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Medizinisches Wunder Ärzten gelingt Hals-Transplantation

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17 Stunden dauerte die OP.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Ich danke euch für alles", sagt Michal. Dass er noch am Leben ist und reden kann, kommt einem Wunder gleich. Ärzte haben dem Krebskranken in einer 17-stündigen Operation große Teile des Hals- und Rachenbereiches transplantiert.

Polnischen Ärzten ist nach eigenen Angaben eine Transplantation großer Teile des Hals- und Rachenbereiches gelungen. Die Welt habe zuvor schon zwei ähnliche Operationen gesehen, doch diese sei "die komplexeste von allen" gewesen, sagte der Leiter des Chirurgenteams, Adam Maciejewski. Den Medizinern aus der Stadt Gliwice im Süden des Landes war bereits 2013 ein spektakulärer Erfolg gelungen, als sie einem Unfallopfer in einer lebensrettenden Notoperation ein Gesicht transplantierten.

Die jetzige Transplantation von Kehlkopf, Luftröhre, Speiseröhre, Rachenhöhle, Schilddrüse sowie von Muskelgewebe und Haut im Halsbereich fand bereits am 11. April statt. In der 17-stündigen Operation wurden die Organe einem 37-jährigen Polen eingepflanzt, der an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung des Kehlkopfes litt.

Bei der Pressekonferenz sagte der nur unter dem Namen Michal auftretende Patient mit noch sehr leiser Stimme: "Ich danke euch für alles." Maciejewski zufolge verläuft die Genesung außerordentlich gut: "Wir waren überrascht, wie schnell er wieder zu atmen und zu sprechen anfing. Wir mussten ihn sogar bremsen", sagte der Chirurg. Dennoch liege vor Michal ein langer Genesungsweg, bis er wieder "normal essen, sprechen und atmen kann wie wir alle", sagte Maciejewski.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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