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Blaupunkt im Haus Was taugt ein günstiges Multiroom-System?

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Mit den bekannten Autoradios hat das neue Blaupunkt kaum noch etwas zu tun, verschiedene chinesische Produkte werden mit dem Namen versehen.

(Foto: kwe)

Blaupunkt bietet ein günstiges Mutiroom-System mit drei verschiedenen Lautsprechern an. n-tv.de hat ausprobiert, ob es trotz kleiner Preise groß aufspielen oder ob man sich die Anschaffung sparen kann.

Multiroom-Systeme sind eine feine Sache, weil man Musik gleichzeitig auf verschiedene WLAN-Lautsprecher streamen kann und das Smartphone dafür nicht in Funk-Reichweite sein muss. Gute Systeme haben allerdings ihren Preis, der günstigste Lautsprecher von Platzhirsch Sonos kostet beispielsweise auch online mindestens 170 Euro. Diese Lücke will Blaupunkt mit dem MR 50, dem MR 100 und dem PMR 100 füllen. n-tv.de hat ausprobiert, ob das dem Hersteller gelingt.

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Die Tasten des PMR 100 sind Geschmackssache.

(Foto: kwe)

Für den Test schickte Blaupunkt seinen größten Lautsprecher, den MR 100 und zwei kleine PMR 100, die direkt an Steckdosen gesteckt werden. Die Kombination bietet sich beispielsweise an, wenn man Wohnzimmer, Küche und Bad beschallen möchte. Zum Multiroom-System werden die WLAN-Lautsprecher via integriertem Google Chromecast.

Es geht auch via Bluetooth

Die Einrichtung ist recht unkompliziert: Man installiert die Google-Home-App auf dem iPhone oder Android-Smartphone und steckt die Geräte ein. Nach einer Weile erkennt die App die Lautsprecher, man muss nur noch den Anweisungen folgen und eventuell Streamingdienste einbinden. Diese Übung haben die Speaker problemlos absolviert, nach ein paar Minuten stand das System. Danach kann man die Lautsprecher beispielsweise aus dem Chrome-Browser oder via Spotify Connect ansteuern. Außerdem kann man Geräte auch über Bluetooth verbinden und es gibt Aux-In-Anschlüsse.

Die Blaupunkt-Lautsprecher haben zwar Ausschalter, sie trennen die Geräte aber nicht komplett vom Strom, sondern versetzen sie in den Standby, wo sie weniger als 3 Watt verbrauchen. Bei den günstigen Speakern ist trotz Chromecast kein Google Assistant an Bord, eine aufwändige Spracherkennung hätte sie viel teurer gemacht.

Das Design der Geräte ist nichts Besonderes, aber die schlichten Lautsprecher, die es in Schwarz oder Weiß gibt, sollten mit fast jeder Einrichtung harmonieren. Die Verarbeitung ist gut, auch wenn jede Menge Plastik zum Einsatz gekommen ist. So muss man bei den Speakern auch bei höheren Lautstärken keine Nebengeräusche durch vibrierende Bauteile befürchten.

Keine großen Klangkünstler, aber nicht schlecht

Soweit kann das günstige Blaupunkt-System gut mit der teureren Konkurrenz mithalten, beim Klang muss man erwartungsgemäß aber Abstriche machen, erstklassiger Sound ist selten günstig zu haben. Die Lautsprecher schlagen sich aber nicht schlecht. Der MR 100 erzeugt mit zwei 15-Watt-Stereo-Lautsprechern recht gefällige Höhen und auch hörbare Bässe sind vorhanden. Die Mitten sind allerdings etwas dünn und insgesamt klingt der Speaker ein wenig blechern. Alles in allem kann er sich aber hören lassen.

Der kleine PMR 100 ist eher für Hintergrundbeschallung geeignet, hat aber auch noch genug Volumen, um morgens im Badezimmer für Stimmung zu sorgen. Sein Klang ist ausgewogen, Bässe und Höhen sind aber nicht seine Stärken - was bei seiner Größe auch kaum zu erwarten ist. Je nachdem, wo sich in einem Raum die Steckdosen befinden, ist es mal praktisch, oft aber auch ein Nachteil, dass der Lautsprecher direkt eingesteckt wird. In der Ecke knapp über der Scheuerleiste kann kein Speaker glänzen, schon gar nicht der mit maximal 2 Watt (RMS) doch ziemlich schwachbrüstige PMR 100.

Der Preis macht die Musik

Letztendlich ist das Blaupunkt-System keine echte Alternative zu Systemen von Sonos, JBL, Riva & Co., die klanglich einfach in einer anderen Liga spielen. Wenn man aber nicht die allerhöchsten Ansprüche hat, könnten die Lautsprecher vielleicht durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis verlockend sein. Online kostet der MR 100 rund 130 Euro, der PMR 100 knapp 115 Euro. Andererseits bekommt man den Google Home auch schon für 125 Euro. Und der klingt nur etwas schwächer als der große Blaupunkt, lässt den kleinen Speaker klanglich hinter sich und bietet auch noch einen Sprachassistenten.

Quelle: n-tv.de

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