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"Eisdrache des Nordwindes" Forscher präsentieren größten Flugsaurier

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Wie ein riesiger Storch sah der "Cryodrakon Boreas" aus.

(Foto: David Maas)

Er war vier Meter groß, hatte eine Flügel-Spannweite von neun Metern und ähnelte einem riesigen Storch: "Cryodrakon Boreas" ist der größte bislang entdeckte Flugsaurier. Für die Wissenschaft ist der Fund aus mehreren Gründen ein echter Glücksfall.

Wissenschaftler haben im kanadischen Alberta den größten bislang entdeckten Flugsaurier vorgestellt. Darüber berichtet die "Washington Post". Die Experten tauften den Saurier auf den Namen "Cryodrakon Boreas", was so viel wie "Eisdrache des Nordwindes" heißt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das fliegende Reptil vor 77 Millionen Jahren lebte.

Der Flugsaurier erinnere an einen riesigen Storch, sagten die Wissenschaftler bei der Vorstellung des Fossils. Mit seinen riesigen Flügeln, einem langen Hals und einem schlanken Kopf habe das Reptil ziemlich unvorteilhafte Proportionen gehabt. Demnach betrug die Spannweite seiner Flügel mehr als neun Meter, seine Körpergröße lag bei vier Metern.

Das Skelett des Sauriers ist außergewöhnlich gut erhalten: Es sind noch Teile der Flügel, Beine, des Halses und der Rippen vorhanden. Ein großes Glück für die Forscher, denn die Knochen von Flugsauriern sind in der Regel so filigran, dass sie sich oft im Laufe der Zeit auflösen. Die meisten Überreste von Flugsauriern bestehen deswegen nur noch aus einem einzigen Knochen.

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Die Flügel-Spannweite des Flugsauriers betrug rund neun Meter.

(Foto: David Maas)

Die Knochen, die nun der neuen Spezies zugeordnet werden konnten, wurden bereits vor 30 Jahren in Alberta entdeckt. Bislang wurde jedoch angenommen, dass sie sich einer bekannten Art von Flugsauriern - dem Quetzalcoatlus - zuordnen lassen. Doch dann wurden die Dinosaurier-Experten stutzig: Zwar passten die langen Halsknochen zum einstigen Antlitz des Quetzalcoatlus', die anderen Proportionen passten jedoch nicht. Allerdings dauerte es mehrere Jahre, um die Knochenreste des Reptils mit anderen Knochenresten von Flugsauriern abzugleichen, um so zu beweisen, dass es sich tatsächlich um eine neue Saurier-Art handelt.

Seinen ungewöhnlichen Namen hat der Saurier übrigens aufgrund der rauen Landschaft von Alberta. Der Landstrich, wo das Fossil gefunden wurde, ist für seine strengen und langen Winter bekannt. Vor 77 Millionen Jahren flog der "Eisdrache des Nordwindes" allerdings noch über tropisches Terrain. Da der Saurier keine Zähne hatte, aber Fleischfresser war, fraß er alles, was die Speiseröhre leicht hinunterglitt. Dazu gehörten Eidechsen, Säugetiere und Dinosaurierbabys.

Quelle: n-tv.de, kpi

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