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Aktiv gegen Bluthochdruck Es müssen nicht gleich Betablocker sein

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Ran an den Speck! Wenn durch Bewegung die Pfunde purzeln, senkt das oft auch den Blutdruck.

(Foto: imago/fotoimedia)

Fast jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck. Das Gefährliche: Schon ein leichter Bluthochdruck steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit auch für einen früheren Tod. Doch der Blutdruck lässt sich senken – oft sogar ohne Medikamente.

Wissen Sie, wie hoch Ihr Blutdruck idealerweise sein sollte? Bei einem Wert von 120/80 mmHg freut sich Ihr Arzt – und Ihr Körper natürlich auch. Liegt der erste Wert bei 140 oder der zweite bei 90 mmHg, gilt das als milder Bluthochdruck. Ab 160 im ersten oder 100 mmHg im zweiten Wert ist dann die nächste Stufe erreicht: der mittelschwere Bluthochdruck. Wie hoch ist Ihrer?

"Alle Menschen ab 30 sollten den eigenen Blutdruck kennen", sagt Professor Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL). "Und spätestens ab 50 sollten von Bluthochdruck Betroffene richtig eingestellt sein", fügt er hinzu.

"Richtig eingestellt", das klingt nach Tabletten. Doch solche sind nicht immer zwingend notwendig. Bei einem milden Bluthochdruck empfiehlt die DHL, erst an zweiter Stelle Medikamente anzuwenden. Der Grund: Sie sind mit Nebenwirkungen verbunden. Alle derzeit verfügbaren Blutdrucksenker können mit Schwindel, Allergien oder Magen-Darm-Beschwerden einhergehen. Deswegen sollte der erste Schritt bei einer leichten Hypertonie ein anderer sein: "Lebensstiländerungen sind das Mittel der ersten Wahl bei ansonsten gesunden Patienten", sagt Hausberg. Allein durch sie könne eine milde Hypertonie schon verschwinden.

Gute Ernährung, geregelter Blutdruck

Doch was sind Lebensstiländerungen? Der Experte meint den Abbau von Übergewicht, er meint regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Dauerstress, einen nur mäßigen Alkoholgenuss und den Verzicht auf Nikotin. Und dann ist da noch die gesunde Ernährung: Hier spricht sich der Mediziner für wenig Salz und tierische Fette aus, für viel Obst und Gemüse, kaltgepresste Öle und fettarme Milchprodukte.

"Häufig sinkt der Blutdruck in den ersten drei Monaten nach einer entsprechenden Umstellung so stark, dass Medikamente nicht notwendig sind", ist Hausbergs Erfahrung. Sollte sich allerdings zeigen, dass die Werte doch bedenklich bleiben, "darf mit einer medikamentösen Therapie nicht gewartet werden", betont er.

Aber auch dann ist der gesunde Lebensstil nicht zu unterschätzen. Er wirkt sich in jedem Fall positiv auf die Erkrankung aus. Nicht-Betroffenen hilft er dabei, vorzubeugen. Dann muss es gar nicht erst zu Bluthochdruck kommen.

Quelle: ntv.de, asc