung hat, notorisch volumenklamm ist oder sich mit ein paar Megabyte noch in den nächsten Monat retten möchte, kann auch die kalifornische App Onavo Extend (iOS/Android) installieren. Laut Entwickler optimiert und komprimiert der Dienst so gut, dass bis zu fünf Mal weniger Daten verbraucht werden.

Quelle: ntv.de