Wissen
Wie ein Lächeln ankommt, wirkt sich auch auf körperlicher Ebene aus.
Wie ein Lächeln ankommt, wirkt sich auch auf körperlicher Ebene aus.(Foto: imago/allOver-MEV)
Dienstag, 06. März 2018

Unterschwellige Botschaft: Bestimmte Art des Lächelns löst Stress aus

Das ist bestimmt jedem schon einmal passiert: Obwohl der Mensch gegenüber lächelt, kommt der Gesichtsausdruck nicht wohlwollend an. Aber warum? Forscher wissen nun die Antwort.

Lächeln ist ein Ausdruck von Freude. Doch das ist nur eine Facette dieses Gesichtsausdrucks. Forscher haben im vergangenen Jahr das unbewusste Lächeln in drei Kategorien eingeteilt. Sie unterscheiden zwischen Belohnungslächeln, kooperativem Lächeln und Dominanzlächeln. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse forschte das Psychologen-Team der University of Wisconsin-Madison unter Leitung von Paula Niedenthal nun weiter. Die Forscher wollten wissen, ob Menschen überhaupt in der Lage sind, die drei Arten voneinander zu unterscheiden und wie der Körper reagiert.

Für die Untersuchung maßen sie Herzschlag und Cortisolpegel im Speichel bei insgesamt 90 Studienteilnehmern. Diese bekamen die Aufgabe, drei vorbereitete Vorträge zu präsentieren. Dabei kreierten die Forscher Stress in Form von Zeitdruck. Während jeder Präsentation wurde den Probanden über einen Bildschirm eine Art des Lächelns als nonverbales Feedback gezeigt. Die Probanden wurden davon jedoch nicht in Kenntnis gesetzt.

Anhand der Messdaten, die vor, während und nach dem Vortag erhoben wurden, zeigte sich, dass alle Probanden unbewusst das Dominanzlächeln erkannten und mit Stress reagierten. "Sie empfanden mehr Stress und ihre Cortisolwerte stiegen an", erklärt Paula Niedenthal, die die Studie leitete. Die erhöhten Cortisolwerte waren sogar noch eine halbe Stunde nach dem Vortrag eindeutig nachweisbar. Das Dominanzlächeln als Feedback wurde also unbewusst als negativ und kritisch von den Probanden eingeordnet. Darauf reagierte dann der Körper.

Lächeln als Lob

Anders sah es beim Belohnungslächeln aus. Bekamen die Probanden diese Art des Lächelns als Feedback auf ihren Vortrag zu sehen, dann reagierten sie und ihr Körper wie bei einem klaren Lob. Die Cortisolwerte stiegen wesentlich weniger an und sanken nach der Präsentation auch schnell wieder auf den Ausgangswert. Bei dem kooperativen Lächeln zeigten sich ähnliche Reaktionen wie beim Belohnungslächeln, allerdings waren diese nicht so stark ausgesprägt.

Die verschiedenen Arten des Lächelns können also große Auswirkungen auf unser Gegenüber haben, selbst wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden, resümieren die Forscher. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin "Scientific Reports".

Bilderserie

Quelle: n-tv.de