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Stress, Hormone, Infektionen Autoimmunerkrankung durch Schlafentzug?

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Untersuchung einer Hand auf Rheuma.

(Foto: imago stock&people)

Wenn sich das Abwehrsystem gegen den Körper selbst wendet, spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Da es sowohl zahlreiche Betroffene als auch viele verschiedene Erkrankungen dieser Art gibt, sind direkte Auslöser nur schwer zu benennen.

Ob Morbus Crohn, Rheuma oder Multiple Sklerose, eine Autoimmunerkrankung bekommt man, wenn drei Dinge zusammenkommen: eine genetische Anlage, bestimmte Umweltfaktoren und Veränderungen in den Regulationsmechanismen des Immunsystems. Darüber besteht Einigkeit bei den Medizinern. Wie diese drei Arten von Ursachen konkret aussehen, ist so vielschichtig wie die Erkrankungen, die genetische Ausstattung der Betroffenen und deren Lebensumstände.

Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankung ist der Überbegriff für eine Vielzahl an Krankheiten, bei denen das Immunsystem überreagiert und gegen körpereigenes Gewebe aktiv wird. Dadurch kommt es zu verschiedenen Entzündungsreaktionen, die langfristig zu Schäden an den betroffenen Organen führen.

Für diese Erkrankungen werden drei Dinge als Ursachen benannt: eine genetische Prädisposition, bestimmte Umweltfaktoren und Veränderungen in den Regulationsmechanismus der Immunabwehr.

Frauen erkranken wesentlich häufiger als Männer, vor allem im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Dennoch können für das Ausbrechen bestimmter Autoimmunerkrankungen auch konkrete Dinge eingekreist werden. "Stress jeglicher Art kann tatsächlich dazu führen, dass Autoimmunerkrankungen ausbrechen", sagt Professor Götz von Wichert, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin der Schön Klinik Hamburg Eilbek in einem Gespräch mit n-tv.de. Die Anlage der Erkrankung an sich ist aber beim Betroffenen im Vorfeld schon dagewesen, nur nicht erkannt. "Lebensereignisse egal welcher Art könnten tatsächlich dazu führen, dass es zu einer veränderten Lage im Immunsystem kommt", erklärt der Experte. Neben Stress können  auch Infektionen oder Umstellungen im Hormonhaushalt Autoimmunerkrankungen auslösen.

Auslöser nicht zu benennen

Schlafentzug oder der Beginn eines Gefängnisaufenthaltes könnten tatsächlich zum Ausbruch einer Autoimmunerkrankung oder auch zu sogenannten Schüben führen, müssen es aber nicht. "Nicht bei jedem, der eine Autoimmunerkrankung hat, ist diese durch ein Live-Event ausgelöst worden", betont von Wichert.

Im Nachhinein zu klären, ob bestimmte Lebensumstände tatsächlich ursächlich für den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung sind, ist bisher nicht möglich, denn Autoimmunerkrankungen werden durch komplexe Vorgänge im Körper ausgelöst. Sie sind deshalb auch nicht heilbar. Lediglich die Symptome können durch spezifische Therapien gelindert und die Aktivität des Immunsystems unterdrückt werden. Zudem kann der Verlauf von Autoimmunerkrankungen nicht solide prognostiziert werden.

So wie eine Autoimmunerkrankung gekommen ist, so kann sie nach Jahren wieder verschwinden. Man spricht dann davon, dass die Krankheit "ausbrennt". Manchmal wird sogar von einer Spontan- oder Wunderheilung berichtet. In diesem Fall erlischt die Krankheitsaktivität, das Immunsystem wendet sich nicht mehr gegen den eigenen Körper und Schübe bleiben aus - ganz von selbst.

Quelle: n-tv.de, jaz

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