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Europas neues Weltraum-Lastentier ESA bestellt Trägerraketen

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Zwölf Raketenstarts pro Jahr: Und so soll das neue Lastentier der europäischen Raumfahrt aussehen (Grafik: ESA).

(Foto: ESA)

Der Vertrag ist unter Dach und Fach, die ESA bekommt ein neues Transportsystem. Führende Partnerstaaten geben insgesamt rund drei Milliarden Euro aus, um ab 2020 die nächste Ariane-Generation in den Himmel zu schießen.

Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) hat die Entwicklung einer neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 in Auftrag gegeben. Wie Airbus Defence & Space mitteilte, unterzeichneten die ESA und Airbus Safran Launchers einen Vertrag mit einem Volumen von 2,4 Milliarden Euro über die Entwicklung von zwei Versionen der Trägerrakete Ariane 6 - Ariane 62 und Ariane 64.

Für die ersten Entwicklungsarbeiten bis Mitte 2016 sieht der Vertrag eine Summe von etwa 680 Millionen Euro vor. Insgesamt belaufen sich die Entwicklungskosten den Angaben zufolge auf rund drei Milliarden Euro.

Erstflug 2020

Das neue Transportsystem soll zwölf Raketen pro Jahr in eine Höhe von 36.000 Kilometern bringen. Beteiligt an der Finanzierung des Vorhabens sind Partner aus zwölf europäischen Ländern. Insgesamt wird die ESA von 22 Mitgliedsstaaten getragen.

Der Erstflug des neuen Raketensystems ist für das Jahr 2020 geplant, die volle Einsatzfähigkeit für 2023 vorgesehen. Der Vertrag ermögliche "die Entwicklung der europäischen Trägerrakete der neuen Generation", erklärte Alain Charmeau, Chef von Airbus Safran Launchers.

"Zuverlässig" und "konkurrenzfähig"

Airbus Safran Launchers ist eine auf den Raketenbau spezialisierte Raumfahrttochter des Mutterkonzerns Airbus. Das Unternehmen sei "entschlossen", "unseren institutionellen und kommerziellen Kunden eine nach wie vor zuverlässige und gleichzeitig konkurrenzfähigere Trägerrakete zu liefern, die sich dem ständig verändernden Raumfahrtgeschäft anpasst".

Die Mitgliedstaaten der ESA hatten im Dezember beschlossen, das Erfolgskapitel der europäischen Trägerrakete Ariane fortzuschreiben, um neben dem US-Anbieter SpaceX weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Ariane 5 war zum ersten Mal 1998 gestartet.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP