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Welt-Down-Syndrom-Tag Dreimal das 21. Gen und viele Vorurteile

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Trisomie 21 hat viele Gesichter.

(Foto: imago images/Westend61)

Schätzungen zufolge kommt eins von 650 Babys mit Trisomie 21 auf die Welt. Und das war in der Menschheitsgeschichte wohl auch schon immer so. Immer am 21. März wird weltweit mit dem Down-Syndrom-Tag für mehr Sichtbarkeit für diese Besonderheit geworben.

Am 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Der Tag wirbt für die Integration von Menschen mit Down-Syndrom in allen Lebensbereichen. Das Datum ist immer der 21. März, weil bei den Betroffenen das Chromosom 21 3-fach vorhanden ist.

Menschen mit Down-Syndrom haben in jeder Zelle ein Chromosom 21 mehr als andere Menschen, daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Die Folge sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Die Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich.

Benannt ist das Down-Syndrom nach seinem Entdecker, dem englischen Arzt John Langdon Down (1828-1896). Er beschrieb 1866 ausführlich Menschen mit den "klassischen Merkmalen" dieses Syndroms und erkannte sie als abgrenzbares Syndrom. Damit unterschied er diese von anderen Menschen mit geistiger Behinderung.

Langdon Down nannte in seiner Publikation zehn wichtige Merkmale, inzwischen sind bedeutend mehr morphologische und funktionelle Besonderheiten beschrieben worden. Das Aussehen der Kinder ist betroffen: Größe, Gewicht, Auffälligkeiten im Bereich der Kopfform, der Augen und der Ohren. Auch treten organische Schäden wie Herzfehler oder Magen- und Darmstörungen häufiger auf. Menschen mit Down-Syndrom sehen und hören zudem häufig schlecht.

Förderung bewirkt viel

Der britische Arzt verwies bereits damals schon auf die Lernfähigkeit der Kinder. Inzwischen weiß man, dass geistigen Fähigkeiten der Kinder eine enorme Streubreite aufweisen. Die Spanne reicht von schwerer Behinderung bis zu fast durchschnittlicher Intelligenz. Wie sich Kinder mit Down-Syndrom entwickeln, hängt zudem davon ab, wie gut sie gefördert werden.

Statistisch gesehen kommt bei etwa 600 bis 700 Geburten ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt. Zwischen 30.000 und 50.000 Menschen mit Down-Syndrom leben derzeit in Deutschland. Es gibt wegen der zunehmend genutzten Früherkennungsmethoden zwar mehr Abbrüche von Schwangerschaften, die ein Kind mit Down-Syndrom erwarten lassen, aber auch immer mehr ältere Mütter mit höherem Risiko für eine Erbgutstörung des Embryos. Das Down-Syndrom ist keine Krankheit, sondern eine angeborene Besonderheit.

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Heute wird bei Menschen, die mit dem Down-Syndrom geboren wurden, regelmäßig überprüft, ob mögliche Begleiterkrankungen vorliegen. Frühzeitig diagnostiziert, lassen sie sich meist gut behandeln. Auch deshalb ist die Lebenserwartung in den letzten 50 Jahren stark gestiegen. Menschen mit Down-Syndrom werden heute 60 Jahre oder älter und führen ein erfülltes Leben.

Dem Down-Syndrom-Infocenter zufolge gab es wahrscheinlich schon immer Menschen mit Down-Syndrom. 2020 gelang es Forschenden in Irland, bei einem Jungen aus dem Megalith-Grab Poulnabrone im Westen der Insel den mit Abstand frühesten Nachweis für das Down-Syndrom zu liefern. Dieses Grab ist etwa 5500 Jahre alt.

Quelle: ntv.de, sba

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