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Folge des Klimawandels Hochwasser in Deutschland steigen deutlich

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Überschwemmungen im Unterallgäu im Mai 2019.

(Foto: imago images / MiS)

Die Hitzewellen der jüngsten Sommer sind spürbare Folgen des Klimawandels. Forscher finden heraus, dass sich auch die Gefahr durch Hochwasser in Deutschland verschärft. Die Pegel steigen in den vergangenen Jahren bereits deutlich. Allerdings gibt es in anderen Teilen Europas einen gegenteiligen Effekt.

In Deutschland steigt das Wasser in den Flüssen bei Hochwasser deutlich - Forscher sehen darin eine Folge des Klimawandels. Die Wassermenge sei in einigen Regionen Nordwesteuropas in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen, heißt es in einer neuen Studie von insgesamt 35 Forschungsgruppen, welche im Fachjournal "Nature" veröffentlicht wurde.

Dafür wurden europaweit an mehr als 3700 Wassermessstellen die Daten von 1960 bis 2010 ausgewertet. Dabei zeige sich klar, dass die Veränderungen im Ausmaß von Hochwasserereignissen sich eindeutig auf den Klimawandel zurückführen ließen, sagte Studieneiter Günter Blöschl von der Technischen Universität Wien. "Schon seit langer Zeit wurde vermutet, dass der Klimawandel einen Einfluss auf die Wassermenge bei Hochwasserereignissen hat, weil eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser speichern kann", so der Experte.

Allerdings sei das Gesamtbild komplizierter, sagt der Experte. Der Studie zufolge wirkt sich der Klimawandel nicht überall gleich auf das Hochwasser aus. In Nordwesteuropa inklusive Deutschlands würden die meisten Hochwasserereignisse immer schwerer, in Südeuropa und in Osteuropa nehme das Ausmaß der Hochwässer eher ab. "In Russland zum Beispiel ist die Temperatur um rund zwei Grad gestiegen, was viel weniger Schnee bedeutet", sagte Böschl. Damit sinke auch die Hochwassergefahr.

Dennoch entsprächen die unterschiedlichen regionalen Entwicklungen alle den vorhergesagten Klimaveränderungen. Ein wichtiger Grund für die Zunahme von Überflutungen in Nordwesteuropa seien Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation. "Die großen Tiefdruckgebiete ziehen langsamer und weiter nördlich über Europa", erläuterte Blöschl. Deshalb trete in Südeuropa der gegenteilige Effekt ein.

Forscher: Trend dürfte sich fortsetzen

Das Ausmaß der Hochwasseränderungen in Europa - gemessen am langjährigen Mittelwert - reiche von einem Rückgang der Wassermenge bei Hochwasser von rund 23 Prozent pro Jahrzehnt bis zu einer Zunahme von etwa elf Prozent pro Dekade. "Es ist wahrscheinlich, dass sich dieser Trend in den nächsten 20 bis 30 Jahren fortsetzt", meinte Blöschl.

Der Forscher warnt zudem vor den Konsequenzen dieser Entwicklung in Deutschland: "Das Hochwassermanagement muss sich an diese neuen Realitäten anpassen, sonst werden die jährlichen Hochwasserschäden noch schneller steigen als bisher", so Blöschl. Flüsse, die über die Ufer treten, richten den Angaben zufolge jährlich weltweit Schäden von mehr als 100 Milliarden Dollar (90 Milliarden Euro) an.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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