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Besuch im Wohn-Modul ISS-Astronauten betreten "Beam"

Wenn Astronauten in einigen Jahrzehnten auf den Mond oder auf den Mars fliegen, könnten sie dort in aufblasbaren Modulen leben. Nun wird so ein Modul erstmals im All getestet. Breitmachen wird sich die Besatzung der ISS in dem Extra-Raum aber erstmal nicht.

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Sieben Stunden hat es gedauert, bis "Beam" aufgepumpt war.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gut eine Woche nach der Installation eines aufblasbaren Moduls an der Internationalen Raumstation ISS haben erstmals Raumfahrer den neuen zusätzlichen Raum betreten. US-Astronaut Jeff Williams berichtete dem Kontrollzentrum der Nasa, das Testmodul "Beam" sehe nagelneu und unberührt aus, nachdem er die Tür geöffnet hatte. Gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Oleg Kripotschka nahm er Luftproben und sammelte Daten von Sensoren in dem Modul.

In den kommenden Tagen sollen weitere Besuche in "Beam" folgen, um dessen Ausrüstung und Sensoren zu überprüfen. "Beam" wurde von dem Privatunternehmen Bigelow Aerospace im Auftrag der Nasa zu einem Preis von 18 Millionen Dollar (rund 16 Millionen Euro) entwickelt und wird nun erstmals im All getestet. Vollständig entfaltet ist das Modul etwa vier Meter lang und 3,2 Meter breit und hat damit die Größe eines kleinen Zimmers.

Nach den Plänen der Nasa und von Bigelow Aerospace sollen aufblasbare Module in künftigen Jahrzehnten als Wohnräume für Astronauten auf dem Mond oder Mars dienen. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie beim Transport nur wenig Raum brauchen.

Allerdings ist noch ungeklärt, ob ein Modul wie "Beam" die Astronauten ausreichend vor der hochintensiven Sonnenstrahlung und den extremen Temperaturschwankungen im All sowie vor herumfliegendem Weltraumschrott schützen kann. Im Inneren von "Beam" sind deshalb Sensoren installiert, die unter anderem die Strahlung messen. Während der zweijährigen Testphase sollen ISS-Astronauten das Modul immer wieder betreten, um diese Messdaten auszulesen und den Zustand von "Beam" zu überprüfen.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

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