Technik

Zu Hause, in Büro und Bundestag Wie schützt man sich vor Hackern?

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Cyberkriminelle haben oft zu leichtes Spiel, weil Nutzer, Unternehmen und Regierungen leichtsinnig sind.

(Foto: G Data)

Meldungen über Hackerangriffe sind keine Panikmache, die Bedrohung ist real - für jeden Nutzer. Hundertprozentiger Schutz ist nicht möglich, aber man kann einiges tun, um sich möglichst sicher im Internet zu bewegen. Dafür muss man kein Experte sein.

Auch wenn die Software vielleicht hochentwickelt ist und den Hackern eine millionenschwere Infrastruktur zur Verfügung steht, wurde der Trojaner, der im Netzwerk des Bundestags entdeckt wurde, keineswegs besonders raffiniert eingeschmuggelt. Offenbar haben Parlamentarier oder Mitarbeiter auf einen Link geklickt, der ihnen per E-Mail geschickt wurde. Erst auf der Webseite, zu der der Link führte, lauerte die Malware, die dann relativ leichtes Spiel hatte.

Personen, die mit sensiblen Daten arbeiten oder gar Geheimnisträger sind, sollten wissen, dass bei E-Mail-Links höchste Vorsicht geboten ist. Die Hacker haben sie trotzdem überlistet, und so kann es jedem ergehen, der nicht vorsichtig ist. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat zwölf Regeln zusammengestellt, an die sich jeder Internet-Nutzer halten sollte. Hätte man sie beachtet, wäre vielleicht auch der Angriff auf den Bundestag gescheitert.

1. Betriebssystem und installierte Programme müssen immer durch Updates aktuell gehalten werden - am besten automatisch. In Programmen ist dafür gewöhnlich in den Einstellungen nur ein Häkchen an der richtigen Stelle nötig. Wo die Funktion in Windows zu finden ist, zeigt Microsoft in Anleitungen für jede Version seines Betriebssystems. Auf Mac-Rechnern kann man die automatischen Updates in den Einstellungen des App Store ein- und ausschalten. Auch Apple zeigt auf einer Support-Seite, wie's geht. Normalerweise sind bei beiden Systemen die automatischen Updates bereits aktiviert und Nutzer brauchen sie nur noch zu akzeptieren.

Nutzer müssen keine Administratoren sein

2. Auf Windows-Rechnern muss ein zuverlässiges Antiviren-Programm installiert sein, das ebenfalls immer aktuell gehalten werden muss. Werden sie in sensiblen Bereichen genutzt, ist auch für Mac-Computer eine Schutz-Software Pflicht.

3. Die integrierte Personal Firewall sollte immer aktiviert sein.

4. Ganz wichtig: Für den normalen Internet-Alltag sollte ein Konto ohne Administratorrechte eingerichtet werden. Im Ernstfall kann ein Schädling dann nicht in die empfindlichsten Bereiche eines Betriebssystems vordringen. Anleitungen für die Einrichtung einfacher Benutzerkonten gibt's für Windows, Max OS X, und Linux-Systeme.

5. Misstrauen und Zurückhaltung: "Klicken Sie nicht automatisch auf jeden Link oder jeden Dateianhang, der Ihnen per E-Mail gesendet wird. Überprüfen Sie gegebenenfalls telefonisch, ob der Absender der Mail authentisch ist. Wenn Sie Software herunterladen möchten, dann sollten Sie dies möglichst ausschließlich von der Webseite des jeweiligen Herstellers tun."

6. Das BSI empfiehlt die Verwendung eines modernen Browsers mit fortschrittlichen Sicherheitsmechanismen. Konsequent werde dies unter anderem von Chrome umgesetzt - er kann auch ohne Anmeldung bei Google genutzt werden. Empfohlene Sicherheitseinstellungen bei allen gängigen Browsern gibt's hier.

Unterschiedliche Passwörter für jeden Dienst

7. Sichere Passwörter sind Pflicht, sie sollten für jeden Dienst unterschiedlich sein.

8. Wenn persönliche Daten übertragen werden, sollte dies ausschließlich über verschlüsselte Verbindungen geschehen. Man erkennt dies an der Internetadresse, die mit "https://" beginnt und an dem kleinen Schloss-Symbol in Ihrem Browserfenster. Oft färben Browser sichere Adressen auch grün ein.

9. Nicht genutzte Programme sollten deinstalliert werden.

10. Um vor dem Totalverlust von Daten geschützt zu sein, sind regelmäßig Backups (Sicherungskopien) empfehlenswert. Am besten nutzt man dafür externe Festplatten. Bei Apple-Computern ist dafür die "Time Machine" zuständig, unter Windows "Sichern und Wiederherstellen".

11. WLAN-Router sollten so modern sein, dass sie den Verschlüsselungsstandard WPA2 verwenden. Die weit verbreiteten Fritzboxen werden mit sicheren Voreinstellungen ausgeliefert, weitere Tipps gibt's hier.

12. Die Initiative "Botfrei" bietet eine schnelle und kostenlose Möglichkeit, den Sicherheitsstatus des Computers zu testen. Man sollte dies regelmäßig tun.

Quelle: ntv.de, kwe

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