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Weniger Süßwasser verfügbar Gletscher sind viel kleiner als angenommen

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Eis eines Gletschers in der Schweiz: Die Gletscher sind kleiner als gedacht. Das könnte Auswirkungen auf die Wasserversorgung in vielen Teilen der Erde haben.

(Foto: Matthias Huss/ETH Zürich/dpa)

Forscher haben das Eisvolumen aller Gletschergebiete der Erde außer von Grönland und der Antarktis neu berechnet. Das Ergebnis: Die Eisvorräte wurden bisher deutlich überschätzt. Das habe Konsequenzen für die Wasserversorgung.

Das Volumen der meisten Gletscher ist einer neuen Studie zufolge kleiner als bislang angenommen. Das habe Auswirkungen auf die Süßwasserversorgung, schreiben die Autoren. Denn wenn weniger Schmelzwasser vom Berg komme, führten auch Flüsse, die die Landwirtschaft zur Bewässerung brauche, weniger Wasser. Die Forscher um Daniel Farinotti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich veröffentlichten die Studie im Fachjournal "Nature Geoscience". Die Daten seien wichtig, um die Entwicklung der durch den Klimawandel schrumpfenden Gletscher besser beurteilen zu können.

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Gletscher in Kirgistan: Wenn weniger Schmelzwasser vom Berg kommt, führen auch Flüsse weniger Wasser.

(Foto: Daniel Farinotti/ETH Zürich/dpa)

Die Forscher schätzten das Eisvolumen von 215.000 Gletschern auf 158.000 Kubikkilometer. Das seien 18 Prozent weniger als der Durchschnitt früherer Schätzungen. Sie berücksichtigten dafür Satellitenbilder, Umrisse von Gletschern, digitale Höhenmodelle sowie Informationen über das Fließverhalten der Gletscher. Das Meereis und die zusammenhängenden Eisschilde Grönlands und der Antarktis ließen sie außer Acht. Rund die Hälfte der übrigen Gletscher liege in den arktischen Gebieten etwa von Nordamerika und Russland.

Die Gletscher des Himalayas und weiterer Gebirge Hochasiens haben nach den neuen Schätzungen zusammen nur 7000 Kubikkilometer Eis, ein Viertel weniger als bislang geschätzt. Damit sei zu befürchten, dass die Gletscherfläche dort schon in den 2060er - und nicht wie bisher angenommen in den 2070er- Jahren - um die Hälfte geschrumpft sein werde. Das habe Konsequenzen für die Wasserversorgung. Die Gletscher Hochasiens speisen große Flüsse wie Indus, Tarim und die Zuflüsse des Aralsees. Davon hängen wiederum Hunderte Millionen Menschen ab.

Himalaya und Hindukusch verlieren großen Teil der Gletscher

Einer anderen Studie zufolge wird mindestens ein Drittel der Gletscher im Gebiet von Himalaya und Hindukusch bis Ende dieses Jahrhunderts schmelzen - selbst wenn das ambitionierteste Ziel der Pariser Klimakonferenz erreicht wird. Sollten globale Bemühungen zum Klimaschutz scheitern, wären es sogar zwei Drittel, heißt es in dem am 4. Februar veröffentlichten Bericht des Internationalen Zentrums für Integrierte Gebirgsentwicklung (ICIMOD) in Nepal. Die Gletscher seien eine unverzichtbare Wasserquelle für rund 1,9 Milliarden Bewohner der Region - in den Bergen wie auch entlang der Flüsse.

Das Pariser Klimaabkommen sieht unter anderem vor, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf "deutlich unter zwei Grad", möglichst sogar auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Sollte letzterer Wert im globalen Durchschnitt bis Ende des Jahrhunderts erreicht werden, würden die Temperaturen dem Bericht zufolge in der 3500 Kilometer langen Gebirgsregion um 2,1 Grad steigen. Das werde die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln und Energie aus dem Lot bringen. Zudem werde es zu schlimmerer Luftverschmutzung sowie einer Zunahme extremer Wetterereignisse führen.

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Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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