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Kuratierte Musik für jede Situation Google wird zur Stimmungskanone

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Wenn der Sommer Geschichte ist, liefert Google zum Herbst passende Musik.

(Foto: Hoederath/Google)

Ab sofort bietet Google Play Musik Abonnenten auch in Deutschland kuratierte Playlisten. Unter anderem stellen DJs und andere Musikexperten Songs zusammen, die zu bestimmten Situationen oder der Stimmung eines Nutzers passen sollen.

In den USA hat Google in seinem Musik-Streamingdienst schon seit einigen Monaten kuratierte Playlisten im Angebot, wie sie Spotify oder Deezer schon länger integriert haben und die bei Neueinsteiger Apple Music eine zentrale Rolle spielen. Möglich wurde dies durch den Kauf des hierzulande eher unbekannten Spezialisten Songza im Juli 2014. Mitbegründer Elliott Breece ist inzwischen Produktmanager für Google Play Musik und gab jetzt persönlich in Deutschland den Startschuss für kuratierte Playlisten.

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Unter "Jetzt anhören" gibt's Playlists, die zur jeweiligen Situation des Nutzers passen sollen.

(Foto: n-tv.de)

Kuratiert bedeutet, dass Playlisten nicht von Algorithmen, sondern von echten Menschen zusammengestellt werden. Für Google arbeiten weltweit unter anderem DJs, Musikkritiker oder Musiker, die die Titel "persönlich" auswählen und "kontinuierlich weiterpflegen". Zu persönlich will das Unternehmen aber nicht werden, die Anzahl der Kuratoren oder Namen wurden bei der Pressekonferenz in Berlin nicht genannt.

Eine Spezialität sind Listen in Kategorien, die Nutzer in Play Musik unter "Jetzt anhören" finden. Die Vorschläge werden dort ständig unter anderem dem Wochentag, der Uhrzeit oder der Jahreszeit entsprechend angepasst. Aktuell gibt's dort beispielsweise "Entspannt im Sommer" oder "Heißer Tag im Büro" mit jeweils drei verschiedenen Playlisten. Außerdem bietet Google unter "Sender durchsuchen" zahlreiche Listen nach Musikgenres, Jahrzehnten oder passend zu Aktivitäten und Stimmungen zusammengestellt an. "Egal, ob zur morgendlichen Sportstunde, für die Autofahrt ins Büro oder für einen gemeinsamen Kochabend mit Freunden - wir haben die ideale Playlist bereits vorbereitet", sagt Breece.

3,5 Stunden Musik am Stück

Die kuratierten Playlisten können wie alle in Play Musik angebotenen rund 30 Millionen Musiktitel für die Offline-Nutzung heruntergeladen werden. Prima: Google gestattet es, Titel neu zu ordnen, aus einer Liste zu entfernen oder eigene Musik hinzuzufügen. Eine Playlist liefert rund 3,5 Stunden Musik.

Im Gegensatz zu Apple oder Spotify bietet Google noch keine Familienpreise an, das Abo kostet pro Teilnehmer 10 Euro im Monat. Gratis ist die Möglichkeit, bis zu 50.000 eigene Musiktitel zu Play Musik hochzuladen. Ist man Streaming-Kunde, werden diese Songs unter "Meine Musik" in den Dienst integriert. Google Play Musik steht auf Android- und iOS-Geräten, im Browser und auf Sonos-Anlagen zur Verfügung.

In einem schnellen Test hinterließen die kuratierten Playlisten einen guten Eindruck, die Mischungen sind interessant und abwechslungsreich. Schön ist, dass bei den Stimmungen nicht zu sehr auf Klischees rumgeritten wird. Die Listen von Googles Kuratoren können auch gut zum Entdecken neuer Musik oder als Füllhorn eigener Zusammenstellungen dienen. Wer einen besonders ausdifferenzierten Musikgeschmack hat, wird sich aber eher selten kuratieren lassen, sondern lieber weiter auf seine eigenen Listen aufbauen.

Quelle: n-tv.de

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