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Wo ist das Methan geblieben? Hoffnung auf Leben auf dem Mars sinkt

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Der "ExoMars Trace Gas Orbiter" soll die Mars-Atmosphäre auf Spuren von Gasen wie Methan untersuchen.

(Foto: picture alliance / Esa/Atg Media)

Die Hoffnungen von Forschern, doch noch Leben auf dem Mars zu finden, kreisen vor allem um das in der Atmosphäre entdeckte Gas Methan. Eine Esa-Sonde soll die Marsluft näher untersuchen. Doch das Methan ist plötzlich spurlos verschwunden.

Bisher wurde noch kein Lebewesen auf dem Mars entdeckt - doch ein Befund hält die Hoffnung der Forscher weiter am Leben: 2004 hatte die Sonde "Mars Express" in der Atmosphäre des Mars etwas entdeckt, was ein Indiz für die Existenz von Leben sein könnte: Spuren von Methan. Da sich das Gas nicht lange in der Marsluft halten kann, gehen Forscher davon aus, dass es auf dem Planeten eine Quelle dafür geben muss.

Unklar ist nur, ob das Mars-Methan aus Vulkanen, Meteoriteneinschlägen oder anderen geothermischen Reaktionen stammt. Oder ob tatsächlich tief im Marsboden kleine Lebewesen existieren, welche das Gas ausstoßen. Auf der Erde zumindest hat ein Großteil des natürlich entstehenden Methans einen biologischen Ursprung - Mikroorganismen produzieren es etwa beim Faulen organischer Stoffe in Sümpfen und Mooren.

Die Hoffnung, dass auch auf dem Mars Mikroben für das Gas verantwortlich sind, erhält durch neueste Beobachtungen jedoch einen Dämpfer. So fand der europäische Satellit "ExoMars Trace Gas Orbiter" (TGO) zuletzt keine Spur mehr von dem Gas, wie das Magazin "Science" berichtet. Das Mars-Methan hat sich buchstäblich in Luft aufgelöst. Etwas ärgerlich für die Forscher der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) - TGO wurde speziell dafür gebaut, um die Mars-Atmosphäre auf Stoffe wie Methan hin zu untersuchen.

Im Jahr 2016 hatte die Sonde den Mars erreicht, seit 2018 hält sie nach Methan Ausschau. Ihre Instrumente sind derart empfindlich, dass sich Forscher sicher waren, zumindest Spuren des Gases zu finden. Und obwohl die Spektrometer einwandfrei arbeiten, müssen sich die Forscher den Rückschlag eingestehen. "Wir wissen bereits, dass wir keine Spur von Methan sehen", kommentierte Ann Carine Vandaele vom Belgischen Institut für Weltraum-Aeronomie, zuständige Forscherin für eines der TGO-Spektrometer, laut "Science".

Mars-Rover erst nach Monaten fündig

Für Verwunderung sorgen die Resultate auch in den USA: Planetenforscher Chris Webster ist beim Nasa-Rover "Curiosity" zuständig für jenes Instrument, welches Methan nachweisen kann. Allerdings ist er dennoch optimistisch, dass der europäische Satellit noch Methan finden wird, wie er gegenüber "Science" angab. "Curiosity" selbst benötigte sechs Monate, um Spuren von Methan in der Mars-Atmosphäre nachzuweisen. Nach mehreren Jahren erst - der Rover ist bereits seit 2012 auf dem Mars unterwegs - konnte sogar ein Methan-Zyklus auf dem Mars nachgewiesen werden.

Um so erstaunlicher, dass der "Trace Gas Orbiter" bisher keine Spur des Gases entdecken konnte. Aber die Sonde wird noch bis zum Jahr 2022 im Einsatz sein - vielleicht taucht das verschwundene Methan bis dahin wieder auf.

Quelle: n-tv.de, kst

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